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Fachgruppe des DJV Landesverband Hessen e.V.
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Rundfunk |
Keine Termine.
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Fachgruppensprecher |
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Knud Zilian
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Büdinger Str. 10
60435 Frankfurt
Handy 0172-6734677
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Stellvertreter |
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Harald Henn
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Lämmerspielerstraße 91
63165 Mühlheim
Telefon: 069 / 1553127
Fax: 069 / 1553462
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DJV für gute Finanzausstattung
der Öffentlich-Rechtlichen
Berlin, 22.09.2011. Der Deutsche Journalisten-Verband hat sich für eine solide Finanzausstattung der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten in Deutschland ausgesprochen. Hintergrund sind die jetzt bekannt gewordenen Bedarfsmeldungen von ARD, ZDF und DeutschlandRadio für die kommende Gebührenperiode bei der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF). "Die Rundfunkgebühren müssen so bemessen sein, dass alle öffentlich-rechtlichen Sender ihren Programmauftrag in vollem Umfang erfüllen können", sagte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. "Es ist zweifelhaft, dass die Sender nach den eher bescheidenen Zuwächsen der letzten Jahre Preissteigerungen ohne höhere Rundfunkgebühren weiterhin auffangen können." Konken erinnerte in dem Zusammenhang daran, dass die vom DJV kritisierte Kürzung der Informationsformate im Ersten Programm der ARD eine Folge der Sparpolitik gewesen sei. "Der Informationsanteil am Programm der Öffentlich-Rechtlichen wurde bereits auf ein Minimum herunter gefahren. Jede weitere Einsparung ginge zu Lasten des Qualitätsjournalismus."
Den tatsächlichen Finanzbedarf der Sender müsse jetzt die KEF ermitteln. Erst dann sei die Stunde der Politiker gekommen, die über höhere Rundfunkgebühren entscheiden müssten, sagte der DJV-Vorsitzende. Die Medienpolitiker der Länder seien gut beraten, nicht schon zum jetzigen Zeitpunkt eine Debatte über unbestätigte Finanzforderungen der Sender loszutreten. Das gebiete ihre Verantwortung für das öffentlich-rechtliche Rundfunksystem in Deutschland. .
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Radio-Urgestein Werner Reinke bei „Redakteur im Verhör“
„Mein Leben ist eine einzige Lachnummer“
18.03.2011 FRANKFURT/M. .Der Vorsitzende der Fachgruppe Rundfunk, Knut Zilian, ist am gestrigen Donnerstag auch zum neuen Sprecher des DVJ im hr gewählt worden.
Uli Barths hatte sieben Jahre diese Tätigkeit inne gehabt und wollte nicht mehr kandidieren. Zilian dankte ihm für seine Arbeit und sein Engagement für den DJV-Hessen "und für unsere Ziele hier im hr". Es sei kein leichtes Unterfangen, diese Tätigkeit nebenbei zu erledigen, dazu sei ein großer zeitlicher Einsatz neben Schichten, Börsendiensten und Beiträgen notwendig gewesen - eben ein hoher Input des Faktors "Zeit". Lieber Uli: "Vielen Dank dafür." Uli Barths bleibt als Mitstreiter der Tarifgruppe im hr erhalten und wird dort nach wie vor sein Know How mit einbringen.
Nach Meinung von Knut Zilian wird es "in diesen schweren Zeiten" notwendig ist, dass sich möglichst viele DJV-Mitglieder im hr engagieren. Nur eine starke Interessenvertretung werde auch wahrgenommen. Deshalb lädt Knut Zilian alle DJV-Mitglieder zu einer Sitzung nach der Personalversammlung ein - am 30.3.2011 um 17 Uhr in F3 (hinter dem Restaurant), um dort über die neusten Erkenntnisse zu diskutieren. Wer sich an Knut Zilian direkt wenden möchte, kann dies auf dem E-Mail-Wege tun: Kzilian@zpr.info oder natürlich auch per Handy: 0172-6734677.
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Radio-Urgestein Werner Reinke bei „Redakteur im Verhör“
„Mein Leben ist eine einzige Lachnummer“
18.03.2011 FRANKFURT/M. . „Eine gute, markante Stimme schadet beim Radio nicht, aber sie ist nicht alles. Viel wichtiger ist erlerntes Handwerk und ein gewisses Talent“. Davon ist Werner Reinke, Moderator bei hr1, überzeugt. Der Mann, dessen Stimme sein Markenzeichen ist, war Gast bei „Redakteur im Verhör“, einer gemeinsamen Veranstaltung des DJV Hessen und der Hörfunkschule Frankfurt. Hier sollen angehende Journalisten sich mit „alten Hasen“ austauschen können. Diesmal stellte sich Werner Reinke den Fragen von Dennis Horn, der bei YOU FM und 1LIVE zu hören ist. Natürlich durfte sich auch das Publikum mit Fragen einschalten.
In lustigen Anekdoten erzählte der Hörfunkmoderator von seinem holprigen Weg ins Radio. Denn der Ehrgeiz, den Reinke bei seiner Radiokarriere an den Tag legt, ließ er nicht immer erkennen. Der heute 64-jährige ist nach der neunten Klasse von der Schule geflogen, aber das kann er Nachwuchsjournalisten nicht empfehlen: „Ich bin eigentlich eine faule Socke, aber im Beruf gilt das Gegenteil“, so Reinke. Mit Wörtern wie „Kultstatus“ oder „Radio-Legende“ kann er wenig anfangen, dabei hat er eine bemerkenswerte Karriere hingelegt. Sein erstes Geld verdiente der gebürtige Delmenhorster als Holzimporteur. Anschließend ging er zum Bund und sammelte dort bereits erste Radioerfahrungen, als er gemeinsam mit einem Kameraden einen Piratensender in seiner Kaserne auf die Antenne schickte. Während seiner Bundeswehrzeit war der Musikliebhaber Reinke außerdem als DJ unterwegs.
Erste Schritte im Hörfunk machte er dann bei Radio Bremen, da lernte er die Grundlagen des Hörfunks und bekam später sogar eigene Sendungen. „Dort gab es kurze Dienstwege und ich konnte alles machen. Ich kann kleine Anstalten für angehende Journalisten nur empfehlen“, sagt der Moderator. Seine Sendungen bei Radio Bremen hörten aufmerksame Kollegen und so kam es, dass Reinke ab 1971 auch für den Hessischen Rundfunk arbeitete. Dort moderierte er unter anderem die „Hitparade International“ – und das stolze 777 Mal. Im Jahr 1989, die Privatsender kamen gerade auf, hatte Reinke erst mal genug vom „on air gehen“ und legte bis 2002 eine Radiopause ein. In dieser Zeit hat er Veranstaltungen moderiert, Werbeclips gesprochen und Filme vertont. Außerdem war er Stadionsprecher beim American Football und sorgte bei den Spielen der „Frankfurt Galaxy“ für Stimmung.
Das Radiocomeback 2002 kam dann selbst für ihn überraschend: „Ich bin immer durch witzige Zufälle an meine Jobs gekommen. Mein Leben ist eigentlich eine Lachnummer“, freut sich Reinke. Eine Sendung, die er anlässlich des 30-jährigen Jubiläums von hr3 moderierte, kam super an und die Hörer wollten ihn weiter auf Sendung haben. Reinke selbst fand es reizvoll herauszufinden, ob er in einer für ihn „neuen Radiowelt“ auch bestehen könne. Und er kann: Bei hr1 moderiert er nun die Musiksendungen „Lounge“ und „Reinke am Samstag“. Dabei sollen seine Hörer immer überrascht und unterhalten werden und sich selbst einbringen können: „Ich sehe mich selbst eigentlich nicht als Journalist, sondern als Entertainer. Ich lade Leute in meine Sendung ein, weil ich sie gut finde, aber ich gehe kritisch mit ihnen um“.
Allerdings bedauert Reinke, dass Formatradio den Journalisten heute wenige Freiheiten zur Entfaltung lässt. Sein Tipp für Jungjournalisten: „Versuche authentisch und originell zu bleiben und versuche nicht in ein Sendeschema zu passen“. Das gesamte Verhör mit Werner Reinke gibt es als Podcast unter www.ausbildungsradio.de. (Verena Horeis) +++
Infokasten:
„Redakteur im Verhör“ ist eine gemeinsame Veranstaltung des DJV Hessen mit der evangelischen Hörfunkschule Frankfurt. Zweimal im Jahr stehen Promis aus den Medien im Kreuzverhör. Dabei können sich junge Journalisten und erfahrene Medienmacher kennenlernen und austauschen. DJV und Hörfunkschule wollen Nachwuchsjournalisten unterstützen und für eine qualitativ hochwertige Ausbildung fördern. |
DJV: Freie Bildberichterstattung auf Flughäfen und Bahnhöfen
22.02.2011 BERLIN. Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Versammlungsfreiheit hat der Deutsche Journalisten-Verband die Betreiber von Flughäfen, Bahnhöfen und Einkaufszentren aufgefordert, ab sofort auch die freie Bildberichterstattung zuzulassen. "Die Freiheit der Berichterstattung ist ebenso wie die Versammlungsfreiheit ein demokratisches Grundrecht", betonte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Das Bundesverfassungsgericht hat am heutigen Dienstag entschieden, dass in öffentlich zugänglichen Bereichen von Flughäfen, Einkaufszentren und Bahnhöfen das Versammlungsrecht gelten müsse (Az. 1 BvR 699/06). Der DJV-Vorsitzende wies darauf hin, dass häufig Bildjournalisten die Berichterstattung mit dem Hinweis auf das Hausrecht von den Betreibern verboten werde. "Es kann nicht angehen, dass Demonstrationen in Flughäfen erlaubt sind, die Fotografen und Kameraleute aber draußen bleiben müssen", kritisierte Konken.
Der DJV fordere die Betreiber öffentlich zugänglicher Marktplatzbereiche wie Flughafengesellschaften und die Deutsche Bahn deshalb dazu auf, Bildjournalisten in Zukunft ihre Arbeit ungestört ausüben zu lassen. Andernfalls werde der DJV rechtliche Schritte prüfen.
Der Deutsche Journalisten-Verband organisiert über 3.000 Bildjournalisten, die als Redakteure oder in freier Mitarbeit für Medien tätig sind. (Hendrik Zörner)
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Ein "Vollblut-Gewerkschafter" und Hörfunk-Reformer - "Fri-Fra" Sackenheim (84 † )
25.01.2011 FRANKFURT/M. Der langjährige Chefredakteur und stellvertretende Programmdirektor des hr-Hörfunks, Friedrich Franz ("Fri-Fra") Sackenheim, ist am heutigen Dienstag im Alter von 84 Jahren in Berlin gestorben. Der Hessische Rundfunk schulde ihm Dank und Anerkennung für seine Verdienste, heißt es in einer ersten Erklärung des Senders. Sackenheim war über 60 Jahre Mitglied des Hessischen Journalistenverbandes und des Deutschen Journalistenverbandes (DJV). Für sein Engagement um die gewerkschaftliche Arbeit und den Journalismus wurde er im November 1995 zum Ehrenmitglied des Deutschen Journalistenverbandes (DJV) und des Hessischen Journalistenverbandes (hjv) am 12. Juli 1997 ernannt worden.
Der Vorsitzende des DJV-Landesverbandes Hessen, Hans-Ulrich Heuser, bezeichneten Sackenheim heute als "Vollblut-Gewerkschafter", weil er auch als hr-Chefredakteur immer die Probleme der Kollegen im Auge hatte. In mehr als fünf Jahrzehnten habe sich der Verstorbene für die beruflich-sozialen Belange im Journalismus eingesetzt. Besonders für den beruflichen Nachwuchs sei der Tod von "Fri-Fra" ein "schmerzlicher Verlust".
Sackenheim war 1926 in Frankfurt am Main geboren und begann nach der Kriegsgefangenschaft 1946 eine freie Mitarbeit bei Jugendzeitschriften und dem Rundfunk, wurde danach Zeitungsvolontär und Redakteur in Berlin, um dann eine 34-jährige Karriere in seiner Heimatstadt beim "hr" zu starten: zuerst als Redakteur und Chef vom Dienst bei der Hessenrundschau, später als Abteilungsleiter für die Hessenrundschau und die Nachrichtenabteilung. Von 1962 bis 1971 war er stellvertretender Chefredakteur und Leiter Nachrichten und von 1971 bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1991 Chefredakteur und Vertreter des Programmdirektors Hörfunk.
Als "politischer Kopf" leitete Sackenheim seine Hauptabteilung (Nachrichten, Politik, Wirtschaft, Sport) mit grossem Engagement. Er kümmerte sich um eine angemessene Vertretung des hr im weltweiten ARD-Korrespondentennetz und pflegte die Kontakte zur Politik in Wiesbaden und Bonn. Bundesweit bekannt war er auch als entschiedener Streiter für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.
Schön früh hatte sich Sackenheim um die sozialen und beruflichen Belange der Journalistenkollegen gekümmert. Eintritt in den hjv/DJV am 01. Oktober 1949. Dem Vorstand des Hessischen Journalistenverbandes (hjv) gehörte er von 1963 bis 1981 an und übernahm 1981 auch den Vorsitz im Bundesfachausschuss "Rundfunk". In dieser Funktion verteidigte er zäh bei aller Kritik im Einzelnen die dominierende Funktion des öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehsystems. Mit seinen Warnungen vor den Gefahren des Privatfernsehens hat er nur allzu recht bekommen. Im Bundesvorstand des DJV wirkte Sackenheim von 1981 bis 1985 mit. Zu den zahlreichen journalistischen Engagements gehörte auch seine Mitarbeit von 1976 bis 1981 als Mitglied des Deutschen Presserates. Auch wenn er zuletzt gesundheitlich nicht immer fit war, so unternahm er doch viele Anstrengungen, um bei großen Veranstaltungen oder den Landes- und Bundesverbandstagen immer dabei zu sein.
Er sei "ein Mann des Wortes mit Witz und Charme" schrieb die RHEIN-MAIN-ZEITUNG (FAZ) über "FriFra" anläßlich eines Empfangs im Frankfurter Römer mit der Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU). Sie würdigte aber nicht nur dessen Esprit, sondern sagte über den Sozialdemokraten: "Ich habe viel von ihm gelernt". Sackenheim war ungewöhnlich lange in der Frankfurter Kommunalpolitik aktiv: 33 Jahre als Stadtverordneter und Stadtrat. So war es nicht verwunderlich, dass der 75jährige in seiner Dankesrede denn auch Warnungen und Seitenhiebe austeilte. "Ohne den Standortfaktor Kultur wird die Stadt des Euros kalt und grau" mahnte der frühere Hörfunk-Chef des Hessischen Rundfunks vor einem knappen Jahrzehnt. (red), +++
DJV fordert fünf Prozent beim
öffentlich-rechtlichen Rundfunk
17.01.2011 KASSEL. Mit der Forderung nach einer Steigerung von im Volumen fünf Prozent geht der Deutsche Journalisten-Verband in die anstehenden Tarifverhandlungen mit den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Die Laufzeit der Tarifverträge für die fest angestellten und freien Journalistinnen und Journalisten bei den Sendern soll bei 12 Monaten liegen. Das beschloss am heutigen Montag die Große Tarifkommission des DJV in Kassel. "Die Kolleginnen und Kollegen bei ARD, ZDF und DeutschlandRadio haben einen Anspruch auf eine spürbare Erhöhung ihrer Gehälter und Honorare nach Jahren der Zurückhaltung", begründete DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Einsparungen und Umstrukturierungen bei den Sendern sowie teilweise rasant fortschreitende technische Veränderungen hätten zu permanent wachsendem Arbeitsdruck in den Hörfunk- und Fernsehredaktionen geführt. Dem müsse die anstehende Verhandlungsrunde Rechnung tragen.
Mit der beschlossenen Einführung des Haushaltsbeitrags für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk hätten die Sender endlich die notwendige Planungssicherheit für die Rundfunkfinanzierung erhalten. Den nach wie vor bestehenden Unterschieden in der Finanzausstattung der einzelnen Sender komme der DJV damit entgegen, dass sich die Forderung nach fünf Prozent auf das Volumen richte. "Wir legen Wert auf faire und konstruktive Tarifverhandlungen, in deren Mittelpunkt eine baldige Gehalts- bzw. Honorarerhöhung stehen soll", sagte der DJV-Vorsitzende.
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Hessischer Rundfunk lässt Tarifverhandlungen für ständige freie Mitarbeiter scheitern.
03.12.2010 FRANKFURT/M. Der hr ist offenbar nicht an einem Tarifvertrag interessiert, der die ständigen freien Mitarbeiter ohne Bestandsschutz, für die nächsten 2 Jahre sozial absichern sollte. Diesen Eindruck haben die Vertreter der Tarifgemeinschaft aus DJV, Ver.di und DOV. Sie hatten in den Tarifverhandlungen den Vorschlag unterbreitet, dass der hr auf die Beendigung der Beschäftigung aus betrieblichen Gründen verzichtet. Außerdem hatte die Tarifgemeinschaft gefordert, dass freie Mitarbeiter keine Minderungen ihres Realeinkommens von mehr als 10 Prozent innerhalb der zwei Jahre erwarten müssen.
Dies erfolgte alles auf dem Hintergrund, dass der Intendant des hr, Dr. Helmut Reitze, auf einer Personalversammlung im April dieses Jahres erklärt hatte, dass man unverzüglich in Tarifverhandlungen eintreten werde.
Die Sparmaßnehmen der vergangenen Jahre habe gerade den freien Mitarbeitern im hr eine Menge abverlangt, auch was ein Absinken des Realeinkommens anbelangt, erklärten die DJV-Vertreter im Frankfurt Funkhaus. Der hr stehle sich mit dem Scheitern der Verhandlungen aus seiner sozialen Verantwortung gegenüber freien Mitarbeitern. Insgesamt arbeiteten ständig (arbeitnehmerähnlich) rund 1000 freie Mitarbeiter für den hr. Nur so kann er seinen gesetzlichen Auftrag als öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt überhaupt erfüllen. Die große Mehrzahl der ständigen freien Mitarbeiter sind als Reporter, Redakteure, Planer und CvD, aber auch als Kameraleute und Cutter für den Hessischen Rundfunk im Einsatz. Der hr hat in den vergangenen Jahren immer mehr feste Stellen abgebaut und dafür immer mehr freie Mitarbeiter beschäftigt.
Statt eines ordentlichen Tarifvertrages will der hr lediglich eine „einseitige Willenserklärung“ abgeben, die allerdings, im Gegensatz zu einem Tarifvertrag, keine rechtliche Wirkung entfaltet. „So steht zu befürchten, dass freie Mitarbeiter zu Freiwild werden, die je nach Kassenlage im Umfang ihrer Beschäftigung abgesenkt werden können, bzw. im schlimmsten Fall von heute auf morgen keine Beschäftigung mehr bekommen“ erklärte ein DJV-Mitglied unter Hinweis auf den unbefriedigenden Ausgang der Gespräche..
Die Tarifgemeinschaft sei „äußerst kompromissbereit“. Deshalb forderte der DJV Hessen den hr auf, unverzüglich wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren. (red). +++
DJV: Landespolitiker müssen Staatsferne beachten
22.10.2010 MAGDEBURG . Anlässlich der Ministerpräsidentenkonferenz, die am heutigen Freitag in Magdeburg zu Ende ging, hat der Deutsche Journalisten-Verband die Länderchefs zur Achtung der Staatsferne des öffentlich-rechtlichen Rundfunks aufgefordert. Als bedenklich bezeichnete die stellvertretende DJV-Bundesvorsitzende Ulrike Kaiser die Ankündigung, dass sich eine Arbeitsgruppe der Staatskanzleichefs mit den künftigen Programmschwerpunkten der Sender befassen wolle: "Wie das Programm von ARD und ZDF aussieht, welche Themen die Sender in welcher Form ausstrahlen, entscheiden die Sender autonom." Eine mögliche Einflussnahme von Politikern auf die Programminhalte sei weder mit den journalistischen Standards noch mit der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts vereinbar.
Als "positiv für die Planungssicherheit der Rundfunkanstalten" bezeichnete Kaiser die Entscheidung der Ministerpräsidenten, die Rundfunkgebühren von der Geräte- auf die Haushaltsabgabe umzustellen. Problematisch sei jedoch die Festlegung der Länderchefs auf die Beibehaltung der jetzigen Gebühr in Höhe von 17,98 Euro monatlich. "Wie hoch der Finanzbedarf der Sender ist, ermittelt die KEF und nicht die Ministerpräsidentenkonferenz." Dass die jetzige Abgabe unverändert bis 2015 bestehen bleiben solle, sei bedenklich. "Auf keinen Fall darf die Programmqualität in den nächsten Jahren Schaden nehmen", sagte Kaiser. Die Landespolitiker kämen ihrer medienpolitischen Verantwortung nur unzureichend nach, wenn sie heute schon den künftigen Finanzbedarf zu kennen meinten. + + +
Hessischer Journalistenpreis 2010 an Alex Westhoff verliehen
Börsenexperte Frank Lehmann bekam „Ehrenpreis für bisheriges Lebenswerk“
17.08.2010 FRANKFURT/M. Der mit 3.000 Euro dotierte "Hessische Journalistenpreis 2010" hat eine unabhängige Jury dem Journalisten Alex Westhoff für seine Reportage über das legendäre Autokino in Gravenbruch, erschienen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, zugesprochen. Er konnte sich gegen rund 50 Mitbewerber im Wettbewerb zum Thema „Kulturland Hessen“ durchsetzen. Als Höhepunkt der Preisverleihung, anlässlich des 5. Jubiläums des Hessischen Journalistenpreises, zeichnete die Jury den langjährigen hr-Redakteur Frank Lehmann (Wirtschaftsjournalist und Börsenexperte) mit dem „Ehrenpreis für sein bisheriges Lebenswerk“aus.
Lehmann habe, so die Jury, den Journalismus in Hessen auf unverwechselbare Weise geprägt: als langjähriger Chef der Hessenschau, als Leiter der Wirtschaftsredaktion im hr-Fernsehen und schließlich bundesweit als Leiter der ARD-Sendung „Börse im Ersten“, die mit ihren hohen Einschaltquoten zu einer der erfolgreichsten TV-Börsensendungen Europas gehört. Seine Meinung ist auch heute noch nach dem offiziellen Ausscheiden aus den Diensten des Hessischen Rundfunks als "Ruheständler" gefragt: unter anderem noch im Wirtschafts- und Verbrauchermagazin "mex" des hr-Fernsehens. Dort gibt er Tipps zur Geldanlage und Altersvorsorge. Derzeit arbeit Lehmann außerdem an einem Buch zum Thema Geld. Der aus Berlin stammende, aber perfekt hessisch „babbelnde“ Journalist agiere bis auf den heutigen Tag, und hoffentlich lange darüber hinaus, als populärer Aufklärer der internationalen Finanzwirtschaft. „Er wird geliebt und – wie schön – gelegentlich auch gefürchtet“, sagte Professor Dr. Heiner Boehncke, Vorsitzender der Jury, in seiner Laudatio. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert.
Der Hessische Journalistenpreis wird jährlich von der Sparda-Bank Hessen und dem Deutschen Journalistenverband (DJV) Hessen vergeben und ist in diesem Jahr mit insgesamt 12.000 Euro dotiert. „Mit dem Preis zeichnet die Genossenschaftsbank Redakteure aus, die in einer Zeit fortschreitender Globalisierung die unverwechselbare Identität Hessens stärken“, sagte Jürgen Weber, Vorsitzender des Vorstandes der Sparda-Bank Hessen. "Journalisten können Heimat schaffen".
Der zweite Preis in der Kategorie Print (2.000 Euro) ging an Friedemann Kohler (Deutsche Presse-Agentur dpa) für seine Reportage über den Chor der Wiesbadener Bergkirche. Den dritten Preis (1.000 Euro) in der Kategorie Print erhielt – für ihre Serie „Streiflichter aus 100 Jahren Jugendstiltheater Bad Nauheim“ – Annette Hausmanns (Wetterauer Zeitung).
In der Kategorie Fotografie (3.000 Euro) siegten Hannah Cosse und Jan Baetz (Hessische/Niedersächsische Allgemeine) mit ihrem Print-, Online- und Fotoprojekt „Eine virtuelle Reise durch das alte Kassel vor der Zerstörung am 22. Oktober 1943“.
Zusätzlich zu den genannten Siegern sprach die Jury lobende Erwähnungen aus an: Thomas Siemon (Hessische/Niedersächsische Allgemeine), Anne-Kathrin Reiter (Focus Schule), Dr. Christine Knust (GEO Epoche Online) und die Gelnhäuser Neue Zeitung für ihre Simplicissimus-Beiträge.
Den unterhaltenden Part des Abends lieferte Frank Lehmann mit einem schnodderig-ironischen Festvortrag in Form einer gelungenen Mischung aus Journalismus und Kabarett. Lehmann beschäftigte sich mit Kultur in Hessen, schweifte jedoch gleich zur »Aktienkultur« ab. Mit der stehe es nicht gut, man müsse eher von einer »Zockerkultur« sprechen. Die habe schon Goethe abgelehnt, wie Lehmann anhand des Gedichts »Ich ging im Walde so für mich hin« zweifelsfrei belegen konnte: Hier wird das »Blümlein« eben nicht »gebrochen«, sondern mitsamt der Wurzel ausgegraben und neu eingepflanzt, an einem stillen Ort. »Nun zweigt es immer / Und blüh’t so fort.« »Der Goethe war eindeutig für langfristiges Denken«, meinte Lehmann, bevor er einen Dialog aus dem »Hessischen Jedermann« zum besten gab - natürlich im breitesten Frankfurterisch. Der "Börsenbabbler" bedankte sich in seiner fernsehreifen Kurzrede für den Preis - und parodierte Marcel Reich-Ranicki mit dem Satz "Ich nehme diesen Preis an". Dafür erntete der Ex-Moderator viele Lacher. (pm)
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Öffentlich-rechtlicher Rundfunk: Die Zukunft ist digital
09.08.2010 BERLIN. Der Deutsche Journalisten-Verband hat davor gewarnt, die digitalen Angebote der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten einzuschränken. ARD, ZDF und DeutschlandRadio müssten auch künftig Möglichkeiten und Mittel haben, um bereits vorhandene Digitalkanäle qualitativ auszubauen und neue Angebote zu entwickeln, forderte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Er wies gegenteilig lautende Forderungen etwa des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) zurück. Der VPRT hatte in einem Papier zu Sparpotenzialen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks die Schließung der Digitalkanäle verlangt. "Die Zukunft ist digital", entgegnete Konken. Deshalb habe der öffentlich-rechtliche Rundfunk auch einen Anspruch darauf, Programme über digitale Kanäle und Telemedien zu verbreiten. Andernfalls drohe dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Zukunft ein Nischendasein in einer ansonsten durchweg kommerzorientierten Fernseh- und Radiowelt. Das sei weder gesellschaftlich wünschenswert noch entspreche dies dem Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen.
Der Informations- und Unterhaltungsanspruch der Öffentlich-Rechtlichen lasse sich auf Dauer nur mit einer gesicherten Rundfunkfinanzierung aufrechterhalten, die auch Mittel für digitale Programmangebote enthalte. Das sei nicht zuletzt notwendig für den Bestand des Qualitätsjournalismus in den Sendeanstalten, der nicht zu Dumping-Konditionen zu haben sei.
"Das duale System aus öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern in Deutschland hat sich bewährt. Damit auch künftig die Balance stimmt, muss der Weg in die digitale Welt allen Medienunternehmen offen stehen."
Marco Schreyl bei Redakteur im Verhör /
Eine Journalisten-Karriere zwischen Unterhaltung & Information
„Mein Vater ist nach innen stolz“
„So, jetzt hab ich Kaffee kochen gelernt. Jetzt will ich etwas anderes können.“ – 18 Jahre ist er alt und zwei Wochen Praktikum bei RTL hat er hinter sich, als er das zu Protokoll gibt. Nach dem Kaffeekochen hat er gelernt, die Moderationen für Ulrike von der Groeben zu schreiben. Und heute sind die beiden Kollegen bei RTL. Denn er moderiert dort den Quotenhit „Deutschland sucht den Superstar“. Seit fast fünf Jahren macht er das schon: Marco Schreyl.
Von seinen ersten Kaffee-Kochkursen beim Fernsehen und weiteren Stationen in seiner Karriere hat Marco Schreyl bei der Veranstaltung „Redakteur im Verhör“ in der evangelischen Hörfunkschule Frankfurt berichtet. Moderator und „Verhör-Spezialist“ Gunnar Töpfer, sonst bei hr3 am Mikrofon, hat aber nicht nur Schreyls Lebenslauf abgeklopft. Auch kritische Fragen zu DSDS musste Schreyl beantworten: Was hat das noch mit Journalismus zu tun? „Ohne journalistische Grundregeln kann man weder Fernsehen, noch Radio, noch Zeitungen machen. Und auch bei DSDS sind gewisse journalistische Grundregeln gefragt.“
In erster Linie geht es bei DSDS aber natürlich um Unterhaltung. So sieht auch das Konzept der Sendung aus: die Castings werden mit ihren Höhen und vor allem ihren Tiefen gezeigt. Inklusiver vernichtender Kommentare der Juroren. „Dass man manchmal übers Ziel hinaus schießt, das gebe ich zu.“, gesteht Schreyl. „Vielleicht war es nicht die Sendung, die Dich in den Himmel bringt. (…) Aber es ist vielleicht die Sendung, die dem Zuschauer Spaß gemacht hat. Und darauf kommt es mir am Ende an.“
Unterhaltung bei RTL – Information bei hr1
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Redakteur im Verhör“ ist eine gemeinsame Veranstaltung des DJV Hessen mit der evangelischen Hörfunkschule Frankfurt. Zweimal im Jahr stehen Promis aus den Medien im Kreuzverhör. Dabei können sich junge Journalisten und erfahrene Medienmacher kennenlernen und austauschen. DJV und Hörfunkschule wollen Nachwuchsjournalisten unterstützen und für eine qualitativ hochwertige Ausbildung fördern.
Für das nächste Verhör hat bereits Bettina Schausten zugesagt, die vor kurzem die Leitung des ZDF-Hauptstadtstudios übernommen hat. Bis dahin kann man sich alle bisherigen Verhöre auf www.ausbildungsradio.de anhören. |
Schreyl kann aber nicht nur Fernsehen. Seit gut zwei Jahren ist er wieder im Radio zu hören, bei hr1. Bis vor kurzem in der Frühsendung „start“, seit rund zwei Monaten bei „meridian“. Selbstverständlich gäbe es große Unterschiede zwischen den beiden Mediengattungen. Aber „am Ende sind Fernsehen und Radio wieder sehr, sehr nah beisammen.“. Und im Radio holt er sich das, was er im Fernsehen nicht bekommt, seine Portion Information. Quasi das Pendant zur Unterhaltung bei RTL. „Zu wissen, dass man womöglich in der Sendung, die man dann beim Radio moderiert, auch den Hessischen Ministerpräsidenten live interviewt und dafür vier Minuten zur Verfügung hat – das fand ich eine Herausforderung und die wollte ich annehmen.“
Großen Anteil an seiner Karriere haben seine Eltern. „Ich will von Dir den Satz ‚Ich kann das nicht!’ nicht hören!“, bekommt Schreyl von seiner Mutter zu hören. Stattdessen ermutigt sie ihn, das Studium zu beenden: „Sei nicht blöd! Du hast es angefangen, mach es zu ende!“. Den Rat hat er befolgt und in Sprechwissenschaften, Sport und Erziehungswissenschaften abgeschlossen. Heute sind die Eltern natürlich stolz sind auf den Sohn. Das tragen sie nur nicht nach außen. „Mein Vater ist nach innen stolz.“.
Johan Helmer Hein, Netzwerk Junge im DJV Hessen
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Sind wir schlechter informiert?
Rundfunk gestern und heute
18.06.2010 FRANKFURT/M. Die Medien ändern sich ständig, heute noch schneller als früher. Jüngere können sich oft gar nicht vorstellen, mit welchen Mitteln früher gearbeitet werden musste, Ältere beklagen eine kaum verständliche Hektik und einen Niveauverlust. In einer kleinen Serie redet im „blickpunkt“ jeweils ein junger Kollege mit einem erfahrenen. Volker Hummel moderiert.
Reden wir übers Radio, am Rande auch übers Fernsehen, wagen wir den Vergleich zwischen gestern und heute. Wenn der 83jährige zurückblickt auf die Nachkriegszeit – was ist die wichtigste Veränderung?
Sackenheim: Zweifellos das Hinzutreten privater Sender. Am Anfang gab es neun öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten. Sonst war nichts in der Luft!
Darauf kommen wir noch zurück. Zunächst die Frage an den 29jährigen. Haben Sie eine prägende frühe Erfahrung mit dem Medium Rundfunk?
Hein: Ich war als Schüler ein Fan von „Pop & Weck-TV“. Die hr3
Morgensendung gab es auch im Fernsehen. Ich konnte also live miterleben, was sich im Hörfunk-Studio tat. Ansonsten lief der Fernseher bei uns nicht zur Frühstückszeit.
Zunächst gab es vom Hessischen Rundfunk nur ein Radioprogramm und von der ARD ein Fernsehprogramm. Erst 1963 kam das ZDF hinzu. Deutlich später wurden privat-kommerzielle Veranstalter zugelassen. Was hat die Vermehrung der Programme bewirkt, wie geht das Publikum mit der Vielfalt um?
S: Nach meiner privaten unwissenschaftlichen Erfahrung wird im Radio weit weniger „gezappt“ als im Fernsehen. Die meisten Hörer haben sich für ihr Programm entschieden, sei es hr1, sei es FFH.
Herr Hein, ist das auch Ihre Erfahrung?
H: Seit man den Sender nicht mehr mir einem Drehrad einstellen, sondern nur noch ein Knöpfchen drücken muss, um das Programm zu wechseln, ist das Publikum sehr flexibel. Wenn, z.B. beim Auto fahren, ein Lied kommt, das mir nicht gefällt, ein Beitrag kommt, der mich kein bisschen interessiert, bin ich weg.
Ist es denn ein Vorteil, dass es so viele Spartenkanäle gibt? Jeder kann sein Lieblingsprogramm finden.
S: Für die starke Vermehrung der Programme gab es durchaus auch politische Gründe! Aber vergessen wir nicht, dass abends kaum noch Radio gehört wird…
Können sich Jüngere überhaupt noch vorstellen, dass es einmal ewig lange Sendepausen gab, dass es im Radio nachts nichts zu hören gab, dass im Fernsehen das schwarz-weiße Testbild zu sehen war.
S: Schluss war um 23 Uhr, später dann um Mitternacht, bis 6 Uhr war im Radio Sendepause. Es gab auch einen Streit, ob man das Programm mit dem Deutschlandlied beenden soll oder ob man auf diese nationale Geste verzichtet.
H: Heute wird natürlich rund um die Uhr gesendet. Trotzdem wird nachts runtergefahren, dann läuft die ARD-Popnacht in ganz Deutschland. Dann kannst du auch mal an der Nordsee unterwegs sein und die Verkehrsmeldung vom Bodensee hören.
Goldene Zeiten damals für die Mitarbeiter? Wenn nichts gesendet wird, jedenfalls nichts Aktuelles, können die Macher ja auch in Ruhe schlafen?
S: Lange Zeit war nachts niemand im Funkhaus – nur wenn der hr die „Nachtversorgung“ hatte, lieferten wir die Nachrichten für die ARD. Immerhin, es gab für alle Fälle einen Alarmplan, wer zu rufen ist, wenn plötzlich ein Krieg ausbricht.
Herr Hein, Sie kennen wahrscheinlich nur den Typ des absolut flexiblen Mitarbeiters, der eben noch über eine UN-Konferenz berichtet hat und gleich darauf über eine Promi-Hochzeit?
H: Ein Wort noch zur Nachtarbeit. Wenn Michael Jackson in der Nacht stirbt, werden vielleicht vier, fünf Kollegen aus dem Bett geklingelt, da muss jeder sehr flexibel sein.
Wo ist denn der Fachredakteur geblieben, der Experte? Gibt es heute nur noch Generalisten?
H: Das ist bei den Privaten noch ausgeprägter als etwa im hr. Da wissen wir immer noch, wer bei welchen Themen anzusprechen ist. Da gibt es z.B. einen Kollegen, der sich bei der Raumfahrt bestens auskennt…
Ich vermute, dass er sich dieses Wissen als Hobby angeeignet hat. Aber suchen denn die Programmverantwortlichen noch gezielt nach einem Mitarbeiter mit außenpolitischer Kompetenz, wenn der „Außenpolitiker“ geht?
S: Ich halte diese Entwicklung zum „Generalistentum“ nicht für gut. Natürlich haben auch früher die Reporter über alles Mögliche berichtet, aber man hat nicht jeden zum Gericht geschickt. Das tut weh, wenn einer sagt, nach dem Ersten Staatsexamen sei der Soundso „Referent“ geworden, wo doch der „Referendar“ gemeint war. Klar, früher gab es auch Fehler, aber bei schwierigen Themen ist Fachkompetenz, also Spezialisierung, unabdingbar
für die Programmqualität.
H: Ich meine nicht, dass heute jeder Radioredakteur alles wissen muss, aber er muss wissen, wen er fragen kann.
S: Das setzt aber doch Problembewusstsein voraus, sonst merkt er ja gar nicht, dass er besser jemanden fragen sollte! Man braucht auf jeden Fall eine gute Allgemeinbildung
Gab es früher deutlich mehr Seiteneinsteiger, während heute die meisten Kolleginnen und Kollegen schon viele Ausbildungsstationen, zum Teil auch im Ausland, hinter sich haben, wenn sie als Programm-Macher starten?
S: Zu meiner Zeit gab es nur zwei, drei Seiteneinsteiger. Abgeschlossenes Studium und Volontariat waren damals Regel-voraussetzung.
Was sich aber auf jeden Fall gründlich geändert hat, ist die Zahlenrelation zwischen Festangestellten und Freien.
S: Ja, vor allem waren die Aufgaben klar getrennt. Freie Nachrichtenredakteure waren sehr lange unvorstellbar – die Verantwortung sollte bei Festangestellten liegen. Und die Honorare wurden natürlich nur von Festangestellten angewiesen. „Freie Redakteure“ kenne ich aus meiner Zeit gar nicht – wie bei den Zeitungen war ein Redakteur immer fest angestellt. Der trug die Verantwortung und er konnte auch verantwortlich gemacht werden.
Wären denn heute die Freien lieber festangestellt?
H: Einige gewiss, andere lieben ihre Unabhängigkeit, die allerdings beim Arbeiten nach Wochendienstplänen oft nur eine scheinbare ist. Aber darüber wird wenig gesprochen. So gut wie alle Reporter, Moderatoren, Redakteure beim hr – abgesehen von ein paar Chefs – sind heute frei. Für die Betroffenen ist es eine Selbstverständlichkeit.
S: Wir sollten dabei nicht übersehen, dass journalistische Unabhängigkeit mit der materiellen Unabhängigkeit zusammenhängt, mindestens zusammenhängen kann! Ausschlaggebend war das Bemühen, Geld zu sparen. Die journalistischen Aspekte wurden da nicht genügend bedacht.
Natürlich hat sich mit der veränderten Technik auch die Arbeitsweise entscheidend verändert.
H: Das ist schon faszinierend, wie einfach heute mit der digitalen Technik ein Beitrag zu erstellen ist. Der digitale Schnitt, den der Redakteur natürlich ohne Tontechniker macht, geht ja um vieles schneller als die mühselige Arbeit mit Tonbändern.
S: In den Anfängen des Nachkriegs-Rundfunks war das Modernste ein Fernschreiber, über den die Meldungen der Agenturen und die Korrespondentenberichte rein kamen. Oder die Berichte wurden telefonisch zum Diktat übermittelt und von Sprechern verlesen. Im Fernschreibraum kamen Kilometer bedrucktes Papier an. Daraus wurden die Meldungen fabriziert.
Welche Rolle spielen denn die bekannten Stimmen beim Radio?
H: Die Bedeutung des Moderators ist deutlich gewachsen, die Programmverantwortlichen wollen in den Zeiten des „Formatradios“ nur noch wenige Stimmen am Mikrophon. Alle anderen arbeiten nur noch zu, bleiben im Hintergrund. Die Zahl der „gebauten Beiträge“ ist auch deshalb rückläufig, damit nicht dauernd wechselnde Stimmen auftauchen. Auch deshalb hat der Moderator, die Moderatorin, das Image entwickeln können, Experte für alle Themen zu sein.
S: Es gab aber auch früher schon das Missverständnis beim Publikum, der Nachrichtensprecher hätte alle Meldungen selbst ausgewählt und selbst getextet!
Ein ganz entscheidender Unterschied zwischen früher und heute ist wohl auch, dass Rundfunk früher staatstragend war und heute vor allem beim Publikum gut ankommen will, wobei der „gute Geschmack“ kaum noch eine Rolle spielt.
S: Der Geschmack des Publikums wird doch auch durch die Medien hergestellt. Das Publikum würde auch eine bessere Qualität konsumieren.
Beim Radio gibt’s hr2 und Deutschlandradio, beim Fernsehen 3sat und arte – wird es durch Qualitätsprogramme legitim, dass andere Schrottprogramme machen?
S: Das ist in keinem Fall und nie legitim. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk darf keinen Schrott anbieten! Was produziert wird, muss einem Mindestanspruch an Qualität gerecht werden.
Sehen Sie’s auch so, Herr Hein?
H: Was ist Schrott? Jugendradios sind wichtig, die anderen Sender erreichen nur wenige Leute zwischen 10 und 25. Heutzutage gibt’s Podcast, ich kann Musik auf mein Handy laden, ich kann hören, was ich will. Wenn ich die Gruppe erreichen will, dann muss ich deren Musik spielen und deren Quatsch und Comedy senden. Wenn er dann zuhört, dann kann ich ihm auch mehr bringen, ihm auch wichtige Themen näher bringen. Wenn diese Gruppe gar kein Radioprogramm mehr hören würde, finde ich das schlimmer.
S: Wir dürfen unsere Hörer nicht verkohlen.
H: Das ist doch das Gute an der Vielfalt der Programme, dass wir jedem Hörer etwas bieten können.
S: Jedes Programm für sich muss gut sein.
Ein Wort noch zur Qualität der Nachrichten heute?
H: Die Fülle an Nachrichten lässt sich sicher nicht in einer zwei, drei Minuten-Sendung unterbringen. Wer es genauer wissen will, muss das Internet zurate ziehen.
S: Das finde ich ganz schlimm. Wer macht denn davon wirklich Gebrauch? Ich fühle mich inzwischen nicht besser, sondern schlechter informiert. Die Nachrichten müssen das Gerüst jedes Programms sein, jedenfalls im öffentlich-rechtlichen.
Wie sehen Radio und Fernsehen in 20 oder schon in 10 Jahren aus?
H: Mit diesem kleinen Gerät hier, das ich immer dabei habe, kann ich alle Radiosender der Welt hören. Da lauf ich durch Frankfurt und höre einen Sender aus Connecticut, wenn ich dazu Lust habe. Andererseits sehe ich auch, wenn ich nur noch Themen höre, die mich interessieren, wenn ich mir sozusagen mein eigenes Radio mache, dann fehlt was, nämlich dass ich mich auch mal von Themen überraschen lasse. Und Radio wird sicher weiter regionalisiert werden, also was bedeutet die Finanzkrise in Griechenland für den Hörer in Fulda?
S: Ich traue mir kaum eine Voraussage zu. Wenn jeder nur noch das hören und wahrnehmen würde, was ihn von vornherein interessiert, dann würde das zu einer enormen Entpolitisierung der Bevölkerung führen. Das wäre eine bedrohliche Entwicklung, von der ich nur hoffen kann, dass sie nie eintritt.
H: Irgendwo stößt beim noch so leichten Aufsaugen von Informationen, bei allem Getwitter, der einzelne an seine Grenzen. Und dann ist er wieder froh, dass es Journalisten gibt, die das Beste für ihn sortieren und aufbereiten.
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DJV gegen Rundfunkfinanzierung nach Zuschauerquote
25.05.2010 BERLIN.
Der Deutsche Journalisten-Verband hat sich dagegen ausgesprochen, die Rundfunkgebühren unter den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten nach der Zuschauerquote zu verteilen. Einen entsprechenden Vorschlag hatte Kulturstaatsminister Bernd Neumann am Wochenende in einem Interview mit dem Weserkurier unterbreitet. Aus Sicht des DJV gefährde eine quotenabhängige Rundfunkgebühr den Programmauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nachhaltig. "Es besteht die Gefahr, dass die Sender nur noch Quotenbringer wie etwa Spielfilme und Sportsendungen ausstrahlen", warnte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken, "und sich der Mix zwischen Information und Unterhaltung zulasten des Qualitätsjournalismus in ARD und ZDF verschiebt." Außerdem sei für die Berechnung des Gebührenaufkommens nach Zuschauerquoten ein erheblicher Verwaltungsaufwand nötig, der zusätzlich über die Rundfunkgebühren finanziert werden müsse.
Zu der ebenfalls von Neumann erhobenen Forderung nach einem Werbeverbot in den öffentlich-rechtlichen Programmen sagte Konken: "ARD und ZDF müssen auch künftig in der Lage sein, ihren Programmauftrag in vollem Umfang zu erfüllen. Wie das ohne die Einnahmen aus Sponsoring und Werbung funktionieren soll, ist bei der anstehenden Reform der Rundfunkfinanzierung sicherzustellen."
DSDS-Moderator Marco Schreyl im Kreuzverhör
Bei RTL im TV, bei hr1 im Radio – eine Journalisten-Karriere zwischen Unterhaltung und Information
Was hat die Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ mit Journalismus zu tun? Was ist in den Medien wichtiger: Unterhaltung oder Information? Und kommen sich RTL und hr1 nicht in die Quere? Das soll Moderator Marco Schreyl im Kreuzverhör beantworten.
Bei „Redakteur im Verhör“ muss sich Marco Schreyl den Fragen von Moderator Andreas Bursche (WDR 1LIVE) stellen – auch den unangenehmen Fragen: Was war sein größter Fehler vor dem Mikrofon oder vor der Kamera? Womit lässt sich heute in den Medien mehr Geld verdienen: mit seichter Unterhaltung oder mit investigativem Journalismus? Und was davon ist für eine Medienlandschaft eigentlich wichtiger?
Marco Schreyl moderiert bei RTL die Castingshows DSDS und „Das Supertalent“, außerdem Sportveranstaltungen wie die Handball-WM. Vorher hat er die Boulevard-Sendung „hallo deutschland“ im ZDF präsentiert. Außerdem macht er Radio beim Hessischen Rundfunk: bis vor kurzem beim hr1-Morgenmagazin „Start“, seit Mai bei der Sendung „Meridian“, außerdem beim „hr1-Talk“.
Am Montag, den 14. Juni 2010, ab 19:00 Uhr ist Marco Schreyl der „Redakteur im Verhör“ in der Hörfunkschule Frankfurt im gemeinnützigen evangelischen Medienhaus. Zusammen mit dem Publikum aus jungen Journalisten klopft „Verhör-Spezialist“ Andreas Bursche die Karriere von Schreyl ab: Wie hat er den Start in die Medien geschafft? Was rät er dem journalistischen Nachwuchs von heute? Was war sein größter Wurf, womit hat er heute noch Bauchschmerzen?
„Redakteur im Verhör“ ist eine Veranstaltung der Hörfunkschule Frankfurt in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Journalisten Verband in Hessen (DJV Hessen). Dabei kommen junge Journalisten mit „alten Hasen“ zusammen, um sich kennenzulernen, auszutauschen und voneinander zu lernen. Denn Kontakte sind in den Medien das A und O. Im Anschluss an das „Verhör“ gibt es deshalb die Gelegenheit, bei einem Glas Wein zu netzwerken. Der Eintritt ist kostenlos.
Ziel der Hörfunkschule ist es, einen qualitativ hochwertigen, kritischen und unabhängigen Radiojournalismus zu fördern und junge Menschen auf einen Job in den Medien vorzubereiten. Die Schule bietet ein breit gefächertes Workshopprogramm und verschiedene Ausbildungsprojekte für Nachwuchsjournalisten an.
Im Anschluss an das „Verhör“ wird das WM-Spiel Italien gegen Paraguay auf Großbildleinwand übertragen. Vielleicht mit einem Live-Kommentar vom Sportreporter Marco Schreyl?!
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Freizeit für hr-Freie!
Deutliche Verbesserungen beim Urlaubsgeld
20.01.2010 FRANKFURT/M. Die Tarifgemeinschaft der Gewerkschaften und der Hessische Rundfunk haben noch kurz vor Jahresende eine deutliche Verbesserung der Urlaubsentgeldregelung für freie Mitarbeiter ohne Bestandschutz vereinbart. Damit sollte das Urlaubsentgeld nach Bundesurlaubsgesetz in diesem Jahr deutlich mehr Freien zu Gute kommen als bisher.
Es ist ab 2010 nicht mehr erforderlich, dass Freie zwei Drittel ihrer Einkünfte beim hr erzielen. Stattdessen reicht aus, dass ein Drittel der Gesamteinkünfte vom Hessischen Rundfunk kommen. Und – ganz wichtig – auch die bei anderen ARD-Anstalten erzielten Einkünfte zählen mit. Honorare, die innerhalb der ARD erzielt wurden, werden also so gewertet, als kämen auch sie vom hr. Es gibt also auch Urlaubsgeld für Freie, die knapp zwei Drittel ihrer Einkünfte nicht bei der ARD, sondern zum Beispiel von Fernsehproduktionen haben. Allerdings zahlt der hr natürlich nur für die im eigenen Haus erzielten Honorare anteilig auch Urlaubsgeld – insgesamt ca. acht Prozent (bei 24 zu gewährenden Urlaubstagen) der in den zwölf Monaten vor der jederzeit möglichen Antragstellung erzielten Honorare.
Was uns allerdings noch sehr stört an der ganzen Regelung: die Deckelungsgrenze bleibt weiterhin erhalten. Der hr geht davon aus, dass wer über derzeit 51.600 Euro im Jahr verdient nicht mehr unter den Arbeitnehmern zustehenden Sozialfürsorgeschutz falle. Für die Freien, die in dem frei wählbaren 12-monatigen Bemessungszeitraum mehr als 51.600 Euro verdient haben, gibt es derzeit überhaupt kein Urlaubsentgeld. Bei anderen Sendern gibt es diese Grenze auch, sie liegt aber um gut die Hälfte höher. Hier gilt es also noch nachzubessern.
Für die Tarifgemeinschaft der Gewerkschaften im Hessischen Rundfunk
Doris Piel , Vorsitzende des ver.di Senderverbandes im hr, Sprecherin der Tarifgemeinschaft
Ulrich Barths , Sprecher des DJV im hr
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"Ein Vorbild als Journalist" - Trauer um Rainer Dinges
23.12.2009 WIESBADEN. Der langjährige Leiter des hr-Studios Wiesbaden und ehrenamtliche Vorsitzender der Landespressekonferenz, Rainer Dinges, ist am 22.12. im Alter von 68 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben. Politiker und Kollegen beklagen den Verlust einer herausragenden Persönlichkeit. Er sei ein Vorbild als Journalist" gewesen, hieß es heute in zahlreichen Würdigungen von Kolleginnen und Kollegen in den Medien wie auch von Politikern. Rainer Dinges, im August 1941 in Wiesbaden geboren, begann seine journalistische Laufbahn im Februar 1965 in der politischen Redaktion des "Wiesbadener Kuriers" und trat am 1. Juli 1965 als Mitglied in den damaligen "Hessischen Journalistenverband" (hjv), den heutigen DJV Hessen, ein. In den Siebziger Jahren arbeitete Dinges viele Jahre im Landesvorstand mit. "Wir verlieren mit ihm einen verdienten Kollegen und aufrechten Streiter für die Pressefreiheit und Belange des Journalismus", erklärte der Vorsitzende des DJV-Landesverbandes Hessen, Hans-Ulrich Heuser.
Ab 1969 war Rainer Dinges die folgenden 36 Jahre für den Hessischen Rundfunk tätig - die meiste Zeit als landespolitischer Korrespondent des hr-Hörfunks in Wiesbaden. Seine Kenntnis der Landespolitik mit allen historischen Daten war legendär. hr-Intendant Helmut Reitze hatte Dinges bei der hr-Verabschiedung in den Ruhestand vor vier Jahren als "Hessenarchiv auf zwei Beinen" gewürdigt. Darüber hinaus war Dinges zuletzt auch Korrespondent für das Darmstädter Echo.
Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) bezeichnete Dinges heute als Vorbild. Seine Persönlichkeit habe nötige Distanz geschaffen, aber zugleich fachliche und menschliche Nähe zugelassen. Die Nachricht von Dinges' Tod löse in der Landeshauptstadt Trauer und Schmerz aus, sagte Koch. Das Mitgefühl gelte seiner Frau und seinen Töchtern. Der Ministerpräsident hatte im Jahre 2005 Dinges mit dem hessischen Verdienstorden geehrt.
Über 30 Jahre war Dinges auch ehrenamtlicher Vorsitzender der Landespressekonferenz in Wiesbaden. "Wir haben einen vorbildlichen Kollegen verloren, der vielen auch ein Freund war", sagte die Vorsitzende der Landespressekonferenz, Petra Wettlaufer-Pohl von der "Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen".
Auch hessische Politiker würdigten Dinges. Für die CDU erklärten Fraktionsvorsitzender Christean Wagner und Generalsekretär Peter Beuth, Dinges werde als fairer Journalist und kenntnisreicher Wegbegleiter in Erinnerung bleiben."Seine kritische Meinung war wertvoll und anregend zugleich". Die FDP würdigte ihn als Grandseigneur der hessischen Presselandschaft, ein Journalist der alten Schule, der viel Zeit auf Recherche verwendet habe und zwischen Bericht und Kommentar trennen konnte. "Unsere Gedanken sind in diesen Tagen bei seiner Witwe Marianne und seinen Kindern", sagten der Landesvorsitzende Jörg-Uwe Hahn und der Fraktionsvorsitzende Florian Rentsch.
Auch der SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel würdigte Dinges als großen und unabhängigen Journalisten. Er habe als Vorsitzender der Landespressekonferenz maßgeblich den Stil im Umgang von Politik und Medien geprägt. Für die Grünen im Landtag war Rainer Dinges "war nicht nur ein langjähriger, kenntnisreicher Begleiter der Landespolitik, sondern er ist über die Jahre zu einer Institution geworden. Oft gelang es ihm, mit der Kombination aus seiner ruhigen Art und seinem phänomenalen Gedächtnis, Abgeordnete sehr freundlich daran zu erinnern, dass die soeben verkündete Neuigkeit schon vor Jahren angekündigt war. Gleichzeitig hat er sich immer in der Rolle des neutralen Berichterstatters gesehen, der nicht selbst 'Politik zu machen', sondern unabhängig zu berichten hatte. Die Gespräche mit ihm, nicht nur in schulpolitischen Fragen, werden uns fehlen", so Tarek Al-Wazir, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN (ma/hr).
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DJV-Landesverbände kritisiert neuerlichen
"Doppelschlag" gegen unabhängigen Journalismus
28.11.2009 EMSTAL. Die Pressefreiheit wird nach Meinung der beiden Landesverbände Hessen und Thüringen des Deutschen Journalistenverbandes (DJV) immer mehr zu einem "Spielball" politischer Interessen. Auf einer gemeinsamen Klausurtagung im nordhessischen Emstal (Landkreis Kassel) am heutigen Samstag kritisierten die Landesvorstände als Vertreter von rund 3.800 hauptamtlichen Journalisten aus beiden Bundesländern, dass eine "Berlusconisierung" auch in der bundespolitischen Presse "in erschreckendem Maße" zunehme. Der rausgeschmissene Chefredakteur Sergej Lochthofen bei der "Thüringer Allgemeinen" (TA) am Donnerstag und der quasi abberufene ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender durch die Verweigerung einer Vertragsverlängeurng seien die ersten Opfer und es müsse befürchet werden, dass weitere folgten. Dies bedeute auch einen "schwarzen Tag" für den Qualitäts-Journalismus.
Zum "Fall Brender" erklärten die beiden Journalistenverbände, dass niemand in Deutschland einen "Staatsfunk" wolle. Die DJV-Verbände Hessen und Thüringen verlangten deshalb, dass sich die Politik aus den Medien heraushalte. Die Mitglieder des ZDF-Verwaltungsrates stünden für eine Binnen-Pluralität aus ausgewogene Berichterstattung, nicht aber für ein parteipolitisches Ränkespiel.
Nach Meinung der Journalistenorganisationen machten die Fälle Brender und Lochthofen auch deutlich, dass versucht werde, unbequeme Journalisten aufgrund von Parteiinteressen mundtot zu machen. In Erfurt bei der Thüringer Allgemeinen gehe es um knallharte wirtschaftliche Interessen, während in Mainz die Politik ihre Muskeln gegen Brender spielen ließ, um ihre Interessen durchzusetzen. (Lesen Sie zu den beiden angesprochenen Fälle auch die Meldungen auf dieser Seite). +++
DJV: Brender-Absetzung wäre katastrophal für
Rundfunk- und Pressefreiheit
24.11.2009 BERLIN/WIESBADEN. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) wie auch der DJV-Landesverband Hessen haben den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) und die anderen Mitglieder des ZDF-Verwaltungsrats noch einmal eindringlich davor, sich zu einer Verletzung der im Grundgesetz verankerten Rundfunkfreiheit im Fall des ZDF-Chefredakteurs Nikolaus Brender hinreißen zu lassen.
"Sollte der Verwaltungsrat tatsächlich nicht davor zurückschrecken, den Willen des ZDF-Intendanten zu ignorieren und den Vertrag von Nikolaus Brender nicht zu verlängern, dann wäre das ein beredtes Beispiel für den niedrigen Stellenwert der Rundfunkfreiheit im Denken prominenter Parteipolitiker in Deutschland", betonte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk gelte das Prinzip der Staatsferne, das Politiker und Parteien beachten müssten. "Der unabhängige Chefredakteur, der Herr Brender ist, darf nicht zugunsten eines parteiischen Chefredakteurs verdrängt werden", so Konken. Der DJV-Vorsitzende appellierte an den ZDF-Verwaltungsrat, die Aufgaben des ZDF-Intendanten Markus Schächter zu respektieren und Versuchen der parteipolitischen Einflussnahme zu widerstehen.
Eine klare Absage erteilte der DJV-Vorsitzende auch einer möglichen Kompromisslösung, Brenders Vertrag nur um ein Jahr zu verlängern. "Das wäre ein fauler Kompromiss und würde sowohl Nikolaus Brender als Person als auch das Amt des ZDF-Chefredakteurs beschädigen." Er erwarte vom ZDF-Verwaltungsrat ein klares Votum für Brender.
Auch der hessische DJV-Landesvorsitzende Hans Ulrich Heuser betonte, dass es in Deutschland glücklicherweise "keinen Staatsfunk" gebe. Es müsse verhindert werden, dass unabhängige Journalisten "mundtot" gemacht würden. Dies wäre eine "ungute Entwicklung für die Pressefreiheit in Deutschland". +++
Tarifabschluss beim privaten Rundfunk zum 01.12.2009
12.11.2009 BERLIN. Die Gewerkschaften DJV und ver.di haben sich mit dem Tarifverband Privater Rundfunk (TPR) auf einen neuen Tarifvertrag für die rund 650 Beschäftigten bei den TPR-Mitgliedsunternehmen geeinigt. Danach erhalten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum 1. Dezember 2009 und zum 1. Oktober 2010 jeweils einmalig 200 Euro. Darüber hinaus werden die Gehälter zum 1. Januar 2011 um 1,5 Prozent erhöht. Der TPR will sich gegenüber seinen Mitgliedsunternehmen dafür stark machen, dass es nicht zu einer Verrechnung der linearen Gehaltserhöhung mit den Effektivgehältern kommt.
Außerdem wurde vereinbart, dass der Manteltarifvertrag in Kraft bleibt. Er kann von den Tarifvertragsparteien frühestens zum 31. Dezember 2011 gekündigt werden. Damit ist sicher gestellt, dass die allgemeinen Arbeitsbedingungen wie etwa die 38 Stunden-Woche weiterhin Geltung haben.
"Der Tarifabschluss trägt der schwierigen wirtschaftlichen Situation der Radiosender Rechnung, die infolge der Krise zum Teil erhebliche Umsatzrückgänge zu verkraften haben", erklärte DJV-Verhandlungsführer Michael Klehm. Vor dem Hintergrund der immer stärkeren Verdichtung der Arbeitsabläufe in den Redaktionen des Privatfunks sei ein höherer Abschluss zwar wünschenswert gewesen, doch der Fortbestand des Manteltarifvertrags bedeute mehr soziale Sicherheit.
Der TPR vertritt mehrere landesweite private Radiosender und Redaktionen des evangelischen Kirchenfunks. Der letzte Tarifabschluss hatte eine Laufzeit von 16 Monaten und war zum 30. September 2009 ausgelaufen. Dem Tarifabschluss müssen die zuständigen Gremien der Gewerkschaften und des TPR noch bis 30. November zustimmen. +++
Redakteur im Verhör
ZDF-Moderator Steffen Seibert im Kreuzverhör
Studium, Volontariat, Redakteur, Auslandskorrespondent, Moderator – das klingt nach der Bilderbuchkarriere eines Journalisten. Und es ist die Laufbahn von ZDF-Moderator Steffen Seibert. Ein echtes „Mainzelmännchen“, denn er ist dem ZDF seit seinem Volontariat treu geblieben. Er war der Mann vom ZDF in Washington, Moderator des Morgenmagazins und Redaktionsleiter von „hallo Deutschland“ und „ZDF.reporter“. Seit rund fünf Jahren ist er „Anchor“ und Redakteur im Studio der Hauptnachrichten um 19:00 Uhr und moderiert außerdem das „heute-journal“.
Ist es wirklich eine Bilderbuchkarriere gewesen? Oder hätte Seibert rückblickend etwas anders gemacht? Vielleicht mal bei den Privaten reinschnuppern? Oder ist das Öffentlich-Rechtliche das non plus ultra?
Das muss Steffen Seibert bei
„Redakteur im Verhör“
am 16. November 2009 um 19:30 Uhr
in der Hörfunkschule Frankfurt
beantworten. Moderator Gunnar Töpfer vom Hessischen Rundfunk (hr3) nimmt Seibert ins „Kreuzverhör“. Schützenhilfe bekommt Töpfer vom Publikum, das sich mit frechen Fragen jederzeit einschalten darf. Gemeinsam klopfen sie die Karriere von Seibert ab – auch mit unangenehmen Fragen: Wann sind Sie zu weit gegangen? Welche Frage hätten Sie besser nicht gestellt? Womit haben Sie heute noch Bauchschmerzen?
„Redakteur im Verhör“ ist eine Veranstaltung der Fachgruppen Rundfunk und Junge Journalisten im Deutschen Journalisten Verband in Hessen in Zusammenarbeit mit der neuen Hörfunkschule Frankfurt. Dabei kommen junge Journalisten mit „alten Hasen“ zusammen, um sich kennenzulernen, auszutauschen und voneinander zu lernen. Denn Kontakte sind in den Medien das A und O. Im Anschluss an das „Verhör“ gibt es deshalb die Gelegenheit zum Netzwerken bei einem Glas Wein.
Der Eintritt ist kostenlos!
Los geht’s um 19:30 Uhr in der Hörfunkschule Frankfurt im gemeinnützigen evangelischen Medienhaus. Weitere Infos und eine Wegbeschreibung gibt’s auf www.ausbildungsradio.de.
Johan Helmer Hein, Sprecher DJV-Fachgruppe Junge Journalisten +++
DJV fordert zukunftsgerechte Rundfunkfinanzierung
28.10.2009 BERLIN. Der Deutsche Journalisten-Verband hat an die Ministerpräsidenten appelliert, die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf ein zukunftsfähiges Fundament zu stellen. "Die Länderchefs müssen sich für ein Gebührenmodell entscheiden, das den Qualitätsjournalismus im öffentlich-rechtlichen Rundfunk dauerhaft sichert und den Sendern Planungssicherheit gibt", forderte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Die Ministerpräsidentenkonferenz wird sich am Freitag mit der Rundfunkfinanzierung befassen. Aus Sicht des DJV sei nicht entscheidend, ob das bestehende Modell der gerätebezogenen Rundfunkgebühr durch eine andere Gebührenform ersetzt werde. Vielmehr komme es darauf an, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk seinen Informations- und Unterhaltungsauftrag weiterhin wahrnehmen könne.
Der DJV-Vorsitzende forderte die Ministerpräsidenten dazu auf, auch den Finanzausgleich zwischen den ARD-Anstalten neu zu regeln. "Die kleinen ARD-Sender und die von hoher Arbeitslosigkeit und demografischem Wandel besonders betroffenen Anstalten haben immer größere Probleme, ihren Programmauftrag noch in vollem Umfang zu erfüllen", kritisierte Konken. "Eine zukunftsgerechte Rundfunkfinanzierung muss diesem Ungleichgewicht ein Ende bereiten."
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TERMIN 30.09.2009: Frist für Wahlerklärung zum Krankengeld läuft ab
24.09.2009 BERLIN. Freie Mitarbeiter, die über ihren Sender als Beschäftigte versichert sind, sollten bis zum 30. September 2009 eine Wahlerklärung für Krankengeld bei ihrer gesetzlichen Krankenkasse abgeben. Gleiches gilt für solche Selbständigen, die nicht Mitglied der Künstlersozialkasse sind. Darauf macht der Deutsche Journalisten-Verband aufmerksam. Wer die Frist versäumt, riskiert Karenzzeiten für die Anspruchsberechtigung.
Die "Wahlerklärung Krankengeld" sichert den Anspruch auf Krankengeld ab der 7. Woche. Diese Erklärung darf nicht mit Wahltarifen verwechselt werden, die in der Regel nur in den ersten sechs Wochen Leistungen bieten. "Schützen Sie sich und Ihre Familien im Krankheitsfall. Irgendjemand muss Ihre Miete, aber auch die Krankenversicherung selbst bezahlen. Mit Krankengeld wird das abgesichert", forderte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken die freien Journalistinnen und Journalisten auf. Nur Mitglieder der Künstlersozialkasse müssten die Wahlerklärung nicht in Anspruch nehmen, da sie automatisch ab der 7. Woche Krankengeld versichert hätten. Freilich stelle sich auch für diese Gruppe die Frage, ob sie Wahltarife für Krankengeld für die ersten sechs Wochen wählen müsse.
Der DJV stellt auf seinen Internetseiten unter http://frei.djv-online.de ein ausführliches Info zum Thema bereit. Gesetzlich Versicherte sollten sich direkt mit dem Service ihrer Krankenkasse in Verbindung setzen. Der DJV bietet zusätzlich Hotlines zum gesetzlichen Krankengeld an. Vom 28. bis 30. September 2009 von 10 Uhr bis 16 Uhr: DJV-V&S-Versicherungsservice Helge Kühl, Tel. 04346 / 296 02 00, außerdem eine Beratung per E-Mail: info@helgekuehl.de. Außerdem am 28. und am 30. September 2009: DJV-Referat Freie Journalisten, Tel.: 0228 / 201 72 18. E-Mail-Beratung: hir@djv.de.
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KEF blockiert weitere Gebührenmittel für das Digitalradio
Deutschlandradio-Intendant: "Schwarzer Tag für den gesamten Rundfunk"
16.07.09 KÖLN.
Die gestrige KEF-Entscheidung, die für den digitalen Hörfunk zugesagten Gebührenmittel weiter zu blockieren, iswt vom Deutschlandradio-Intendant Dr. Willi Steul „mit absolutem Unverständnis“ zur Kenntnis genommen worden. Dies sei „ein schwarzer Tag für den gesamten Rundfunk“. Ein derart erzwungener Verzicht auf DABplus sei ein herber Rückschlag für die Zukunftsfähigkeit des Hörfunks in Deutschland. Während bei den europäischen Nachbarn die Weichen für die digitale Zukunft bereits gestellt seien, drohe Deutschland das digitale Abseits. Nun bestehe die Gefahr, dass die fest für den digitalen Hörfunk vorgesehenen
Frequenzen des Bandes III zur Disposition gestellt werden könnten. Die Politik sei deshalb aufgefordert, an dieser Stelle für den digitalen Hörfunk eine klare Stellung zu beziehen. Unabhängig von der gestrigen KEF-Entscheidung müssten Mittel und Möglichkeiten gefunden werden, dem terrestrischen Hörfunk doch noch einen Weg in die digitale Zukunft zu eröffnen und seine verfassungsrechtlich garantierte weitere Entwicklung zu sichern.
Mit ihrer Entscheidung vom 15. Juli hat die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) die Freigabe von Mitteln abgelehnt, die von ARD und Deutschlandradio im Rahmen eines Entwicklungsprojekts zum Digitalen Hörfunk als zusätzliche Gebührenmittel beantragt worden waren. Damit ist bis auf weiteres der geplante Neustart des digital-terrestrischen Hörfunks in der Norm DABplus vereitelt. +++
Krankengeld für Rundfunkfreie muss bleiben
15.12.2008 BERLIN.
Das Krankengeld für die so genannten unständig Beschäftigten im Rundfunk muss auch über den 1. Januar 2009 hinaus erhalten bleiben. Diesen Appell richtete der Deutsche Journalisten-Verband an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages. Die Abgeordneten sollten einen entsprechenden Vorstoß des Bundesministeriums für Gesundheit kurzfristig passieren lassen, forderte der DJV.
Nach der zum Jahreswechsel in Kraft tretenden Gesundheitsreform stand zunächst zu befürchten, dass die freien Journalistinnen und Journalisten an Rundfunkanstalten das Krankengeld mit Hilfe von Wahltarifen selbst versichern müssten. "Das hätte zu Einschränkungen im Versicherungsschutz vieler Freien geführt", kritisierte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Nach einem Gespräch mit dem DJV Anfang Dezember regte das Gesundheitsministerium gegenüber der Regierungskoalition an, den unständig Beschäftigten Krankengeld vom ersten Tag an zu bezahlen, wenn sie den einheitlichen Krankenkassenbeitrag von 15,5 Prozent entrichten. Der DJV-Vorsitzende bezeichnete den Vorschlag des Ministeriums eine "vernünftige Lösung für die Freien". Es sei nun an den Regierungsfraktionen, "kurzfristig den Weg frei zu machen für diese notwendige und spürbare Verbesserung". +++
Neuer Fachgruppen-Vorsitzender: Knud Zilian (hr)
12.11.2008. FRANKFURT/M. Die Fachgruppe „Rundfunk“ hat einen neuen Vorsitzenden: Knud Zilian. Er arbeitet seit vielen Jahren als Freier beim HR-Hörfunk, derzeit als CvD und Reporter bei hr-info. Durch seine vielen verschiedenen Tätigkeiten und Erfahrungen, kennt er die Probleme und Themen der Beschäftigten im Rundfunk. Stellvertreter bleibt Harald Henn (hr-Fernsehen). Hansjörg Unrath kandidierte aufgrund neuer beruflicher Herausforderungen nicht mehr für das Amt des Vorsitzenden der Fachgruppe.
Mehr Geld und Honorar – trotz Finanzkrise
Im kommenden Jahr stehen beim hessischen Rundfunk Tarifverhandlungen an. Natürlich: der Abschluss für die Tageszeitungsredakteure sowie in der Metallindustrie stellen da keine gute Vorgaben dar. Angesichts des enormen Drucks von Verlagsseite in der Tageszeitungsbranche war aber offenbar nicht mehr durchsetzbar. Die Redakteure erhalten im November 2,4 Prozent mehr Gehalt sowie eine Einmalzahlung von 0,6 Prozent. Außerdem wurde eine Anhebung um 1,6 Prozent für den 1. Oktober 2009 vereinbart. Im privaten Rundfunk (FFH) wurde zuletzt mit 2,8% bei 15 Monaten Laufzeit abgeschlossen. Alles keine guten Vorzeichen.
Von der Jahreshauptversammlung der FG Rundfunk geht jedoch ein eindeutiges Signal aus: im öffentlich rechtlichen Rundfunk muss eine Forderung her, die sich an den Forderungen im Printbereich orientiert. Die schreibenden Kollegen waren mit der Forderung nach 7,5% gestartet – für den Rundfunk soll es ein besseres Ergebnis als im Print-Bereich. Nachdem in den letzten Jahren Zurückhaltung bei den Lohnforderungen geübt wurde, um dem hr aus finanzieller Notlage zu helfen, müsse jetzt eine deutlich Honorar- und Gehaltsteigerung erstritten werden. Das gilt für Freie und Feste Mitarbeiter gleichermaßen. Dies darf nicht wieder aus unveränderten Honorartöpfen bezahlt werden. Die Honoraretats – so die Erwartungen - müssten gleichermaßen aufgestockt werden. um zu vermeiden, dass die Tariferhöhung auf Kosten der Mitarbeiter finanziert wird. Bei unveränderten Honoraretats würde sonst eine Honorarerhöhung nur zu einer Umverteilung bei Honoraren von freien Mitarbeitern führen.
Altersteilzeit – keine Gnade der frühen Geburt
Im Hessischen Rundfunk soll auch nach dem Auslaufen der Förderung der Altersteilzeit durch die Bundesagentur für Arbeit (BA) ein eigenes Modell entwickelt werden, um Kollegen Altersteilzeit zu ermöglichen. Gespräche zu einem entsprechenden Tarifvertrag laufen bereits. Unklar ist, wie der fehlende Betrag der BA aufgebracht werden soll. Der hr verfügt offenbar über Rücklagen, die dafür verwendet werden könnten.
Die FG Rundfunk steht einer solchen Lösung grundsätzlich positiv gegenüber. Allerdings: die Mitarbeiter haben bereits in der Vergangenheit mit Gehaltsverzicht einen Beitrag geleistet und dürfen nun nicht zusätzlich und erneut belastet werden.
Bei FFH ist dies bisher noch kein Thema, da es kaum Kollegen in der entsprechenden Altersstufe gibt.
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Tarifabschluss für den Privaten Rundfunk
02.09.2008 BERLIN. Zwischen dem Tarifverband Privater Rundfunk (TPR) und den Gewerkschaften DJV und ver.di wurde in der zweiten Verhandlungsrunde am heutigen Tag ein Tarifabschluss erzielt. Dieser sieht eine Erhöhung der Tarifgehälter um 3,8 Prozent ab dem 1. Oktober 2008 vor. Der Tarifabschluss hat eine Laufzeit von 16 Monaten und läuft bis Ende September 2009.
Der TPR vertritt mehrere landesweite private Radiosender und Redaktionen des evangelischen Kirchenfunks mit insgesamt über 650 Beschäftigten. "Das Ergebnis kann sich im Medienbereich sehen lassen. Die Tariferhöhung ist ein fairer Kompromiss für den wir bereit waren, eine etwas längere Laufzeit zu akzeptieren," erklärten die Verhandlungsführer Michael Klehm (DJV) und Matthias von Fintel (ver.di).
Für das Tarifergebnis wurde eine Erklärungsfrist zur Gremienberatung bis zum 26. September verabredet.
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Tarifverhandlung mit "TPR" blieb ohne Ergebnis
30.06.2008 BAD VILBEL. Ohne Ergebnis endete am heutigen Montag die erste
Verhandlungsrunde über den Abschluss eines neuen Gehaltstarifvertrages für
die Mitarbeiter des privaten Rundfunks in Bad Vilbel. Der Deutsche
Journalisten-Verband hatte für den Abschluss eine lineare Erhöhung der
Gehälter um 6,5 Prozent gefordert. Da die Vertreter des Tarifverbands
Privater Rundfunk (TPR) kein eigenes Angebot für einen neuen
Gehaltstarifvertrag vorlegen wollten, wurden die Tarifverhandlungen zunächst
ergebnislos vertagt. Ein neuer Gehaltstarifvertrag würde für ca. 600
Mitarbeiter in den Unternehmen des TPR zur Anwendung kommen.
DJV-Verhandlungsführer Michael Klehm kritisierte die Haltung der
Arbeitgeber: "Die wirtschaftliche Lage der Unternehmen des privaten
Rundfunks ist sehr zufrieden stellend. Die Rundfunkjournalisten haben ein
Anrecht auf eine Tariferhöhung, die ihnen einen realen Einkommenszuwachs
beschert."
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DJV legt bei Personalratswahl 2008 im hr zu
20.05.2008 FRANKFURT/M. Die Beschäftigten im hr haben am 5. und 6. Mai einen neuen Personalrat gewählt. Der kurze aber engagierte Wahlkampf endete mit einem Erfolg für die Betriebsgruppe des Landesverbandes "DJV im hr". Im Gesamtpersonalrat, der insgesamt 15 Mitglieder hat, haben wir zulegen können und sind jetzt mit 3 Mitgliedern vertreten: Beate Jakobi-Senzel, Jörg Adrian Huber und mir, Ulrich Barths. Bisher hatten wir zwei Vertreter in diesem Gremium, in dem unter anderem auch die Monatsgespräche mit dem Intendanten und anderen Mitgliedern der Geschäftsleitung geführt werden. ver.di bleibt allerdings stärkste Gewerkschaft mit 10 Sitzen. Die VRFF bekam 2.
Im örtlichen Personalrat Frankfurt mit ebenfalls 15 zu vergebenden Sitzen, der auch für die Aussenstudios ohne eigenen Personalrat zuständig ist, hat der DJV seinen Stimmenanteil ganz leicht ausbauen können, für einen weiteren Sitz hat es hier allerdings nicht gereicht. Er ist weiter wie bisher mit zwei Mitgliedern vertreten, Kristine Zimmermann und Harald Henn. ver.di hat 10 und musste einen Sitz an die VRFF abgeben, die jetzt drei Vertreter im ÖPR Frankfurt hat.
Im örtlichen Personalrat Kassel, der fünf Mitglieder hat, ist unsere DJV-Kandidatin Jutta Hartmann wiedergewählt worden.
Ein wichtiges Ergebnis dieser Wahl ist, dass wir eine Freistellung für einen unserer Vertreter erreicht haben. Jörg Adrian Huber aus dem Studio Kassel wird zur Hälfte für die Personalratstätigkeit freigestellt. Auch eine ganze Freistellung wäre nach dem Wahlergebnis drin gewesen, aber so kann er auch weiter als Journalist arbeiten.
In der Abstimmung zum Verwaltungsrat hatten wir Manfred Baumann und Jörg Adrian Huber aufgestellt, leider war das nicht erfolgreich. Die bisherigen VertreterInnen der Beschäftigten im Verwaltungsrat, Elisabeth Treff und Doris Piel, beide von Verdi, wurden widergewählt.
Wie bei anderen Wahlen, etwa zum Bundestag oder zum Stadtparlament, hat es auch hier ungültige Stimmen gegeben. Die Wahlbeteiligung war schlechter als vor vier Jahren und lag knapp unter 50 Prozent.
Unverständnis gab es bei vielen langjährigen freien KollegInnen, weil sie nicht wählen durften, wir durften übrigens auch niemanden aus dem „frei freien“ Kreis als KandidatIn aufstellen. Sie werden formal nicht als wahlberechtigte Beschäftigte eingestuft. Wir vertreten als Personalrat und als DJV im hr aber bereits deren Interessen und wollen, dass sie künftig ihr Votum auch an der Wahlurne abgeben können Hier müssen wir ansetzen, ein dickes Brett, das gebohrt werden will, und
wir gehen das an. Erste Schritte sind getan.
Der kurze aber engagierte Wahlkampf stand unter dem Motto: "Journalisten sind für alle da, wir vertreten Ihre Interessen!". Als Schwerpunkte hatten wir drei Themen hervorgehoben,
Qualität hat ihren Preis, mehr langjährige Freie in den Bestandsschutz und die zunehmende Arbeitsverdichtung im Programm.
An diesen Themen bleiben wir in den nächsten vier Jahren dran,wollen uns jedoch ausserdem unter anderem darum kümmern, wie mit älter werdenden KollegInnen umgegangen wird, welche Perspektiven für die Weiterbeschäftigung bzw. für eine angemessene, würdevolle Ausstiegsplanung für die einzelnen KollegInnen geschaffen werden können. Für Anregungen und Fragen sind die gewählten VertreterInnen im hr dankbar und jederzeit ansprechbar.
Ulrich Barths
Sprecher DJV im hr
0171/530 4031
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