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Hessischer Journalistenpreis 2010 an Alex Westhoff verliehen
Börsenexperte Frank Lehmann bekam „Ehrenpreis für bisheriges Lebenswerk“
17.08.2010 FRANKFURT/M. Der mit 3.000 Euro dotierte "Hessische Journalistenpreis 2010" hat eine unabhängige Jury dem Journalisten Alex Westhoff für seine Reportage über das legendäre Autokino in Gravenbruch, erschienen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, zugesprochen. Er konnte sich gegen rund 50 Mitbewerber im Wettbewerb zum Thema „Kulturland Hessen“ durchsetzen. Als Höhepunkt der Preisverleihung, anlässlich des 5. Jubiläums des Hessischen Journalistenpreises, zeichnete die Jury den langjährigen hr-Redakteur Frank Lehmann (Wirtschaftsjournalist und Börsenexperte) mit dem „Ehrenpreis für sein bisheriges Lebenswerk“aus.
Lehmann habe, so die Jury, den Journalismus in Hessen auf unverwechselbare Weise geprägt: als langjähriger Chef der Hessenschau, als Leiter der Wirtschaftsredaktion im hr-Fernsehen und schließlich bundesweit als Leiter der ARD-Sendung „Börse im Ersten“, die mit ihren hohen Einschaltquoten zu einer der erfolgreichsten TV-Börsensendungen Europas gehört. Seine Meinung ist auch heute noch nach dem offiziellen Ausscheiden aus den Diensten des Hessischen Rundfunks als "Ruheständler" gefragt: unter anderem noch im Wirtschafts- und Verbrauchermagazin "mex" des hr-Fernsehens. Dort gibt er Tipps zur Geldanlage und Altersvorsorge. Derzeit arbeit Lehmann außerdem an einem Buch zum Thema Geld. Der aus Berlin stammende, aber perfekt hessisch „babbelnde“ Journalist agiere bis auf den heutigen Tag, und hoffentlich lange darüber hinaus, als populärer Aufklärer der internationalen Finanzwirtschaft. „Er wird geliebt und – wie schön – gelegentlich auch gefürchtet“, sagte Professor Dr. Heiner Boehncke, Vorsitzender der Jury, in seiner Laudatio. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert.
Der Hessische Journalistenpreis wird jährlich von der Sparda-Bank Hessen und dem Deutschen Journalistenverband (DJV) Hessen vergeben und ist in diesem Jahr mit insgesamt 12.000 Euro dotiert. „Mit dem Preis zeichnet die Genossenschaftsbank Redakteure aus, die in einer Zeit fortschreitender Globalisierung die unverwechselbare Identität Hessens stärken“, sagte Jürgen Weber, Vorsitzender des Vorstandes der Sparda-Bank Hessen. "Journalisten können Heimat schaffen".
Der zweite Preis in der Kategorie Print (2.000 Euro) ging an Friedemann Kohler (Deutsche Presse-Agentur dpa) für seine Reportage über den Chor der Wiesbadener Bergkirche. Den dritten Preis (1.000 Euro) in der Kategorie Print erhielt – für ihre Serie „Streiflichter aus 100 Jahren Jugendstiltheater Bad Nauheim“ – Annette Hausmanns (Wetterauer Zeitung).
In der Kategorie Fotografie (3.000 Euro) siegten Hannah Cosse und Jan Baetz (Hessische/Niedersächsische Allgemeine) mit ihrem Print-, Online- und Fotoprojekt „Eine virtuelle Reise durch das alte Kassel vor der Zerstörung am 22. Oktober 1943“.
Zusätzlich zu den genannten Siegern sprach die Jury lobende Erwähnungen aus an: Thomas Siemon (Hessische/Niedersächsische Allgemeine), Anne-Kathrin Reiter (Focus Schule), Dr. Christine Knust (GEO Epoche Online) und die Gelnhäuser Neue Zeitung für ihre Simplicissimus-Beiträge.
Den unterhaltenden Part des Abends lieferte Frank Lehmann mit einem schnodderig-ironischen Festvortrag in Form einer gelungenen Mischung aus Journalismus und Kabarett. Lehmann beschäftigte sich mit Kultur in Hessen, schweifte jedoch gleich zur »Aktienkultur« ab. Mit der stehe es nicht gut, man müsse eher von einer »Zockerkultur« sprechen. Die habe schon Goethe abgelehnt, wie Lehmann anhand des Gedichts »Ich ging im Walde so für mich hin« zweifelsfrei belegen konnte: Hier wird das »Blümlein« eben nicht »gebrochen«, sondern mitsamt der Wurzel ausgegraben und neu eingepflanzt, an einem stillen Ort. »Nun zweigt es immer / Und blüh’t so fort.« »Der Goethe war eindeutig für langfristiges Denken«, meinte Lehmann, bevor er einen Dialog aus dem »Hessischen Jedermann« zum besten gab - natürlich im breitesten Frankfurterisch. Der "Börsenbabbler" bedankte sich in seiner fernsehreifen Kurzrede für den Preis - und parodierte Marcel Reich-Ranicki mit dem Satz "Ich nehme diesen Preis an". Dafür erntete der Ex-Moderator viele Lacher. (pm)
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"Ein Vorbild, das hoffentlich Nachahmer findet"
Ehrenbrief des Landes Hessen für DJV-Landesvorsitzenden Hans Ulrich Heuser
05.08.2010 WIESBADEN. Für seinen herausragenden Einsatz für seine Berufskollegen und für eine freie Presse ist der hessische DJV-Landesvorsitzende Hans Ulrich Heuser mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet worden. Der hessische Regierungssprecher und Staatssekretär Dirk Metz nannte den Ehrenbrief ein "Symbol des Dankes und der Anerkennung dieser Verdienste“ bei der Überreichung namens des Hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch. Als ehrenamtlicher Vorsitzender setze sich Heuser seit 1991 für die sozialen und rechtlichen Belange der 2.800 Mitglieder ein.
"Er hat sich in vielfacher Weise sowie beeindruckend lange und beharrlich für seine Mitmenschen und das Gemeinwohl engagiert“. So auch auch innerhalb der Tarifkommission Tageszeitungen auf Bundesebene. „Hans Ulrich Heuser stellt sich immer wieder öffentlich gegen Einschränkungen der Freiheit der Berichterstattung. Damit macht er sich für ein besonders schützenswertes Gut der Gesellschaft stark, sagte Metz. "Ohne Pressefreiheit gäbe es keine kritische Öffentlichkeit, ohne Pressefreiheit würde unsere Demokratie nicht funktionieren." Nicht zuletzt deshalb machten sein Einsatz und seine Fähigkeit, andere Menschen mit seiner Begeisterung anzustecken und zu motivieren, zu einem "Vorbild, das hoffentlich Nachahmer findet". Heuser sei auch ein Vorbild für die Gesellschaft, die mit dem Ehrenbrief "DANKE" sage. Ehrenamtlich Tätige würden in Deutschland pro Jahr Leistungen in einem Wert von 20 Milliarden Euro erbringen.
Besonderes Lob und Anerkennung gab es für Heuser auch vom DJV-Bundesvorsitzenden Michael Konken. „Ehrenamtliches Engagement muss mit Inhalt ausgefüllt werden. Erfolg hat mit der Achtung der Gesellschaft zu tun. Hans Ulrich Heuser hat für seine Ziele leidenschaftlich gekämpft", so Konken. "Uli" Heuser habe den Beruf des Journalisten "in die Öffentlichkeit getragen und das Zusammengehörigkeitsgefühl vorangetrieben.“
Als Beispiele für das besondere Engagement Heusers wurden von den verschiedenen Laudatoren u.a. die Gründung der Mitgliederzeitschrift"Blickpunkt" und die Kooperation mit dem benachbarten DJV-Landesverband Thüringen, den jährlich stattfindenden Pressefoto-Wettbewerb Hessen/Thüringen, die Freien-Konferenz mehrerer DJV-Landesverbände, die Mitbegründung des Süddeutschen Journalistentages und des Hessischen Journalistenpreises genannt.
Und Martin Angelstein (2. hessischer Landesvorsitzender) - der die Grüße und Glückwünsche des hessischen Verbandes überbrachte - wies darauf hin, dass "wir Hessen wissen, welchen ‚Schatz’ wir mit Hans Ulrich Heuser haben.“ Und nicht einmal war an diesem Nachmittag im Brüder-Grimm-Zimmer der Wiesbadener Staatskanzlei der Satz zu hören: "Bleib dabei, wir brauchen dich noch". Unter den 30 Ehrengästen waren auch mehrere amtierende und ehemalige DJV-Landesvorsitzende, Vertreter aus anderen Landesverbänden sowie die Lebensgefährtin, eine Tochter, Schwiegersohn und zwei Enkel.
Heuser selbst hielt seine Dankesrede kurz. „Ich sehe mich selbst als Spatz, der spitzbübig, frech und mit viel Durchsetzungsvermögen seine Ziele verfolgt“. (SABINE KOBLER)
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Zertifiziertes Ausbildungsprogramm für Radiojournalisten
Deutscher Journalistenverband Hessen zertifiziert studien- und berufsbegleitende Radioausbildung in der Hörfunkschule Frankfurt
15.07.2010 FRANKFURT. „Breit aufstellen“ – diese Devise gilt gerade für Journalisten. Neben Block und Bleistift gehört das Aufnahmegerät schon fast zum Standard-Equipment beim Printredakteur. Immer öfter auch die VJ-Kamera. Zeitungen und Zeitschriften liefern mit Mitschnitten, Audio- und Videodateien einen Mehrwert auf der eigenen Homepage: „Das vollständige Interview können Sie sich online anhören“. Daneben gibt es Podcasts und Video-Blogs. Darauf müssen sich Reporter und Redakteure einstellen. Eine multimediale Aus- und Fortbildung wird immer wichtiger. Daher bietet die Hörfunkschule Frankfurt das Ausbildungsprogramm „Radiojournalismus“ an, das vom Deutschen Journalistenverband Hessen zertifiziert ist.
„Die Anforderungen an die Kolleginnen und Kollegen werden immer größer, die meisten müssen gleich mehrere Mediengattungen auf einmal beherrschen. Das will gelernt sein! Deswegen ist eine qualifizierte Aus- und Fortbildung so wichtig, sie ist unerlässlich für guten Journalismus. Der DJV Hessen unterstützt deshalb dieses Ausbildungsprogramm.“, begründet Hans Ulrich Heuser, Vorsitzender des DJV Hessen, das Vorhaben.
Das Ausbildungsprogramm richtet sich an Studierende und Journalisten im Print- und Onlinebereich, die sich parallel zu ihren anderen Aufgaben für den Hörfunk aus- und fortbilden möchten. Das Ausbildungsprogramm kann auch bimedial erfolgen, ergänzt um einen tiefen Einblick in den Videojournalismus. Die Auswahl der fünf Workshops erfolgt in einem persönlichen Coaching-Gespräch. Der DJV Hessen vergibt zusammen mit der Hörfunkschule Frankfurt am Ende der Ausbildung ein Zertifikat. Voraussetzung für die Teilnahme am Ausbildungsprogramm sind journalistische Vorkenntnisse in den Medien.
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Claudia-Hohmann-Preis für Lokaljournalismus
12.07.2010 Der Presseclub Kassel will mit dem Claudia-Hohmann-Preis den Nachwuchs im Lokaljournalismus fördern. Mit dem Preis erinnert der Presseclub an die Kasseler Journalistin Claudia Hohmann, deren lokaljournalistische Arbeit beispielhaft war und die sich um die Ausbildung des Nachwuchses verdient gemacht hat.
Teilnehmen können Volontärinnen und Volontäre sowie hauptberufliche Journalistinnen und Journalisten im Alter bis 30 Jahre, die in Zeitungen oder Zeitschriften, Radio, Fernsehen oder Online lokaljournalistische Beiträge aus Nordhessen oder Südniedersachsen veröffentlicht haben.
Gefordert sind regional bezogene Beiträge aller journalistischen Stilrichtungen. Gefragt ist kritischer Journalismus, der auch jenen Menschen eine Stimme verleiht, die sonst keine Stimme hätten. Probleme sollten nicht nur aufgegriffen und anschaulich gemacht, sondern auch Lösungsansätze aufgezeigt werden, damit investigativer Journalismus nicht zum Selbstzweck wird. Gewünscht sind Aufklärung, Hilfestellung und Service, der den Menschen im Alltag nützlich sein kann und das Zusammenleben im Sinne von Toleranz und Respekt fördert.
Einsendeschluss für Beiträge, die seit dem 15. August 2009 veröffentlicht wurden, ist der 15. August 2010. Pro Teilnehmer ist ein Beitrag zulässig, der möglichst per E-Mail an journalistenpreis@presseclub-kassel.de eingereicht werden soll. Einreichungen per Post an: Klaus Krimmel, Schönfelder Straße 12, 34225 Baunatal.
Der jährliche Preis wird jeweils im Spätsommer im Rahmen des Kasseler Medienfestes verliehen.
Die Jury besteht aus dem gewählten Vorstand des Presseclubs Kassel.
Der Claudia-Hohmann-Preis ist mit 2500 Euro dotiert.
Mit dem Journalistenpreis wahrt der Presseclub Kassel das Gedenken an Claudia Hohmann. Sie war stellvertretende Lokalchefin der HNA in Kassel und viele Jahre Vorstandsmitglied und Vorsitzende des Presseclubs. Sie hat sich mit ihrer kreativen journalistischen Arbeit und mit ihrem Einsatz für die Ausbildung des Nachwuchses verdient gemacht. Claudia Hohmann starb im Jahr 2009 55-jährig an den Folgen einer Krebserkrankung.
Der Presseclub Kassel wurde 1993 gegründet, um den Dialog der Medien mit allen gesellschaftlich relevanten Gruppen zu führen, die Weiterbildung von Journalistinnen und Journalisten sowie die Ausbildung des journalistischen Nachwuchses zu fördern und zu Toleranz und internationaler Verständigung beizutragen. Der Presseclub hat über 200 Mitglieder.
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DJV lädt zur Fachtagung "Prosa trifft Pixel" ein
30.06.2010 BERLIN. Der Deutsche Journalisten-Verband lädt zu einer gemeinsamen Fachtagung von Zeitschriften- und Bildjournalisten am 9./10. Oktober nach Magdeburg ein. Unter dem Motto "Prosa trifft Pixel" werden bis zu 150 Journalistinnen und Journalisten aus dem Zeitschriftenbereich und der Pressefotografie über neue Entwicklungen im Medienbereich, Chancen und Herausforderungen bei der journalistischen und visuellen Gestaltung von Zeitschriften und das Spannungsverhältnis zwischen Gratiskultur und Qualitätsjournalismus diskutieren. Inhaltlich vorbereitet wurde "Prosa trifft Pixel" durch die DJV-Fachausschüsse Zeitschriften und Bildjournalisten.
Einen Blick in die Zukunft wirft Andreas Vogel vom Wissenschaftlichen Institut für Presseforschung und Medienberatung in seinem Impulsreferat "Auf dem Weg in virtuelle Welten" am 9. Oktober. Die Bedeutung von intelligentem Journalismus im Zeitalter der Gratiskultur steht im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion am darauf folgenden Tag, an der bekannte Journalisten und Fotografen teilnehmen. An der Diskussionsrunde beteiligen sich unter anderem Anita Stockert von Focus online, Kai Winckler von der Neuen Post und Kai-Hinrich Renner vom Hamburger Abendblatt. Mehrere Workshops handeln von Zeitschriftenentwicklung, Fotorecht, Schleichwerbung und der Qualität von Pressefotos. Einer der Workshops wird eine so genannte Mappenshow zum Inhalt haben.
"Die Vernetzung der journalistischen Arbeit über die klassischen Mediengattungen hinweg schreitet immer weiter voran", sagte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. "Dieser Entwicklung tragen wir mit der gemeinsamen Fachtagung von Fotografen und Zeitschriftenjournalisten Rechnung." Die DJV-Fachtagung "Prosa trifft Pixel" sollte ursprünglich Ende April stattfinden, musste jedoch aufgrund von Terminschwierigkeiten verschoben werden.
Das Programm ist auf der DJV-Homepage unter "Infothek" zu finden: http://www.djv.de/fileadmin/DJV/images/kongresse/Flyer%20Prosa%20trifft%20Pixel.pdf Anmeldungen zur DJV-Fachtagung "Prosa trifft Pixel" am 9./10. Oktober 2010 in Magdeburg nehmen ab sofort die DJV-Landesverbände bis 3. September entgegen. Die Teilnahme kostet 50 Euro, für DJV-Mitglieder 30 Euro. +++
Zum 4. Mal: Wettbewerb "PresseFoto Hessen-Thüringen"
Sonderthema: 175 Jahre Bahn - Über 7.000 Euro als Preise
26.06.2010 WIESBADEN/ERFURT. Zum vierten Mal ist der Wettbewerb "PresseFoto Hessen-Thüringen" ausgeschrieben worden. Ermittelt wird das Foto des Jahres 2010 aus sämtlichen Einsendungen. Außerdem werden Preise in 7 Kategorien verliehen: Menschen & Momente, Kultur & Gesellschaft, Sport & Freizeit, Umwelt & Natur, Technik & Verkehr, Fotoserie und Sonderthema „175 Jahre Bahn – vom Adler zum ICE“. Die eingesandten Motive müssen das aktuelle Geschehen in den vergangenen 12 Monaten vor dem Einsendeschluss des Wettbewerbs widerspiegeln und sich thematisch mit Hessen und/oder Thüringen befassen. Lediglich die Fotos der Kategorie "Sonderthema" unterliegen keiner zeitlichen Beschränkung.
Veranstaltet wird der Wettbewerb gemeinsam von den DJV Landesverbänden Hessen und Thüringen für hauptberuflich tätige Journalistinnen und Journalisten. Die Preisgelder belaufen sich auf über 7.000 Euro, wobei allein das "Foto des Jahres" mit dem Betrag von 2.000 Euro dotiert ist.
Einsendeschluss ist der 30. September 2010. Hier sind die Ausschreibung und das Anmeldeformular.
Die Preisverleihung soll am 24. November 2010 in Wiesbaden stattfinden. Ausgewählte Bilder des Wettbewerbs werden in einer Wanderausstellung gezeigt. Dazu wird ein Katalog erscheinen. Die Schirmherrschaft haben die Landtagspräsidenten von Hessen und Thüringen übernommen. Mitmachen können alle hauptamtlich tätigen Kolleginnen und Kollegen, also nicht nur Fotografen. Auch eine Mitgliedschaft im DJV ist nicht zwingend vorgeschrieben. +++
DJV kündigt Gehaltstarifvertrag für Zeitungsredakteure
24.06.2010 BERLIN. Der Deutsche Journalisten-Verband hat am heutigen Donnerstag den Gehaltstarifvertrag für Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen fristgemäß zum 31. Juli 2010 gekündigt. "Wir fordern den Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger auf, zügig mit den Gewerkschaften in Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag einzutreten", erklärte DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring. Der künftige Tarifvertrag für die rund 14.000 Tageszeitungsredakteure müsse die wachsende Arbeitsverdichtung in den Redaktionen angemessen berücksichtigen. "Das Verhältnis zwischen den permanent wachsenden Anforderungen an jeden einzelnen Zeitungsjournalisten und dem Realeinkommen muss in einem vernünftigen Maß stehen", sagte Döhring.
Der gekündigte Gehaltstarifvertrag für Zeitungsredakteure war im November 2008 rückwirkend zum 1. August 2008 abgeschlossen worden. Er war erstmals mit einmonatiger Frist zum 31. Juli 2010 kündbar. Auch die Tarifkommission der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union in ver.di hat beschlossen, den Gehaltstarifvertrag zu kündigen. +++
Scharfe DJV-Kritik am Sozialabbau in den Verlagshäusern
"Weniger professioneller Journalismus erschüttert Demokratie" - 63. DJV-Verbandstag in Wiesbaden
19.06.2010 WIESBADEN.
Massive Vorwürfe an die Adresse der Verleger in Hessen, aber auch im Bundesgebiet, hat der Landesverband Hessen des Deutschen Journalistenverbandes (DJV) gerichtet, weil beim zunehmenden "Sozialabbau in den Verlagshäusern" auch der professionelle Journalismus "weiterhin geopfert und damit die Demokratie in ihren Grundfesten erschüttert" werde. Auf dem 63. Landesverbandstag in Wiesbaden am 19. Juni kritisierte der hessische DJV-Vorsitzende Hans-Ulrich Heuser (Bild links), dass "über viele Jahrzehnte gewachsene und bewährte Medienstrukturen zusammenbrechen, die Menschen mit Informationsmüll überfrachtet werden und ohne Filterung der Zuspruch zum Internet sich in unserer Gesellschaft verstärkt". Das Paradoxe daran sei, dass man dem Internet am wenigsten glaube, während die Printmedien das größte Vertrauen ihrer Leser genießen würden. Die Zeitungen aber - so Heuser - verlören mehr und mehr an Auflage oder stagnierten. Der Grund ist nach Meinung des DJV Hessen vielfach eine verfehlte Unternehmenspolitik. "Immer billiger, aber nicht besser", laute die Devise der Verlagsmanager. "Die Kommerzgier regiert an allen Ecken und Enden. Information und Werbung werden immer mehr vermischt. Der Sozialabbau wird vorangetrieben, die Arbeits- und Honorarbedingungen werden weiter verschlechtert, Stellen werden gestrichen".
“Journalismus nicht den Geschäftsmachern überlassen"
Nach den Worten von Heuser drohe sich der Stellenwert des Journalisten in einer immer technokratischer werdenden Umgebung zu verändern. In den Newsdesks stünden Technik über Inhalt, das Zusammenlegen von Ressorts und eine zunehmende Gestaltung von gemeinsamen Seiten in unterschiedlichen Titeln (siehe Entwicklung "Berliner Zeitung" und "Frankfurter Rundschau") führe mehr und mehr zu einem „journalistischen Einheitsbrei“. Auch die Streichung von mittleren Führungsebenen hätten eine Beschneidung der Gestaltungsspielräume des einzelnen Redakteurs zur Folge. Wörtlich sagte Heuser: "Wer unter prekären Arbeitsbedingungen - als Leiharbeiter oder Pauschalist - journalistische Arbeit verrichten muss, kann sich kritischen Journalismus nicht mehr leisten".
"Kompetenz und Autonomie sind die Schlüsselbegriffe für einen qualifizierten Journalismus" erklärte Heuser abschließend. Er forderte künftige Veränderungen: etwa eine Aus- und Weiterbildung von Journalisten, die mehr sei als nur Training für die Praxistauglichkeit, sondern die auch Fähigkeit entwickele und fördere, über den Tellerrand des Tagesgeschäfts hinaus zu blicken und über das eigene Handeln kritisch nachzudenken. Auf diese Weise werde ein wesentlicher Beitrag zur Ethik der Medien geleistet, weil nur die Prävention ein wirksames Mittel zur Bekämpfung von problematischen Grenzüberschreitungen sei. Darüber hinaus sind nach Meinung des DJV Hessen Bestimmungen notwendig, die einen verantwortungsvollen Journalismus überhaupt zulassen. "Journalistinnen und Journalisten brauchen genügend Spielraum, damit die Berichterstattung nicht den Geschäftemachern überlassen bleibt".
Gesunde Finanzen – aber Mitglieder-Tiefstand
Eine Vielzahl von Lob und Anregungen, aber auch Entscheidungen bestimmten die Atmosphäre des Verbandstages, der - fast ohne Wahlen – für die 51 Delegierten „in ruhigen Bahnen“ ablief. Mit 2.768 Mitgliedern hat der DJV Hessen zum Stichtag 31. Mai 2010 allerdings einen Tiefstand erreicht, denn aus ganz unterschiedlichen Gründen sind die Zahlen rückläufig. In den Jahren 2004 und 2005 überschritt der Verband sogar die Grenze von 3.000, seither gibt es einen jährlichen Netto-Schwund von 50 bis 70 Mitgliedern. Landesvorsitzender Heuser hatte in seiner Grundsatzrede zur Lage des Journalismus dazu aufgerufen, mehr Mitglieder zu werben und vor allem die Attraktivität des Verbandes für den Nachwuchs deutlich zu machen. Es gab eine kurze Diskussion über das Thema, ob die Ausstellung der DJV-Presseausweise für Nichtmitglieder - gemessen am Aufwand - nicht viel höher als mit den jetzt knapp 90 Euro Kosten abgerechnet werden sollte.
Dennoch – und das ist zweifelsohne ein Verdienst von Schatzmeisterin Gabriela Blumschein, wie gleich mehrere Redner bei der Konferenz anmerkten – sind die Finanzen des DJV Hessen gesund. Seit 13 Jahren ist der Monatsbeitrag stabil und mit 23 Euro unverändert – bei gleichzeitig steigenden Leistungen für die Mitglieder in Form von Seminaren, Freien-Konferenzen mit anderen Landesverbänden, der Vergabe von Journalistenpreis und Fotopreis oder auch dem Süddeutschen Journalistentag. In anderen Landesverbänden hat der Monatsbeitrag längst die 30-Euro-Grenze überschritten und selbst Rücklagen sind mancherorts nicht mehr vorhanden.
Landesvorsitzender ab 2013 weiter „nur“ ehrenamtlich?
In ihrem Rechenschaftsbericht wies die Schatzmeisterin auf diese und andere Entwicklungen hin; sie wollte eine Notwendigkeit künftiger Beitragserhöhungen nicht ausschließen. Damit verbunden müssten aber deutliche Leistungssteigerungen und mehr Angebote sein. Und dazu gehört auch ein Thema, das auf den DJV Hessen zukommt: Wenn der seit 19 Jahren aktive und anerkannte Landesvorsitzende Uli Heuser ab 2013 nicht mehr an der Spitze steht („...wenn ich in 2011 wiedergewählt werde, dann mache ich noch zwei Jahre – das letzte Mal“), dann stellt sich die Frage der Nachfolgerschaft.
Noch ist der Vorsitzende wie alle anderen Vorstandsmitglieder ehrenamtlich aktiv, aber die Anforderungen an dieses Amt mit etwa 10 bis 14 Tagen pro Monat für den Verband unterwegs zu sein, stellt eine hohe Hürde – für Festangestellte wie Freie Journalisten – dar. Möglicherweise wird sich ein Nachfolger nur durch die Zahlung einer Aufwandsentschädigung finden lassen – aber bevor es soweit ist, müssen noch viele andere Dinge geregelt werden. Der Geschäftsführende Vorstand jedenfalls – so gab die Schatzmeisterin zu Protokoll – hat dieses Thema in einer Klausur bereits angedacht. Entscheidungen oder konkrete Vorschläge gibt es noch nicht.
Heuser: Schwindender Einfluss durch weniger Mitglieder?
„Wie wollen wir künftig den Einfluss des DJV erhöhen oder was muss sich alles ändern, um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen?“ Diese Frage richtete Landesvorsitzender Heuser an den Wiesbadener Verbandstag. Er verwies auf Anstrengungen des DJV, ein so genanntes „Zukunftspapier“ zu veabschieden. Dies sei notwendig, denn die Mitgliederzahlen von Gewerkschaften und Berufsverbänden würden allgemein sinken. In entsprechendem Maße verlören diese Interessenvertretungen zwangsläufig auch an Einfluss. Das erschwere die Durchsetzung wichtiger Ziele dieser Organisiationen. „Unsere Tarifpolitiker können ein Lied davon singen und schmieden gerade Strategien, um die nächsten schwierigen Runden im Printbereich (Gehalts- und Manteltarif) möglichst ohne allzu große Einschnitte zu überstehen“ betonte Heuser. Dies sei ein schwieriges Unterfangen, das eigentlich nur zu bestehen sei, wenn alle wieder enger zusammenrückten und bereit seien, für ihre Forderungen - auch möglicherweise mit Arbeitskämpfen - einzustehen. „Ohne Druck wird es auch diesmal nicht gehen“.
Der Tagesordnungspunkt 7 „Wahlen“ war auch schnell abgehandelt, denn der bisherige Vertreter des DJV Hessen in der Landesanstalt für den Privaten Rundfunk (LPR), Vorstandsmitglied und Kasseler OV-Vorsitzender Jörg Steinbach (Foto rechts), kandidierte erneut. Per Akklamation stimmte der Verbandstag seiner Wiederwahl zu. Die Rechnungsprüfer bescheinigten der Geschäftsstelle und besonders der Schatzmeisterin eine „professionelle Arbeit“ und lobten die wirtschaftliche Haushaltsführung. „Die Buchhaltung ist verlässlich und nachvollziehbar, die Aktenführung durch Christine Voll und Brigitte Schwiertz von der Geschäftsstelle ordentlich und übersichtlich“. Ohne Gegenstimmen gab es dann vom Verbandstag auch Entlastung für das Geschäftsjahr 2009.
Bundes-Vize Anger: „Das Herz des DJV schlägt in Hessen“
Eine „dicke Packung Lob“ für die Hessen im Gepäck hatte der stellvertretende DJV-Bundesvorsitzende Michael Anger (Bayern Als positiv bezeichnete er den sparsamen Haushalt des DJV-Landesverbandes Hessen und meinte: „Mit Eurer Rücklage seid ihr besser als wir in Bayern.“ Der Landesverband Hessen habe „viel Bedeutendes“ für den Gesamtverband getan, sagte Anger (Foto rechts) und zählte als Beispiele die Aufbauarbeit in den neuen Bundesländern, die Präsenz journalistischer Anliegen in der öffentlichen Darstellung, die Initiierung des „Süddeutschen Journalistentages“, des Fotopreises und des „Hessischen Journalistenpreises“ auf. Dies seien alles Projekte, die den Mitgliedern direkt zugute kämen und weitergeführt werden sollten. Anger dankte allen ehrenamtlich mitwirkenden Mitgliedern in den Fachausschüssen und Kommissionen, hielt die Aktualität der hessischen Internetseite für lobenswert und beschrieb mit einem geradezu charmanten Bonmot die „Bundeswirkung“ des hessischen Landesvorsitzenden: „Uli Heuser meldet sich selten direkt zu Wort – aber dann tut man gut daran, ihm genau zuzuhören.“
Als „sehr gut“ empfand der stellvertretende Bundesvorsitzende die begonnenen Strukturänderungen bei den Fachausschüssen des DJV Hessen; für ihn ein „wichtiger neuer Anlauf“ zu zeitgemäßer Verbandsorganisation, der im Bund in der Vergangenheit gescheitert sei. Eine „Höchstnote“ für den Landesverband gab es mit der Aussage: „Das Herz des DJV schlägt in Hessen. Der Bundesvorstand liebt Euch auch, weil ihr einer der effektivsten Landesverbände seid.“
Die Zukunftsthemen der Journalisten-Gewerkschaft umriss Anger mit den Fragen nach „mehr Transparenz“ in den Entscheidungen auf allen Ebenen, nach einer schnelleren internen Kommunikation, der Bündung von „Know-how“. der stärkeren Nutzung des Internets für Verbandszwecke und einem bundesweit gleichen Angebot für alle Mitglieder. Dies koste Geld und Personaleinsatz. Künftig müsse auf Bundesebene geprüft werden, ob es „eine neue Art von Tarifpolitik“ geben können – und der DJV müsse sich darauf einrichten, dass künftig verstärkte Haustarife abgeschlossen würden.
OB Müller;: „Entsetzt über Qualitätsschwund durch Internet-Formen“
Auf die großen Herausforderungen für die Medien durch die Konkurrenz von Print und Online ging der Wiesbadener Oberbürgermeister Dr. Helmut Müller (CDU) in seinem Grußwort vor den Delegierten ein. Wenn man die gegenwärtige Entwicklung anschaue, „lerne man Qualität kennen“. Müller (Foto rechts) sagte, über die Inhalte von Blogs, Twitter-Nachrichten und anderen Formen im Web könne man „entsetzt sein“. Ungeschriebene publizistische Regeln würden einfach ignoriert und Inhalte oder Bewertungen verbreitet, die früher kein Mensch gedruckt hätte. Er persönlich finde es auch schrecklich, wenn unter Phantasienamen Absonderlichkeiten verbreitet würden, die im „Cyber-Gedächtnis der Welt“ bleiben und von jedem weiterbenutzt würden, wenn sie nicht dementiert würden.
Der Oberbürgermeister sagte, er halte es für eine der größten Herausforderungen der Zukunft, dass so eine Kultur der Diskussion und des Meinungsbildungsprozesses „gnadenlos gefährdet“ sei. Viel Beifall erhielt der Kommunalpolitiker für seinen Vorschlag einer „neuen Allianz aus Politik und Journalismus“, die dafür eintreten solle, bestehende Qualitätsstandards in Deutschland gegen gefährdende Internet-Trends zu verteidigen.
Welche Honorare für online-genutzte Fotos bei "Bilderstrecken"
Ein Antrag des Ortsverbandes Gießen über die Rechte und Honorare für die online-Nutzung von Texten und Bildern, die für Printmedien angeliefert werden, wurde in einer von der Antragskommission vorgeschlagenen Version mit großer Mehrheit beschlossen. Es geht um einen Trend bei Zeitungen, die regulär bestellte und veröffentlichte Bilder entsprechend ihren Honoraren auch bezahlen, aber zusätzlich mitgeschickte Fotos dann in "Bilderstrecken" veröffentlichen und dafür gar nichts oder nur sehr wenig bezahlen. Deshalb hat der Verbandstag einen Antrag gebilligt, wonach "der Landesvorstand beauftragt wird, bei den Tageszeitungen in Hessen zu erheben, wie die Online-Nutzung für Material freier Journalisten, das für das Printmedium in Auftrag gegeben wurde, rechtlich geregelt ist beziehungsweise finanziell abgegolten wird. Die Kolleginnen und Kollegen in Hessen werden vom Landesvorstand aufgerufen, diesem zu melden, wenn Texte oder Bilder freier Journalisten, die im Printmedium erschienen sind, ohne zusätzliche Abgeltung auch im Online-Auftritt dieses Mediums veröffentlicht werden. Der Landesvorstand gewährt Kolleginnen und Kollegen juristische Beratung, um entsprechende Regelungen und die Honorierung durchzusetzen".
Zukunftsbeschluss: Struktur der Fachausschüsse optimiert
Mit den Worten „eine zweijährige Odyssee ist beendet“ kommentierte Tagungspräsident Thorsten Becker (Hanau) – er leitete gemeinsam mit Anouschka Wasner (Wiesbaden) den Verbandstag - gegen 15 Uhr die letzte große Abstimmung. Der Verbandstag votierte fast geschlossen für ein Antragspaket, das die künftige Bildung und Arbeit der Fachausschüsse regelt. Danach wird es künftig in Hessen die vier Fachauschüsse „Tageszeitungen, Zeitschriften und Nachrichtenagenturen“, „Audiovisuelle Medien (Rundfunk, Foto, online)“, „Betriebs- und Personalräte sowie Gleichstellung“ und Journalisten in „Wirtschaft und Verwaltung“ geben. Außerdem bestehen zwei Netzwerke für Freie und Junge. Hintergrund dieser intensiv diskutierten Veränderung ist es, wieder arbeitsfähige Fachausschüsse zu bilden, die auch medienübergreifend zusammenarbeiten. Weil auf Bundesebene noch die „alte Struktur“ besteht, entsendet Hessen auch weiterhin Vertreter in jede einzelne Fachgruppen.
So endete gegen 15.30 Uhr dieser 63. Verbandstag in Wiesbaden – mit Blumengrüßen vor allem an die Damen der Geschäftsstelle (Foto links) für ihre hervorragende Vorbereitung wie auch Arbeit im Dienste der Mitglieder während des ganzen Jahres. Im Jahre 2011 trifft sich der Verbandstag dann zum 64. Mal – diesmal in Frankfurt am Main. (ma)
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Resolution für eine flächendeckende Landeswelle "hr-iNFO"
Auf dem Verbandstag in Wiesbaden - dem höchsten Vertretungsorgan des DJV Hessen mit knapp hauptberuflichen 2.900 Journalisten - wurde einstimmig auch eine Resolution veabschiedet, die sich an den Hessischen Rundfunk richtete. Darin wird der öffentlich-rechtliche Sender aufgefordert, sein journalistisches Hörfunk-Informationsprogramm hr-INFO in ganz Hessen flächendeckend anzubieten. Zurzeit sei dieses Programm, welches Informationen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport anbiete, nicht in allen Teilen des Landes Hessens zu hören. Dadurch werde vielen Bürgern in Hessen ein Programm des hr vorenthalten. "Damit vernachlässigt der hr im Hörfunk seinen Informationsauftrag, weil die weiteren Hörfunkprogramme andere Schwerpunkte setzen, denn hr-INFO ist zurzeit faktisch ein hessisches Großstadtinselradio", heißt es in der Resolution abschließend.
Der Pressesprecher des Hessischen Rundfunks, Tobias Häuser, meldete sich am Dienstag (22.06.) zu Wort und begrüßte zwar die Resolution des DJV, wies aber auch daraufhin, dass der hr nicht selbst über die Frequenzvergabe entscheiden könne und außerdem hr-INFO „durchaus in ländlichen Gebieten“ empfangbar sei.
Selbstverständlich – so heißt es in der Stellungnahme – wolle der Hessische Rundfunk (hr) sein Informationsradio hr-iNFO flächendeckend in Hessen anbieten. Insofern begrüße der hr die Resolution des DJV Hessen. Die Resolution gehe aber „offenbar irrtümlich“ davon aus, dass der hr über seine Frequenzen selbst entscheiden könne. Richtig sei aber, dass die Vergabe der Frequenzen im Telekommunikationsgesetz und in diversen Verwaltungsvorschriften genau geregelt ist. Darin obliege der Bundesnetzagentur die Sicherstellung einer effizienten und störungsfreien Nutzung von Frequenzen. Sie teile geeignete Frequenzen in einem Vergabeverfahren unter Hoheit der Hessischen Staatskanzlei an antragstellende Bedarfsträger zu, zu denen neben dem hr auch kommerzielle Rundfunkanbieter zähtlen. Kurz gesagt entscheide die Hessische Staatskanzlei, „wer welche Frequenzen bekommt und die Bundesnetzagentur teilt die Frequenzen technisch zu.“ Derzeit stünden allerdings keine geeigneten Frequenzressourcen zur Verfügung. Der hr habe zudem keine Möglichkeit, Frequenzen unter seinen Programmangeboten neu aufzuteilen.
“Korrigierend darf ich zudem anmerken, dass hr-iNFO durchaus in ländlichen Gebieten zu empfangen ist,“ erklärte Tobias Häuser. Fast im gesamten Gebiet Südhessens, einschließlich Rhein-Main, ebenso in weiten Teilen Ost-, Mittel- und Nordhessens sei das Programm zu hören. Autofahrer könnten mittlerweile von Viernheim über Gießen und Marburg bis Korbach hr-iNFO empfangen. Dennoch bemühe sich der hr fortwährend um eine Verbesserung der Empfangssituation für hr-iNFO. |
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