DJV fordert Reform des Urhebervertragsrechts
Würzburg, 23.04.2012 - Der Deutsche Journalisten-Verband hat den Gesetzgeber aufgefordert, das Urhebervertragsrecht weiter zu entwickeln. Ziel müsse sein, die strukturelle Unterlegenheit der Urheber in Vertragsverhandlungen mit Verwertern zu überwinden und ihren Anspruch auf angemessene Vergütung zu sichern. Die Forderung ist Teil einer DJV-Stellungnahme zum Urheberrecht in der digitalen Gesellschaft, die der Gesamtvorstand des DJV am heutigen Montag in Würzburg einstimmig verabschiedet hat.
In dem Papier unterstreicht Deutschlands größte Journalistenorganisation neben dem Änderungsbedarf im Urheberrecht die Bedeutung der Arbeit der Verwertungsgesellschaften für die Urheber. Um die Rechte der Urheber so umfassend wie möglich wahrzunehmen, seien die Verwertungsgesellschaften unverzichtbar. Alternative Bezahlmodelle urheberrechtlich geschützter Werke wie etwa die so genannte Kulturflatrate werden in der DJV-Stellungnahme hinterfragt. Das Papier betont, dass auf vorhandene Strukturen der Verwertung von Werken nicht verzichtet werden könne. Allein mit einer Kulturflatrate oder vergleichbaren Bezahlsystemen sei keine angemessene Vergütung für die Urheber zu erzielen.
Aus Sicht des DJV müssen die Urheber im Netz in gleichem Maße geschützt werden wie etwa in ihrem Verhältnis zu Verlagen oder Sendern. Die leichtere Nutzbarkeit der Werke im Internet könne keinen schwächeren Urheberschutz rechtfertigen. Auch die des Öfteren geforderte Verkürzung der Schutzfristen sei nicht im Interesse der Urheber.
Die DJV-Stellungnahme zum Urheberrecht ist in der Infothek auf der DJV-Homepage unter http://www.djv.de/Urheberrecht.2874.0.html zu finden. +++
"Wächterpreise der Presse 2012" an Handelsblatt, Rhein-Zeitung und Barbara Schönherr (Tagesspiegel)
BAD VILBEL 30.03.2012 - Die Stiftung „Freiheit der Presse“ (Bad Vilbel) hat über die diesjährigen "Wächterpreise der Preisse" entschieden. Das "DokZentrum ansTageslicht.de" an der HAW Hamburg wird die ausgezeichneten Arbeiten bis zum 16. Mai, dem Tag der Preisverleihung im Frankfurter Römer, dokumentieren.
Der erste Preis 2012 wurde an die Redakteure Martin BUCHENAU, Jürgen FLAUGER und Sönke IWERSEN vom Handelsblatt verliehen: Für ihre - mit verschiedenen journalistischen Stilmitteln - minutiös und sauber recherchierten Umstände des Ankaufs von 45% der Aktienanteile am Energieversorger EnBW durch das Land Baden-Württemberg unter seinem damaligen Ministerpräsidenten Stefan MAPPUS (CDU). Kaufpreis: knapp 5 Mrd. Euro. Dieser Deal entpuppt sich inzwischen als Milliardengrab für das Land. Profitiert hat vor allem ein Freund des Ex-CDU-Politikers, ein Investmentbanker. Nun versucht ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuss im Stuttgarter Landtag dieses merkwürdige Geschäft aufzuklären.
Der zweite Preis geht an die Chefreporterin der Rhein-Zeitung in Koblenz, Ursula SAMARY. Sie hat seit 2007 bis heute die „rechtswidrige“ Besetzung der Präsidentenstelle am Oberlandesgericht (OLG) Koblenz verfolgt und an die Öffentlichkeit gebracht, die von der SPD-geführten Landesregierung aus politischen Gründen durchgesetzt worden war. Ministerpräsident Kurt BECK (SPD) und sein Justizminister (SPD) mussten die Aktion wieder rückgängig machen – eine peinliche Schlappe, die die Landesregierung offensichtlich umgehen wollte: durch Auflösung eben dieses OLG bzw. durch Fusionierung mit einem anderen Oberlandesgericht. Jetzt sind Fachöffentlichkeit und Zivilgesellschaft alarmiert und protestieren. Der Fall ist (noch) nicht ausgestanden.
Mit dem dritten Preis wird die freie Mitarbeiterin Barbara SCHÖNHERR vom Tagesspiegel, Berlin, ausgezeichnet. Sie hat in gründlicher und sachkundiger Recherche den ausufernden Missbrauch von staatlichen Geldern im Rahmen der sogenannten Familienhilfe durch Freie Träger aufgezeigt und das System offengelegt: Wer wenig effizient arbeitet, verdient dabei am meisten. In Berlin teilten sich im Jahr 2010 insgesamt 785 Freie Träger einen Kuchen von 408 Millionen Euro.
Der Wächterpreis für Volontäre geht an Ines FUCHS, „Badische Zeitung“, Freiburg, für ihre Reportage über die Ausnutzung der Gutgläubigkeit alter Menschen. Sie werden z.B. von skrupellosen Verlagen unter Vorspiegelung nicht vorhandener Gewinnchancen zu völlig unsinnigen Käufen verleitet und verlieren dabei viel Geld. Im konkreten Fall geht es um Readers Digest und 20.000 Euro.
Das DokZentrum wird alle ‚ausgezeichneten’ Geschichten sowie das Making-of und die Geschichten hinter diesen Geschichten rekonstruieren. Mit der Dokumentation der vier aktuellen Geschichten im Mai werden dann insgesamt 10 Jahrgänge an Wächterpreisgeschichten (2003 bis 2012) umfassend aufbereitet und online zugänglich sein: unter www.waechterpreis.de bzw. auch ww.ansTageslicht.de/Waechterpreisarchiv
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Das "DokZentrum ansTageslicht.de" (www.ansTageslicht.de) ist ein Kooperationsprojekt zwischen Wissenschaft und Praxis, derzeit an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW), Hamburg, angesiedelt. Regelmäßige News und permanent aktuelle Informationen aus der Welt des investigativen Journalismus und wie sich hintergründige Recherchen und Informationen auf unser Leben auswirken, finden sich unter www.facebook.com/ansTageslicht.de.
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DJV plädiert für effektiven Urheberschutz
BERLIN 13.03.2012 - Der Deutsche Journalisten-Verband hat dafür plädiert, den Schutz der berechtigten Interessen von Urhebern auszubauen. Dazu gehöre ein Urhebervertragsrecht, das die Angemessenheit der Vergütung für Urheber wirklich sichern könne. Zahlreiche Verfahren des DJV wegen Allgemeiner Geschäftsbedingungen der Verlage zeigten den Änderungsbedarf plastisch auf. "Ebenso wenig akzeptabel ist, dass Zeitungsverlage gegen die für sie geltenden Gemeinsamen Vergütungsregeln verstoßen", erklärte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Hier müsse gesetzlich nachgebessert werden, wenn die Verlage ihrer Verantwortung nicht gerecht würden.
Eine klare Absage erteilte der DJV-Vorsitzende in dem Zusammenhang Vorstellungen, die einen effektiven Rechtsschutz für Urheber im Netz behindern wollten. Der Schutz des geistigen Eigentums sei auch künftig eine der unverzichtbaren Grundlagen journalistischer Berufsausübung. "Viele freie Journalistinnen und Journalisten haben jetzt schon Mühe, von ihrer Arbeit zu leben. Eine ausschließlich an den Bedürfnissen der Verwerter orientierte Entwicklung des Urheberrechts lehne der DJV ebenso ab wie eine Novellierung, die - wie etwa in der Debatte um die Schutzfristen - nur die Interessen der Internetuser im Fokus habe.
Der DJV-Vorsitzende begrüßte die klaren Worte von Kulturstaatsminister Bernd Neumann, der vor einigen Tagen auf den Schutz der Urheber in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen verwiesen hat. Danach hat jede Person das Recht auf Schutz der geistigen und materiellen Interessen, die ihr als Urheber von Werken der Wissenschaft, Literatur oder Kunst erwachsen. Konken: "Jede Nutzung setzt eine angemessene Vergütung voraus. Dieser Grundsatz des Urheberrechts darf nicht zur leeren Worthülse verkommen." +++
DJV kämpft für Erstattung der Downloadgebühren
BERLIN 05.03.2012 - Der DJV sieht im Ersatz von Auslagen einen legitimen Anspruch von Bildjournalisten. Fotografen müssen zum Teil erheblichen Aufwand betreiben, um ihre Bilder für Server, Portale und Bildverschlagwortung bereitzustellen. Auf diesen Kosten dürfen sie nicht sitzen bleiben. Mit Unverständnis reagierte der DJV auf ein Schreiben des Axel Springer-Verlags, in dem angekündigt wird, die Zahlung der branchenüblichen Downloadgebühren in diesem Jahr um die Hälfte kürzen und 2013 ganz abschaffen zu wollen.
Die Verlage sind zur Erstattung von Auslagen verpflichtet. Das schreiben die Vergütungsregeln für hauptberufliche Journalisten an Tageszeitungen ebenso vor wie der Tarifvertrag für arbeitnehmerähnliche Journalisten. Im Übrigen ergibt sich ein Anspruch auf Auslagenersatz auch aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch. Der DJV hat deshalb alle Bildjournalisten aufgefordert, sich gegen die einseitige Vorgehensweise des Springer-Verlags gemeinsam mit dem DJV zu wehren. Was freie Bildjournalisten tun können, steht auf den Seiten des DJV-Bildjournalistenblogs.
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Selbstbewusstes Plädoyer für mehr Qualitätsjournalismus
Berlin, 3.02.2012 - Mit dem Appell an alle Journalistinnen und Journalisten, sich aktiv für ein Mehr an Qualität im Journalismus einzusetzen, endete am heutigen Nachmittag in Berlin der DJV-Kongress "Wert des Journalismus". Einig waren sich die über 100 Teilnehmer darin, dass es größerer Anstrengungen bedarf, insbesondere junge Menschen an die Nutzung von Medien heranzuführen. In der Verantwortung stünden neben den Medienunternehmern, die mehr in die Redaktionen investieren müssten, die eigenen Kollegen, die auch gegen Widerstände in ihren Redaktionen für hart recherchierte Berichte kämpfen müssten. Ulrike Kaiser, stellvertretende DJV-Bundesvorsitzende, stellte die Bedeutung der Wertediskussion dar: "Die Qualität des Journalismus macht seinen Wert aus."
Der Kongress "Wert des Journalismus", den der DJV gemeinsam mit der Bayerischen Landesvertretung in Berlin durchführte, wurde am gestrigen Donnerstag mit einem Impulsreferat von Hans Leyendecker von der Süddeutschen Zeitung eröffnet. Leyendecker forderte die Journalisten auf, sich den Blick für gute Geschichten zu erhalten. Der Titel seines Referats: "Aufklärung ist Pflicht, nicht Kür." Der Medienwissenschaftler Michael Haller machte am Vormittag deutlich, dass nicht allein eine gute Finanzausstattung der Redaktionen für Qualität bürge. Eine Schlüsselrolle komme den Journalisten bei Themenaufbereitung und Bildsprache zu.
Den Praxisbezug des Kongresses boten drei Workshops über Online-Journalismus, Lokaljournalismus und Journalistenausbildung. Verlagsrendite contra Qualitätsanspruch lautete der Titel einer Podiumsdiskussion am Nachmittag. Verlagsmanager von Springer und WAZ und Journalistinnen und Journalisten diskutierten über unterschiedliche Erwartungen in Chefetagen und Redaktionen sowie über die künftigen Herausforderungen an Medienunternehmen.
Der DJV wird den Kongress "Wert des Journalismus" in Kürze auf seiner Homepage www.djv.de dokumentieren. Über den Start der Dokumentation informieren die wöchentlich erscheinenden DJV-news. +++
DJV: Einschränkung der Pressefreiheit bei Berichterstattung aus Parlamenten?

WIESBADEN 02.02.2012 Die seit Jahresanfang geltende Änderung in der Hessischen Gemeindeordnung (HGO), dass (…) in öffentlichen Sitzungen der Stadtverordnetenversammlungen Film- und Tonaufnahmen durch die Medien (…) zulässig sind (§ 52 Abs. 3 HGO), verleitet offenbar zu Entscheidungen, die die Pressefreiheit einschränken. Dies befürchtet Hans U. Heuser, Vorsitzender des Deutschen Journalistenverbandes (DJV) Landesverband Hessen.
Kommenden Freitag (03.02.) soll von der Stadtverordnetenversammlung in Karben (Wetteraukreis) eine einschlägige Geschäftsordnung verabschiedet werden, wonach lediglich ein (!) Pressevertreter zugelassen werden kann. Die Auflage, dass dieser sein Bild- und Tonmaterial anderen Medienvertretern zur Verfügung stellen müsse, sei nur vordergründig eine „beruhigende Maßnahme“. Wesentlich ist, dass hierdurch andere Medienvertreter bzw. andere Sichtweisen ausgeschlossen würden, wodurch die Pressevielfalt immer mehr abnehmen werde. Hierdurch werde das gesetzgeberische Ziel des Landesparlaments eigentlich ad absurdum geführt, kritisierte Heuser gestern in Wiesbaden.
Demgegenüber forderte Heuser ein Mehr an Transparenz in öffentlichen Beratungen von den gewählten Vertretern in den Stadtverordentenversammlungen und Gemeindevertretungen. Anderenfalls erscheine das häufige Lamento vieler Kommunalpolitiker über Politikverdrossenheit weiter Bevölkerungsteile wenig glaubwürdig. +++
Die besten Pressefotos 2011 jetzt bei der 1822 zu sehen
Frankfurt am Main, 9.1.2012. Fünf Jahre Fotopreis Hessen/Thüringen, vier Jahre Ausstellung in der Frankfurter Sparkasse von 1822. Auch in diesem Jahr sind wieder die besten Arbeiten der Pressefotografen aus Hessen und Thüringen zu sehen. 56 ausgewählte Fotos aus den Sparten Menschen & Momente, Kultur & Gesellschaft, Sport & Freizeit, Umwelt & Natur, Technik & Verkehr, dazu Beste Serie und das Sonderthema „Das Frauenbild von heute“ werden im Foyer der Sparkasse (unser Foto oben links von Axel Häsler) ausgestellt.
Eine unabhängige Jury aus Experten und der Landesverbände Hessen und Thüringen des Deutschen Journalistenverbandes beurteilten über 700 Einsendungen der Pressejournalisten.
Verliehen wurden Preise im Gesamtwert von 6.500 Euro. Hauptsponsor ist die Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen.
Der Wettbewerb steht unter der Schirmherrschaft des Hessischen Landtagspräsidenten, Norbert Kartmann und der Thüringischen Landtagspräsidentin, Birgit Diezel.
Die Ausstellung wird bis zum 8. Februar gezeigt während der Schalterstunden Montag bis Mittwoch und Freitag von 9 bis 16 Uhr und Donnerstag, 9 bis 18 Uhr in der Hauptstelle in der Neuen Mainzer Straße 47-53 in Frankfurt am Main.
Weitere Stationen der Wanderausstellung sind Erfurt (Thüringer Landtag), Gotha, Berlin und Wiesbaden.
Nach BVG-Entscheidung:
Telekommunikationsüberwachung erschwert journalistische Arbeit
Berlin, 07.12.2011 Der Deutsche Journalisten-Verband bedauert die heute bekannt gewordene Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Verfassungsmäßigkeit von Vorschriften zu strafprozessualen Ermittlungsmaßnahmen. Das Gericht stellt fest, dass der Gesetzgeber nicht verpflichtet sei, Journalistinnen und Journalisten denselben Schutz als Berufgeheimnisträger zu gewähren, wie Abgeordneten oder Rechtsanwälten.
Der DJV sieht damit die Arbeit der Journalistinnen und Journalisten deutlich erschwert, da sie den Schutz ihrer Informanten während laufender Ermittlungsmaßnahmen nicht mehr gewährleisten können. Denn Journalisten müssen nach dem heutigen Beschluss in Deutschland weiterhin damit rechnen, dass Strafverfolgungsbehörden beispielsweise ihre Verbindungsdaten ermitteln können, auch wenn sie ein Zeugnisverweigerungsrecht haben. Fast alle verdeckten oder offenen Ermittlungsmaßnahmen sind unter der Voraussetzung einer Verhältnismäßigkeitsprüfung zulässig, ausgenommen Redaktionsdurchsuchungen, Beschlagnahme von Material und Abhören von Telefongesprächen. Ein Zugriff auf alle elektronischen Kontakte von Journalisten wirkt für Informanten abschreckend, da ihre Anonymität nicht mehr gesichert ist. „Informanten müssen ihre Enttarnung befürchten, wenn ein Journalist in das Visier der Ermittler gerät“, so DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken.
Das Bundesverfassungsgericht hat nur Abgeordnete, Geistliche und Rechtsanwälte von solchen Ermittlungsmaßnahmen ausgenommen, soweit ihr Zeugnisverweigerungsrecht reicht. Die anderen Berufsgeheimnisträger, etwa Journalisten, Ärzte und Steuerberater unterfallen dieser Regelung nicht. Damit hat das Gericht die Neuregelung bzw. Änderung einzelner Vorschriften der Strafprozessordnung durch das Gesetz zur Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung vom 21. Dezember 2007 als verfassungsgemäß bestätigt. Der DJV wird sich weiterhin beim Gesetzgeber dafür einsetzen, den notwendigen Schutz journalistischer Quellen zu erreichen. Diese dürfen nicht versiegen. DJV-Vorsitzender Michael Konken: „Werden Presse und Rundfunk blind, kann die Demokratie Schaden nehmen.“
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Der Presseausweis 2012 - jetzt beantragen!
Berlin, 30.11.2011 Er steckt in den Taschen zehntausender professioneller Journalisten – und nur in deren Taschen: der Presseausweis. Ob Sie als Journalist frei recherchieren wollen und dafür Zugang zu Veranstaltungen, gesperrten Geländen oder Informationen benötigen oder ob Sie als Veranstalter oder Institution sicher sein wollen, dass Sie es tatsächlich mit professionellen Journalisten zu tun haben: Der Presseausweis hilft Ihnen weiter. Ab sofort kann der Presseausweis 2012 bestellt werden.
Der Presseausweis wird ausschließlich von den sechs Medienverbänden Deutscher Journalisten-Verband (DJV), Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju), Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), Freelens und Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) ausgestellt – und zwar nur an hauptberuflich tätige Journalistinnen und Journalisten. Genau deshalb ist er anerkannt, anerkannt bei Behörden, in den Reihen der Polizei und bei vielen Unternehmen.
Der Presseausweis 2012 kann ab sofort bei den Verbänden beantragt werden. Antragsformulare gibt es für Mitglieder des DJV Hessen und Nichtmitglieder u.a. auf der folgenden Website: http://www.hjvonline.de/Seiten/Service/Service.htm.
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„Bilder mit hohem Symbolcharakter“ – Preisverleihung auf der Wartburg
EISENACH 25.11.2011 „Es macht schon einen Unterschied, ob ausgebildete Fotografen oder Laien auf den Auslöser drücken“ stellte die Thüringer DJV-Landesvorsitzende Anita Grasse am gestrigen Donnerstagabend (24.11.) bei der offiziellen Bekanntgabe der Preise und Anerkennungen für das PresseFoto 2011 vor rund 80 Gästen im Festsaal der historischen Wartburg (Eisenach) fest. Auch in Zukunft müsse das Handwerk der Fotografie und damit auch die Handwerker und Künstler die Anerkennung bekommen, die sie verdienten.

Zahlreiche Gäste waren zur Feierstunde auf die Wartburg gekommen. Neben den Fotografen besonders die Schirmherren wie die Präsidentin des Thüringer Landtages Birgit Dietzel sowie für den verhinderten Landtagspräsidenten aus Hessen, Norbert Kartmann, der Landtags-Direktor Peter von Unruh sowie von den Hauptsponsoren Dr. Michael Auge (Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen), Jörg Brönner (DKV Deutsche Krankenversicherung) und Ulrich Isselbächer. Mit dabei auch mehrere Vertreter von benachbarten DJV-Landesverbänden.
„Bilder mit hohem Symbolcharakter“ wurden im Laufe der einstündigen Veranstaltung ausgezeichnet, wobei die Preise von den Sponsoren bzw. durch Anita Grasse und den hessischen DJV-Landesvorsitzenden Hans-Ulrich Heuser überreicht wurden. Knapp 70 Fotografen hatten einer Jury über 700 Bilder zur Auswahl vorgelegt – und die Ergebnisse können sich sehen lassen. Besonders das „Foto des Jahres 2011“ fand großen Zuspruch – und der Fotograf Thomas Lohnes (Pfungstadt), Redakteur bei dpad, freute sich über diese Auszeichnung.
Lesen Sie Anfang kommende Woche einen ausführlicheren Bericht mit Fotos von der Wartburg. Als „kleinen Appetizer“ nachfolgend ein VIDEO-Interview mit dem Siegerfotografen Thomas Lohnes, geführt von Hans-Hubertus Braune (red). +++


PresseFoto Hessen-Thüringen 2011
Thomas Lohnes ist Sieger des Fotowettbewerbs
ERFURT, 24.11.2011 Thomas Lohnes, Redakteur von dapd, ist Sieger des Wettbewerbs
„PresseFoto Hessen-Thüringen 2011“. Sein Foto „Fan-Tränen“ beeindruckte die elf
renommierten Jurymitglieder am meisten. Ein Fan der Frankfurter Eintracht ist nach dem
letzten Heimspiel der Bundesligasaison auf den Platz gestürmt und kniet heulend an der
Mittellinie. Thomas Lohnes wohnt in Pfungstadt und erhält den mit 2.000 € dotierten Preis
„Foto des Jahres 2011“ – gestiftet von der Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen –
heute auf der Wartburg in Eisenach.

Die veranstaltenden Landesverbände Hessen und Thüringen des Deutschen Journalisten-
Verbandes (DJV) verleihen im Wappensaal des Hotels auf der Wartburg weitere Preise und
Anerkennungen in sieben Kategorien.
Die „Beste Serie“ kommt von Marco Kneise, Redakteur der Thüringer Allgemeine. Seine
Bilder sind auf dem Alperstedter See bei Erfurt entstanden und zeigen Lukas Jahn, der mit
seiner Jolle „GehtAbWieNix“ kenterte. Der Preis in Höhe von 1.000 € wird gestiftet von der
DKV Deutsche Krankenversicherung AG.
Ebenfalls 1.000 € gibt es für den Preis in der Kategorie „Sonderthema: Das Frauenbild von
heute“. Gewonnen hat ihn der aus Erfurt stammende Marco Kneise mit seinem Foto
„Allgegenwärtig“. Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht ist auf einem
Hintergrund-Bildschirmfoto zu sehen. Den Preis stiftet die Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-
Thüringen.
Sieger in der Kategorie „Menschen & Momente“ ist der freie Journalist Bernd Georg aus
Offenbach. Er wird für sein Foto „Multifunktional“ mit einem Preisgeld in Höhe von
500 € geehrt - gestiftet von der DKV Deutsche Krankenversicherung AG.
Der aus Riechheim bei Erfurt stammende Sascha Fromm, Redakteur der Thüringer
Allgemeine, ist der Sieger in der Kategorie „Sport & Freizeit“. Er erhält das Preisgeld von
500 € - gestiftet von den DJV-Landesverbänden in Hessen und Thüringen – für sein Foto
„Foto-Finish“.
Wolfgang Hörnlein, freier Journalist aus Reichelsheim, heißt der Sieger in der Kategorie
„Kultur & Gesellschaft“. Für den Schnappschuss „Opferverein Glasbrechen/nächtliche
Plakataktion“ gibt es eine Kamera, gestiftet von Herrn Ullrich Isselbächer.
In der Kategorie „Umwelt & Natur“ geht das Preisgeld von 500 € - gestiftet von der DJVVerlags-
und Service GmbH – an Alexander Volkmann aus Anrode, der als Redakteur bei der
Thüringer Allgemeine tätig ist. Sein Foto „Wintereinbruch“ überzeugte die Jury am meisten.
Das beste Foto in der Kategorie „Technik & Verkehr“ gelang nach Ansicht der Jury Hans
Dieter Erlenbach, Redakteur beim Darmstädter Echo, aus Raunheim. Für sein Foto
„Abgehoben“ gibt es ebenfalls 500 € - gestiftet von der DJV-Verlags- und Service GmbH.
An dem zum fünften Mal ausgeschriebenen Wettbewerb beteiligten sich 69 hauptberufliche
Journalistinnen und Journalisten, die fast 700 Fotos einreichten. Der Wettbewerb steht unter
der Schirmherrschaft der Thüringer Landtagspräsidentin, Birgit Diezel, und des Hessischen
Landtagspräsidenten, Norbert Kartmann.
Hauptsponsor des Fotowettbewerbs ist die Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen.
Unterstützt werden die beiden veranstaltenden DJV-Landesverbände durch die DKV
Deutsche Krankenversicherung AG und die DJV-Verlags- und Service GmbH.
Das Foto des Jahres sowie die Siegerfotos in den einzelnen Kategorien können unter http://www.hjvonline.de/Seiten/Landesverband/PressefotoDownload.html abgerufen werden. Die Fotos sind im Zusammenhang mit der Berichterstattung über den Wettbewerb
„PresseFoto Hessen-Thüringen 2011“ zur Veröffentlichung frei. +++








DJV-Verbandstag: „Den Wert des Journalismus verteidigen“
WÜRZBURG. 09.11.2011 „Das war ein klares Signal für Qualitätsjournalismus“. Mit dieser Feststellung endete am Mittwochnachmittag nach knapp 48-stündiger Dauer der DJV-Verbandstag 2011 im Congress Centrum Würzburg. Seit Montagnachmittag hatten knapp 300 Delegierten aus den Landesverbänden und als Vertreter von 38.000 Kolleginnen und Kollegen diskutiert, gestritten und abgestimmt. Ein wahrer Entscheidungsmarathon, dessen Ende sogar schneller kam als eingeplant. Weit über 150 Anträge und Resolutionen zu verschiedenen Themen aus Journalismus, Medien- und Tarifpolitik standen auf der Agenda des DJV-Konvents mit Neuwahlen, wobei sich der Wert des Journalismus, die Tarifpolitik der Zukunft und Verhaltensregeln wie ein roter Faden durch die Themen zog. Im Jahr 2012 (zweite November-Woche) wird der DJV-Verbandstag in Kassel abgehalten und der Landesverband Hessen Gastgeber sein.
Mehr Pressefreiheit gefordert
Mit einer kämpferischen Rede hatte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken den Verbandstag in Würzburg eröffnet. Den größten Teil seiner Rede nahm die Pressefreiheit ein. Konken forderte den Bundestag auf, das vom Kabinett verabschiedete Gesetz zur Stärkung der Pressefreiheit zu verabschieden: "Handeln Sie endlich! Journalisten müssen davor geschützt sein, wegen Beihilfe zum Geheimnisverrat strafrechtlich zur Verantwortung gezogen zu werden." Der DJV-Vorsitzende kritisierte die zahlreichen Einschränkungen der Pressefreiheit. Als Beispiele nannte er etwa Online-Durchsuchungen und Vorratsdatenspeicherung.
Klare Worte richtete der DJV-Vorsitzende auch an die Medienunternehmer, deren Profitstreben die Pressefreiheit auszuhöhlen drohe: "Die Meinungsvielfalt ist eines der wichtigsten Qualitätsmerkmale der deutschen Medienlandschaft. Sie darf nicht kurzfristigen Gewinninteressen einzelner Medienunternehmen geopfert werden." Konken dankte in dem Zusammenhang den zahlreichen Journalistinnen und Journalisten, die sich in diesem Jahr aktiv an den Tarifauseinandersetzungen mit den Verlegern für faire Tarifverträge beteiligt haben.
Justizministerin betont „Primat der Pressefreiheit“
Der Besuch von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger war ein besonderes Ereignis kurz nach der Eröffnung des Verbandstages. In ihrer 30-minütigen Rede und der anschließenden fast einstündigen Diskussion mit den Journalisten verurteilte sie die zahlreichen Verstöße gegen die Pressefreiheit in aller Welt verurteilt. Sie forderte einen stärkeren Einsatz für die freie Presse und betonte die wichtige Rolle der Medien bei der Aufdeckung von Skandalen: "Die Medien sind die wichtige vierte Gewalt in Deutschland." Die Politik müsse die rechtlichen Rahmenbedingungen für die freie Presse schaffen. "Der Staat darf nicht einmal den Eindruck erwecken, Journalisten von kritischer Recherche abhalten zu wollen."
Vehement setzte sich Leutheusser-Schnarrenberger für den Gesetzentwurf ihres Ministeriums zur Stärkung der Pressefreiheit ein. Nur so seien Durchsuchungen und Beschlagnahmen bei Journalisten auf Dauer zu verhindern. Sie zeigte sich zuversichtlich, dass die Koalition im kommenden Frühjahr dem Gesetz zustimmen werde. Eine klare Absage erteilte sie hingegen gesetzlich verordneten Netzsperren.
Die Justizministerin wiederholte in Würzburg ihre Kritik an einer anlasslosen Vorratsdatenspeicherung. So lange die Überprüfung der Datenspeicherung auf europäischer Ebene nicht abgeschlossen sei, müsse Deutschland mit einer isolierten Gesetzgebung warten. Weiterhin unterstützte die FDP-Politikerin im Zusammenhang mit dem Einsatz des so genannten Bundestrojaners die Forderung des DJV nach einer lückenlosen Aufklärung. "Wir müssen politisch diskutieren, ob sich diese Technik auf den Zweck ihres Einsatzes begrenzen lässt."
Michael Konken als Vorsitzender wiedergewählt
Für weitere zwei Jahre bleibt Michael Konken DJV-Bundesvorsitzender. Die rund 290 Delegierten bestätigten den Journalismus-Dozent aus Wilhelmshaven mit fast 90 Prozent der Stimmen im Amt. Mit Konken steht seit 2003 an der Spitze von Europas größter Journalistenorganisation. Nur wenige Stimmen erhielt der als Gegenkandidat aufgetretene Brandenburger DJV-Vorsitzende Hans Werner Conen. Mit überwältigender Mehrheit wurden auch die freien Journalisten Ulrike Kaiser und Michael Anger als Konkens Stellvertreter wiedergewählt.
Als neuer Schatzmeister gehört der freie Journalist und Sachbuchautor Frank Überall aus Köln dem DJV-Bundesvorstand an. Zu Beisitzern wurden die freie Journalistin Kathrin Konyen aus Neu-Ulm, der Zeitungsredakteur Wolfgang Grebenhof aus Franken und der Online-Redakteur Peter Jebsen aus Hamburg gewählt.
DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken sagte nach den Vorstandswahlen: "Vor uns liegen große Herausforderungen. Hauptaufgabe ist, den Wert des Journalismus zu verteidigen." Konken kündigte an, dass der neue Vorstand zügig mit seiner Arbeit beginnen werde. Als Zeichen der Solidarität mit den seit über 70 Tagen streikenden Kolleginnen und Kollegen des „Schwarzwälder Boten“ findet die konstituierende Sitzung des DJV-Bundesvorstands Anfang Dezember in Oberndorf statt. Außerdem gab es von mehreren Landesverbänden und den Delegierten Spenden von 5.000 Euro zur Unterstützung der streikenden Kolleginnen und Kollegen.
DJV für faire Tarifverträge und Konditionen für Freie
Der DJV setzt auch weiterhin auf Flächentarifverträge für die Journalistinnen und Journalisten in den deutschen Medienunternehmen. Dieses Fazit zog der Verbandstag in der Debatte über die Tarifpolitik und die Lage der freien Journalistinnen und Journalisten. Deutliche Kritik übten die Delegierten an den Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen, die sich der Tarifbindung entziehen und ihre Beschäftigten in untertarifliche Bedingungen zu zwingen versuchen. Der DJV werde sich verstärkt um geeignete Wege bemühen, tarifflüchtige Verlage wieder in die Tarifbindung zu bewegen, stellten die Delegierten klar.
Parallel dazu will der DJV Strategien entwickeln, "die den veränderten Strukturen im Tageszeitungsbereich Rechnung tragen und eine Antwort auf die Erosion des BDZV liefern", wie es im tarifpolitischen Leitantrag des DJV-Verbandstags wörtlich heißt. Als wichtiges Ziel noch vor der nächsten Tarifrunde in zwei Jahren wurde die Integration der Online-Journalisten in die Tarifverträge formuliert.
Von der Bundesregierung verlangt der DJV, die Kürzung des Gründungszuschusses zurück zu nehmen und die Hilfe für den Start in die Freiberuflichkeit wieder neun Monate lang zu gewähren. Gegenüber den Verlegern will sich der DJV dafür stark machen, dass die Gemeinsamen Vergütungsregeln für freie Zeitungsjournalisten endlich flächendeckend angewandt werden - zur Not auch mit rechtlichen Schritten. Weiterhin wird der DJV gegen Verlage vorgehen, die ihre Freien in urheberfeindliche AGB zwingen wollen. Das von den Verlegern geforderte Leistungsschutzrecht will der DJV "nur zu gerechten Bedingungen für die Urheber" akzeptieren, wie es in einem Antrag heißt.
DJV gegen nachträgliche Autorisierung von Interviews
Unter den zahlreich verabschiedeten „Papieren“ befand sich auch „Resolution Nr.11“, die von drei Delegierten aus Hessen und Thüringen eingebracht wurde. Sie erhielt große Zustimmung, denn der DJV spricht sich damit gegen die Versuche von Sportlern und ihren Managern aus, aufgezeichnete Interviews im Nachhinein autorisieren und wesentlich verändern zu wollen. Verlage und Sportjournalisten sollten diese Praxis keinesfalls akzeptieren, lautet der Appell des Verbandstages.
Und es gab zur „Krise der Medien“ auch eine mit großer Mehrheit beschlossene „Würzburger Erklärung“. Neue Rahmenbedingungen müssten dafür sorgen, dass der Journalismus nicht länger ausschließlich für den wirtschaftlichen Erfolg von Verwertern und Aggregatoren „missbraucht“ werde, heißt es in dem Papier. Gefordert wird auch ein „umfassender rechtlicher Schutz“ gegen den Ausverkauf von Urheberrechten sowie Mindesthonorare auf der Basis gemeinsamer Vergütungsregeln. (djv/ma) +++
Sechstes Herbstforum der Initiative Qualität:
Qualität im Blick - Medienkritiker und Ombudsleute
10.10.2011 BERLIN. Die Qualität des Journalismus hängt wesentlich davon ab, wie kritisch die Medien sich selbst betrachten, wie transparent sie die eigene Branche darstellen und wie sie öffentlich mit Kritik umgehen. Beim Sechsten Herbstforum der Initiative Qualität im Journalismus (IQ) loteten Wissenschaftler und Journalisten am 10. Oktober in Berlin die Potenziale von Medienkritik und Medien(selbst)kontrolle aus. Am Rande der Veranstaltung gründeten Leseranwälte und Ombudsleute deutscher Zeitungsverlage eine Arbeitsgemeinschaft, in der Erfahrungen ausgetauscht und neue Modelle entwickelt werden sollen, um Plattformen und Verfahren für den Umgang mit Leserbeschwerden zu schaffen.
Willi Steul betonte als Intendant des Deutschlandradios in einem Grußwort, wie wichtig die kontinuierliche Qualitätssicherung für den Journalismus ist. Dabei komme auch der Medienkritik eine wichtige Funktion zu. Bei einer Panel-Diskussion gaben Medienfachjournalisten Einblicke in ihre tägliche Arbeit. Dabei schilderten sie, ihr wichtigstes Ziel sei es, das Me-diengeschehen transparent abzubilden. Die Redaktionsleiter von epd medien und Funkkorrespondenz, Diemut Roether und Dieter Anschlag, berichteten, eine kontinuierliche und gründliche Analyse der Branche falle angesichts sinkender Etats und schrumpfender Redaktionen immer schwerer.
Ulrike Simon, die für die Berliner Zeitung und die Frankfurter Rundschau schreibt, kritisierte, manchmal würden Medienseiten oder -magazine auch instrumentalisiert, um für eigene medienpolitische Ziele zu kämpfen. Als Beispiel dafür nannten die Fachjournalisten bei der Expertendiskussion Themen wie Rundfunkgebühren, Tagesschau-App oder auch der Verflechtung großer Medienkonzerne. Sissi Pitzer, die für das Medienmagazin des Bayerischen Rundfunks verantwortlich ist, empfahl eine zurückhaltende Berichterstattung in eigener Sache. "Man sollte einen Unterschied machen, wenn man selbst betroffen ist oder der Verdacht entstehen könnte, dass man vom eigenen Haus missbraucht wird", warnte schließlich Ulrike Simon.
Tobias Eberwein, der sich als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Journalistik der TU Dortmund mit dem Thema Medienkritik beschäftigt, erklärte, vor allem das Internet könne sich als wertvolle Aufklärungsplattform in Medienfragen erweisen. In vielen Fällen fehle es aber noch an geeigneten Angeboten, die zum Korrektiv werden könnten, wenn die Branche zu wenig oder verzerrt über sich selbst informiere. "Ich finde, dass viel zu wenig erklärt wird", forderte Daniel Fiene, Medienfachjournalisten müssten noch konsequenter aus der Sicht der Mediennutzer berichten. Der Gründer des Blogs "Was mit Medien" produziert unter anderem wöchentlich ein halbstündiges Audio-Magazin emen. Es gehe darum Zusammenhänge zu erklären. Genau dies aber sei schwierig, wenn es um komplexe Themen gehe, die Namen wie "Rundfunkänderungsstaatsvertrag" oder "Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten" tragen, wandte Dieter Anschlag ein.
Wie zeitgemäßer Journalismus in Zeiten von Web 2.0 und Online-Communities aussehen kann, zeigten in Berlin Céline Lauer und Silke Mülherr. Beide entwickelten in der Axel-Springer-Akademie Ideen und Konzepte, die beweisen, dass crossmediale Aufbereitung die journalistische Qualität verbessern kann. So zeigte etwa die Jungredakteurin Céline Lauer Beispiele für digitales Storytelling. Dabei werden Texte im Internet um Bild- und Audio-Elemente angereichert. Hinzu kommen interaktive Grafiken und Flash-Animationen ("Gamification"). Silke Mülherr, die bei der Axel-Springer-Akademie als Volontärin arbeitet, stellte ein Online-Projekt vor, bei dem während der Fußballweltmeisterschaft 2011 Reportagen und Berichte allein auf der Grundlage öffentlich zugänglicher Social-Media-Quellen erstellt worden waren. Twitter oder Facebook böten meist schneller vielfältigeres Material als dies andere Quellen könnten. Hinzu kämen geringe Kontaktkosten und ein große Transparenz durch Interaktionsmöglichkeiten - Social Media als wertvolle Ergänzung zu klassischen Quellen.
Wichtig für die journalistische Qualitätssicherung sind auch Kontaktstellen zwischen Publikum und Redaktionen. So haben inzwischen etwa zwölf deutsche Tageszeitungen sogenannte Leseranwälte oder Ombudsleute eingeführt. Dabei handelt es sich um Mitarbeiter oder externe Experten, die sich mit Leserbeschwerden auseinandersetzen oder die Inhalte der eigenen Zeitung von sich aus kritisch überprüfen. Ihr Aufgabenspektrum reicht vom Leser-Service über den Leser-Anwalt bis zum Schiedsrichter in rechtlichen Fragen. Anton Sahlender, der seit sieben Jahren Ombudsmann der Main-Post in Würzburg ist, hat seine Tätigkeit inzwischen in mehr als 370 Kolumnen dokumentiert. Wichtig sei, dass Ombudsleute un-abhängig blieben, betonte er.
Kerstin Dolde, die in ähnlicher Funktion bei der Frankenpost in Hof arbeitet, sagte, es gehe vor allem darum, den Kontakt zu den Lesern nicht zu verlieren. Dies sei umso wichtiger in Zeiten, in denen viele Lokalredaktionen geschlossen würden. Heinrich Kintzi, der sich im Konfliktfall um einen Interessenausgleich für die Leser der Braunschweiger Zeitung kümmert, empfahl eine enge Zusammenarbeit zwischen Ombudsleuten und Redaktionen. Der niederländische Professor Huub Evers wies darauf hin, Ombudsstellen könnten den Verlagen oft auch gerichtliche Auseinandersetzungen ersparen.
Die am Rande der Veranstaltung gegründete neue Arbeitsgemeinschaft deutscher Presse-Ombudsleute will gemeinsame Standards entwickeln. "Das dient der journalistischen Kultur", lobte Tagungsmoderator Werner Lauff. Auch Christian Höppner, der als Generalsekretär des Deutschen Musikrates den RTL-Programmausschuss leitet, befürwortete einen Zusammenschluss der Ombudsleute. Allerdings sei eine Ombudsstelle bei RTL derzeit nicht denkbar. Fazit von IQ-Sprecherin Ulrike Kaiser: "Es kann gar nicht genügend über Qualität in den Medien geredet werden, wenn es denn nicht beim Reden bleibt..." (Dr. Matthias Kurp / DJV)
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7. Süddeutscher Journalistentag - Im Zeichen der Zukunftsangst
29.09.2011 WÜRZBURG. Die gedruckten Medien sind in der Krise. Zurückgehende Abonnentenzahlen, kriselndes Anzeigengeschäft und heftige Konkurrenz durch kostenlose Angebote im Internet machen nicht nur den Zeitungsverlegern zu schaffen. Auch die Journalisten machen sich Sorgen um die Zukunft ihres Berufsstandes. Denn vor allem jüngere Menschen begnügen sich oft mit den schnell im Internet verbreiteten Nachrichten, ohne auf deren Herkunft, Wahrheitsgehalt oder journalistische Qualität zu achten. Beim Süddeutschen Journalistentag des Deutschen Journalistenverbandes (DJV) in Würzburg wurde die Problematik von mehr als 200 Journalisten aus Hessen, Bayern, Thüringen und Sachsen-Anhalt diskutiert. Es gab insgesamt acht Foren organisiert, auf denen Journalisten und Politiker u.a. Selbstbewusstsein gegenüber der Chefetage forderten, die gezielte Nutzung von Social Media empfahlen und die Unabhängigkeit der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten von der Politik beschworen. Groß war der Zulauf zum Existenzgründungsseminar, lebhaft das Interesse am Zweitverwertungs-Portal „DieRedaktion.de“ der Deutschen Post.
Konkrete Lösungen für die Zukunft gab es aber nicht. Diese Ungewissheit trägt auch zur Verunsicherung junger Menschen bei, die sich für den Journalistenberuf entschieden haben. Immer öfter wechseln sie nach ihrem Volontariat die Seiten und entscheiden sich für einen Job in Unternehmens-Pressestellen oder in PR-Agenturen. Zu unsicher ist ihnen die Zukunft des Tageszeitungsmarktes.
Viele Volontäre erhalten nach Abschluss ihres Volontariats kein Übernahmeangebot mehr. Ihnen bleibt oft nur der Weg in eine freiberufliche journalistische Tätigkeit. Ein hartes Pflaster mit nicht gerade rosigen Verdienstchancen. Obwohl die Journalistenverbände mit den Zeitungsverlegern verbindliche Tarifverträge für Freie abgeschlossen haben, werden diese in kaum einem Medienhaus eingehalten, so der DJV.
Eine Erhebung der journalistischen Berufsverbände ergab ein durchschnittliches Monats-Nettoeinkommen bei freiberuflich tätigen Journalisten von etwa 800 Euro. Stundensätze unter fünf Euro seien nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel.
Wolfgang Kiesel, Buchautor und Journalistenausbilder, sieht dennoch Chancen in einer freiberuflichen Tätigkeit und ermuntert Nachwuchsjournalisten, die Freiberuflichkeit offensiv anzugehen. Ein Wissensvorsprung durch Spezialisierung auf bestimmte Themengebiete, ein gutes Netzwerk und vor allem eine Tätigkeit nicht nur für eine Zeitung könnten ein gutes Auskommen bescheren. Ein freiberuflicher Journalist müsse seinen Wert kennen. Tagessätze unter 150 Euro seien nicht kostendeckend, pro Monat müssten mindestens 3000 Euro auf dem Konto sein, um eine schwarze Null zu schreiben.
Kiesel gibt zu, es brauche eine gewisse Anlaufzeit und einen langen Atem, um als Freiberufler erfolgreich zu sein. Sein Fazit: „Guter Journalismus führt auch zu wirtschaftlichem Erfolg.“Um den zu erreichen, kann eine rege Nutzung der sozialen Netzwerke wie Facebook oder Twitter durchaus ratsam sein, wie in einem anderen Forum deutlich wurde. Christian Lindner, Chefredakteur der Koblenzer Rhein-Zeitung, ist in diesen Netzwerken täglich unterwegs. Für
mindestens eine Stunde. Er diskutiert dort nicht nur mit Lesern, sondern bekommt viele Anregungen für Reportagen und Hinweise, wo gerade etwas passiert. Auch wenn er Fachkompetenz für eine Reportage benötige, finde er Ansprechpartner über Twitter oder Facebook. „Vieles erfahren wir über Twitter oder Facebook schneller als über die Polizei“, weiß Marc Hippler, Internetjournalist bei der Stuttgarter Zeitung. Er rät Zeitungsverlagen, über ihre Internetauftritt nicht nur die Meldungen von Nachrichtenagenturen zu verbreiten, die man ohnehin überall nachlesen könne, sondern ihre lokale und regionale Kompetenz auch im Internet zu nutzen. Aber auch im Netz gelte der Anspruch an hohe journalistische Qualität. Dann werde eine Lokalzeitung oft sogar über ihr eigenes Verbreitungsgebiet hinaus wahrgenommen.
Mit journalistischer Qualität beschäftigten sich auch der Chefredakteur des Bayrischen Rundfunks, Sigmund Gottlieb, DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken und der medienpolitische Sprecher der CSU-Landtagsfraktion, Eberhard Sinner. Moderator Harro Menzel, Redakteur beim Hessischen
Rundfunk, warnte davor, politische Berichterstattung im Fernsehen nur noch den Talkshows zu überlassen, „wo am Ende doch nichts dabei herauskommt“. Sinner warnte junge Menschen, sich über Politik nur im Internet und über Suchmaschinen zu informieren. Die Informationen dort seien meist manipuliert, ihre Herkunft oft unklar. „Hier müssen die Qualitätsmedien ansetzen und solche Informationen filtern und überprüfen.“
Sigmund Gottlieb wies auf Probleme der Berichterstattung gerade bei der aktuellen Euro-Krise hin. „Wie sollen wir Journalisten den Menschen die Zusammenhänge erklären, wenn nicht mal Politiker und Analysten das können?“ Das Fernsehen sei nicht der Reparaturbetrieb der Politik. Konken forderte die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender auf, politische Sendungen nicht ins Spätprogramm zu verbannen. Generelle Kritik gab es an der wachsenden Zahl politischer Talkshows im Fernsehen, die guten, investigativen Journalismus in die späten Abendstunden verdrängten. (Hans Dieter Erlenbach)
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Braunschweiger Gericht untersagt AGB für Freie
27.09.2011 BERLIN. Der Deutsche Journalisten-Verband hat gemeinsam mit ver.di einen weiteren juristischen Erfolg für die freien Journalisten und Fotografen errungen. Im Rechtsstreit der beiden Gewerkschaften gegen den Braunschweiger Zeitungsverlag hat das Landgericht Braunschweig jetzt die Vertragsbedingungen des Verlags für ungültig erklärt (Az. 9 O 1352/11). Die Konditionen für die freie Mitarbeit von Journalisten und Fotografen bei der Braunschweiger Zeitung verstoßen nach Meinung des Gerichts gegen das Urhebervertragsrecht. "Der Braunschweiger Richterspruch hat ein weiteres Mal bestätigt", urteilte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken, "dass die freien Mitarbeiter von den Verlagen nicht nach Belieben ausgebeutet werden dürfen."
Im Einzelnen entschieden die Braunschweiger Richter, dass sowohl ein pauschales Zeilenhonorar im niedrigen Cent-Bereich für alle Nutzungen als auch die Abtretung aller Verwertungsrechte an den Verlag nicht statthaft seien. Ein Fotohonorar von nur 20 Euro pro Bild verstoße gegen das Prinzip der angemessenen Vergütung. Das Gericht stellte auch klar, dass sich die Zeitung an die gesetzliche Pflicht zur Namensnennung halten müsse. Unzulässig sei darüber hinaus die Abwälzung der Haftung vom Verlag auf die Freien.
Der DJV-Vorsitzende sagte, es sei überfällig, dass die Verlage ihre Honorarbedingungen endlich der aktuellen Rechtsprechung anpassten.
Eine ausführliche Beschreibung des Braunschweiger Urteils findet sich im DJV-Freienblog unter http://frei.djv-online.de.
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Große DJV-Tarifkommission stimmte Zeitungsabschluss einstimmig zu
19.09.2011 FULDA. Einstimmig hat der Gesamtvorstand als Große Tarifkommission des Deutschen Journalisten-Verbandes am heutigen Montag dem Tarifabschluss vom 18. August für die rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen zugestimmt. Sofern die beiden Tarifpartner ver.di und BDZV dem Verhandlungsergebnis bis zum Ende der Erklärungsfrist am 30. September zustimmen, gelten bei den tarifgebundenen Verlagen dann neue Flächentarifverträge. Danach erhalten die Redakteure jeweils zum 1. Oktober 2011 und zum 1. Februar 2013 eine Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro. Am 1. Mai 2012 steigen die Gehälter linear um 1,5 Prozent.
Die Honorare der Freien im so genannten 12a-Tarifvertrag sollen um jeweils zwei Prozent zum 1. Oktober 2011 und zum 1. August 2012 angehoben werden. Die Laufzeit des Gehaltstarifvertrags soll bis 31. Juli 2013 dauern. Der Manteltarifvertrag gilt unverändert fort und ist frühestens zum 31. Dezember 2013 kündbar. Die Altersversorgung kann erstmals Ende 2013 gekündigt werden. Unter bestimmten Bedingungen sieht der Tarifabschluss eine Öffnungsklausel zur Beschäftigungssicherung vor, die von Verlagen in nachgewiesenen wirtschaftlichen Schwierigkeiten genutzt werden kann. Einen abgesenkten Tarifvertrag für Berufseinsteiger und Jobwechsler wird es nicht geben.
In der Diskussion der Großen DJV-Tarifkommission wurde das Engagement der vielen Journalistinnen und Journalisten gelobt, die sich zum Teil über Monate hinweg gegen die von den Verlegern geforderten Tarifeinbußen gewehrt hatten. "Die Zeitungsverleger sind mit ihrem Versuch gescheitert, die Tarifverträge und den Redakteursberuf auf Dauer abzuwerten", erklärte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken.
"Die engagierte Gegenwehr der Kolleginnen und Kollegen vor Ort hat dazu beigetragen, dass der Journalismus keinen Schaden genommen hat." Seinen besonderen Dank richtete er an die DJV-Verhandlungskommission, die sich in zehn Verhandlungsrunden über ein Jahr hinweg mit den Verlegern auseinandergesetzt habe, und an die Tausenden von Journalisten, die sich an Arbeitskämpfen und Protestaktionen beteiligt hätten.
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87,5 Prozent für die Annahme des Tarifergebnisses -
heute Urabstimmung bei hessischen Tageszeitungen
08.09.2011 FRANKFURT/MAIN. Die bei hessischen Tageszeitungsverlagen im DJV Hessen organisierten Redakteurinnen und Redakteure, die sich am Streik beteiligt hatten, haben sich in der heute endenden Urabstimmung für die Annahme des am 18.8.2011 erzielten Tarifergebnisses entschieden. Exakt 87,5 Prozent sprachen sich für das Tarifergebnis aus. Damit wurde die für eine Annahme nach der Streikordnung erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit deutlich übertroffen.
Der Vorsitzende des DJV Hessen Hans U. Heuser wertete dieses Ergebnis zugleich als ein Bekenntnis für den Qualitätsjournalismus, ohne den heute keine Tageszeitung mehr auskommt und der für die wirtschaftliche Existenz jeder Tageszeitung notwendig ist. Heuser weiter: „Diesen Umstand haben die Redakteurinnen und Redakteure offensichtlich eher als die Verleger begriffen.“
Mit zahlreichen bundesweiten Streiks konnte das Vorhaben des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) verhindert werden, einen deutlich abgespeckten Gehaltstarifvertrag für künftige Redakteursjahrgänge einzuführen. Anderenfalls hätte der Redakteursberuf für talentierte junge Menschen erheblich an Attraktivität verloren. (red) +++
Preis für Pia Schleichert -
HNA-Volontärin wird vom Kasseler Presseclub ausgezeichnet
29.08.2011 Kassel / Wolfhagen. Der Presseclub Kassel hat Pia Schleichert mit dem Claudia-Hohmann-Preis für Lokaljournalismus 2011 ausgezeichnet. Die 20-jährige HNA-Volontärin hat mit einer Artikelserie die Probleme anschaulich gemacht, die dadurch drohen, dass vor allem auf dem Land immer weniger und immer ältere Menschen leben.
In insgesamt sechs Beiträgen hat Pia Schleichert dem demografischen Wandel ein Gesicht gegeben und die Entwicklung in kleinen Ortsteilen im Wolfhager Land unter die Lupe genommen. Besonders gut gelungen ist das der Nachwuchs-Journalistin nach Meinung der Jury des mit 2500 Euro dotierten Preises in einem Beitrag über Naumburg-Heimarshausen, wo es keinen Einkaufsladen mehr gibt. Ein rollender Tante-Emma-Laden versorgt die älteren Einwohner, die nicht Auto fahren und nicht wissen, wie sie zum zwei Kilometer entfernten Supermarkt in Zü-schen gelangen sollen.
Die Folgen der Überalterung unserer Gesellschaft anschaulich zu machen war nicht leicht, weil zu dem Thema eigentlich „schon alles gesagt und noch mehr geschrieben wurde“, sagt Pia Schleichert. Sie machte sich auf die Suche nach Themen, um Artikel zu schreiben, die interessanter sind als die bloße Aneinanderreihung von Statistiken und Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung. In Dörfern, wo es bereits heute keine Kindergärten oder Schulen, aber auch keine Ärzte, Apotheken oder Einkaufsläden mehr gibt, wurde sie fündig. Beim Ortstermin in Heimarshausen fuhr ihr der rollende Einkaufsmarkt über den Weg, traf sie dessen Kundin Inge Schneider. Die 70-Jährige ist nicht mehr mobil und berichtete von der Not, kein Geschäft mehr am Wohnort zu haben. „Da hatte ich meine Geschichte, das ging ganz schnell.
“Zur Person: Pia Schleichert (20) wurde in Bad Hersfeld geboren und wuchs in Friedewald auf, wo sie bis heute wohnt. Als Oberschülerin hatte sie in einem Praktikum bei der Hersfelder Zeitung während der Sommerferien erstmals Zeitungsluft geschnuppert. Die journalistische Arbeit gefiel ihr so gut, dass sie neben der Schule als freie Mitarbeiterin weiter fürs Lokale schrieb. Nach dem Abitur in Bad Hersfeld 2010 wurde ihr ein Zeitungsvolontariat angeboten. Seit dem 1. September 2010 ist Pia Schleichert HNA-Volontärin und hat bisher in den Lokalredaktionen Wolfhagen, Bad Hersfeld und Melsungen gearbeitet. (ach)
Erinnerung an Claudia Hohmann: Mit dem Journalistenpreis zur Nachwuchsförderung im Lokaljournalismus wahrt der Presseclub Kassel das Gedenken an Claudia Hohmann. Sie war stellvertretende Lokalchefin der HNA in Kassel und viele Jahre Vorstandsmitglied und Vorsitzende des Presseclubs. Claudia Hohmann hat sich mit ihrer kreativen journalistischen Arbeit und mit ihrem Einsatz für die Ausbildung des Nachwuchses verdient gemacht. Sie starb im Jahr 2009 55-jährig an den Folgen einer Krebserkrankung. Im Jahr 2010 wurde der Claudia-Hohmann-Preis erstmals ausgelobt. Preisträger 2010 war Bastian Ludwig, der heute als Redakteur in der Lokalredaktion Kassel arbeitet.
(ach) +++
Ausgezeichnete Bildungsanalysen – Ehrung für Markworts Lebenswerk
Hessischer Journalistenpreis von Sparda-Bank Hessen und DJV zum sechsten Mal vergeben
29.08.2011 FRANKFURT/M. Zum 6. Mal vergaben die Sparda-Bank Hessen und der DJV Hessen jetzt den mit insgesamt 12.000 Euro dotierten Hessischen Journalistenpreis 2011. Thema war diesmal „Hessen bilden“. Höhepunkt der Preisverleihung am 29. August 2011 in der Frankfurter Bankzentrale war die Ehrung Helmut Markworts für sein bisheriges Lebenswerk.
Neben dem Journalisten und Medienmanager Helmut Markwort erhielten drei Journalistinnen und zwei Journalisten den Preis dafür, wie ihre von April 2010 bis Juni 2011 erschienenen Beiträge das hessische Bildungssystem analysierten. Der 1. Preis in der Kategorie Print ging mit 3000 Euro an Mona Jaeger. Die freie Journalistin hatte in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ mit „Jedes Schuljahr kann das letzte sein“ auf das Aussterben der Hauptschule aufmerksam gemacht. Juryvorsitzender Prof. Dr. Heiner Boehncke lobte, dass Jaeger zeige, „wie die Schulform Hauptschule in den Mühlen gesellschaftlicher Entwicklungen zerrieben wurde, und warum diese Schulform mit einem schlechten Image kämpfen muss“.
Ebenfalls an die FAZ bzw. ihre Rhein-Main-Zeitung ging auch ein Sonderpreis mit 1000 Euro für Matthias Trautsch. Die Jury begeisterte, wie er von der Idee über die Konzeption bis zur Umsetzung die Serie „Schulbesuch“ betreut hatte. Den 2. Print-Preis (2000 Euro) erhielt Gaby Buschlinger dafür, wie sie mit „Frau Herber, du, guck mal“ im Wiesbadener Lokalteil der „Frankfurter Rundschau“ die Arbeitsbelastung der Grundschullehrer geschildert hatte. Mit „Eine Klasse, alle Klassen“ im Magazin „Menschen“ holte sich Eva Keller den 3. Print-Preis (1000 Euro).
Die Kategorie Fotografie und damit 2000 Euro gewann der Frankfurter Fotograf Uwe Dettmar. Er habe für die Goethe-Universität Frankfurt ihre Kinder-Uni mit „sensiblen und klar komponierten Bildern“ eindrucksvoll dokumentiert, begründete die Jury ihr Votum. Sie bildeten mit dem Professor für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Frankfurt, DJV-Hessen-Vorsitzendem Hans Ulrich Heuser und Peter Hoffmann, dem Direktor Unternehmenskommunikation der Sparda-Bank Hessen, der Journalist und ZDF-Moderator Ulrich Kienzle, der ehemalige Chefredakteuer des „Wiesbadener Kurier“ Hilmar Börsing, der frühere FAZ-Herausgeber Dieter Eckart sowie der Fotograf und Publizist Gerd Kittel.
Markworts prägendes Lebenswerk
In seiner Laudatio auf Markwort erläuterte Prof. Dr. Boehnke, warum die Jury das bisherige Lebenswerk des 74-jährigen gebürtigen Darmstädters überzeugte. Er habe „die Medienlandschaft in Deutschland auf beeindruckende Weise geprägt und bereichert“, mit dem „Focus“ ein weiteres Nachrichtenmagazin neben dem „Spiegel“ etabliert und durch sein Magazinkonzept die europäische Branche nachhaltig verändert. „Die neue Kombination aus Grafik-, Bild- und Textelementen realisierte seinen Anspruch, nicht nur fair, kompetent und facettenreich zu informieren, sondern auch eine dem digitalen Medienzeitalter angemessene Nachrichtenform leserorientiert zu präsentieren“, getreu dem Werbeauftritt „Fakten, Fakten, Fakten – und immer an die Leser denken“.
Prof. Dr. Boehnke belegte außerdem, dass Markwort bekennender Hesse geblieben sei. Er schüpfe gern in die Rolle des Drehermeisters Dummbach aus Ernst Elias Niebergalls Darmstädter Mundart-Komödie „Datterich“. „Dummbach ist wie Markwort ein Medien-Fan, was er mit der Aussage ‚Ich geh net gern an so Orde, wo mer kah Zeidung zu läse krikt‘ unterstreicht“, betonte Prof. Dr. Boehnke die Seelenverwandschaft.
Der Hintergrund
„Bildung ist eines der wichtigsten Themen unserer Zeit. Bildung sichert Existenz und Wohlstand“, erklärte Sparda-Bank-Vorstandsvorsitzender Jürgen Weber. Der Preis solle Journalisten ermutigen, sich „kritisch mit diesem Thema auseinandersetzen“. Die regional verwurzelte Genossenschaftsbank würdigt nicht nur besondere journalistische Beiträge zu Hessens Identität, sondern fördert überdies mit jährlich gut 1,2 Millionen Euro aus Mitteln ihres Gewinn-Sparvereins gemeinützige Engagements in Hessen. (Christine Dressler) +++
Erleichterung! Einigung bei Tarifverhandlungen Tageszeitungen in 10. Runde
Hamburg, 18.08.2011 - Nach siebzehnstündigen Tarifverhandlungen für die rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen wurde am heutigen Morgen eine Einigung erzielt. Danach erhalten die Redakteure jeweils zum 1. Oktober 2011 und zum 1. Februar 2013 eine Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro. Am 1. Mai 2012 steigen die Gehälter linear um 1,5 Prozent. Die Honorare der Freien im so genannten 12a-Tarifvertrag sollen um jeweils zwei Prozent zum 1. Oktober 2011 und zum 1. August 2012 angehoben werden. Die Laufzeit des Gehaltstarifvertrags soll bis 31. Juli 2013 dauern.
Deutscher Journalisten-Verband, ver.di und Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger vereinbarten darüber hinaus, dass der Manteltarifvertrag unverändert wieder in Kraft gesetzt wird und frühestens zum 31. Dezember 2013 kündbar ist. Die Altersversorgung kann erstmals Ende 2013 gekündigt werden. Den von den Verlegern seit Monaten geforderten Dumping-Tarifvertrag für Berufseinsteiger wird es nicht geben. Als Zugeständnis stimmten DJV und ver.di unter bestimmten Bedingungen einer Klausel zur Beschäftigungssicherung zu, die von Verlagen in nachgewiesenen wirtschaftlichen Schwierigkeiten genutzt werden kann. Sie sieht vor, dass unter Beteiligung der Gewerkschaften in Krisensituationen einzelner Verlage die Sonderzahlungen für Redakteure um maximal 50 Prozent eines Monatsgehalts für maximal zwei Jahre abgesenkt werden. Als Gegenleistung sind die Arbeitsplätze der Journalisten im Jahr der Absenkung und im Folgejahr gesichert.
DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring bezeichnete das Tarifergebnis als "annehmbaren Kompromiss zum Erhalt des Flächentarifvertrags". Die Verhinderung des Dumping-Tarifvertrags für Berufseinsteiger und Jobwechsler sei ein voller Erfolg. "Das ist das Verdienst von Tausenden Journalistinnen und Journalisten, die mit ihren Streiks den Angriff der Verleger auf die Tarifverträge und die Berufsperspektive der Jungen abgewehrt haben." Allein am gestrigen Mittwoch hätten sich in mehreren Bundesländern über 2.000 Journalisten an Arbeitskämpfen beteiligt.
Die DJV-Tarifkommission rief im Anschluss an die Hamburger Verhandlungsrunde die Kolleginnen und Kollegen dazu auf, die Streiks einzustellen. In den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hessen muss die Urabstimmung über das Ende der Streiks eingeleitet werden, sobald das Tarifergebnis im Wortlaut vorliegt. Der DJV-Gesamtvorstand als Große Tarifkommission wird auf seiner Sitzung am 19. September in Fulda über das Tarifergebnis entscheiden. +++
URABSTIMMUNG: 100 % DJV-Zeitungsredakteure für S T R E I K - ab morgen!
WIESBADEN / FRANKFURT AM MAIN, 16. August 2011. Bei der heutigen Urabstimmung in hessischen Tageszeitungsredaktionen hat sich eine überwältigende Mehrheit für den Beginn von Streikaktionen ausgesprochen. Nach Angaben des Landesverbandes Hessen des Deutschen Journalistenverband (DJV) und der Gerkschaft ver.di haben Redakteure in Wiesbaden, Wetzlar und Frankfurt/Main mit einem Votum von 98,7 Prozent abgestimmt. Von den teilnehmenden DJV-Mitgliedern haben sogar 100 Prozent zugestimmt. Auf dieser Grundlage werde morgen zu einem unbefristeten Streik aufgerufen, erklärte der hessische DJV-Geschäftsführer Achim Wolff.
Gleichzeitig fand ein Warnstreik statt, der am Mittwoch, wenn die zehnte Verhandlungsrunde zwischen Zeitungsverlegern und Journalistengewerkschaften beginnt, fortgesetzt wird. Sollte es bei diesen Verhandlungen nicht zu einer Einigung kommen, soll in Hessen unbefristet gestreikt werden. Die Urabstimmungen in Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen hatten ebenfalls klare Voten für den Arbeitskampf gebracht.
Die unbefristeten Arbeitsniederlegungen sind Teil des Kampfes für die Erhaltung der Tarifverträge. Trotz der seit Monaten andauernden Verhandlungen stehe nach wie vor die Forderung des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger, die auf Verschlechterungen im GTV, für neu einzustellende Redakteurinnen und Redakteure abzielten. Darüberhinaus müsse sichergestellt sein, dass Betriebsrat und/oder Gewerkschaften bei tatsächlich erforderlichen Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung beteiligt werden. Ungeachtet dessen haben die Verleger bisher nur ein völlig unzureichendes Gehaltsangebot vorgelegt, das für dieses und das nächste Jahr jeweils nur Einmalzahlungen von 200 Euro und für 2013 eine lineare Erhöhung um magere 1,5 Prozent vorsieht. dju und DJV fordern eine Erhöhung in diesem Jahr um vier Prozent. Ohnehin stehe fest, dass die Gehälter der Redakteurinnen und Redakteure in den letzten Jahren durch geringe Lohnsteigerungen und den Kaufkraftschwund permanent gesunken seien, erklärte Wolff.
Bei der zentralen Streikversammlung in Frankfurt/Main appellierte der stellvertretende DJV-Bundesvorsitzende Michael Anger an die Verleger, sich ihrer Verantwortung für den Qualitätsjournalismus und damit für ihre Zeitungen zu besinnen. Faire und angemessene Tarifverträge seien notwendig für den Fortbestand des Qualitätsjournalismus. Den Redakteuren in Hessen schlossen sich auch die Drucker der Frankfurter Societäts-Druckerei an, die aus Solidarität mit ihren schreibenden Kollegen die Arbeit niederlegten.
Die nächste Tarifrunde mit dem Zeitungsverlegerverband findet am morgigen 17. August in Hamburg statt. Sollte es zu einer Einigung kommen, wollen die Gewerkschaften den unbefristeten Streik sofort abbrechen. (Foto: Hans-Dieter Erlenbach) +++
Erfolg bei Tageszeitung-Tarifverhandlungen:
Verleger rücken von Maximalforderungen ab
03.08.2011 HAMBURG. Mit einem Verzicht der Verleger auf massive Einschnitte in die Tarifverträge für Zeitungsjournalistinnen und -journalisten endete am gestrigen Dienstagabend die neunte Tarifrunde Tageszeitungen in Hamburg. Vertreter des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger, des Deutschen Journalisten-Verbands und der Gewerkschaft ver.di hatten vom Mittag an über neue Tarifverträge für die rund 14.000 Redakteure an Tageszeitungen verhandelt. Die Zeitungsverleger rückten dabei von ihrer im Dezember 2010 aufgestellten Forderung nach einem um 15 Prozent abgesenkten Tarifwerk für Berufseinsteiger ab. Mögliche Veränderungen in der Struktur des Gehaltstarifvertrags für den journalistischen Nachwuchs werden zu einem späteren Zeitpunkt noch verhandelt. "Damit ist der Dumping-Tarifvertrag für Berufseinsteiger vom Tisch", sagte DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring. "Das ist ein großer Erfolg, den wir unseren streikenden Kolleginnen und Kollegen zu verdanken haben."
Darüber hinaus einigten sich die Tarifvertragsparteien darauf, den Manteltarifvertrag in seiner bestehenden Form bis Ende 2013 wieder in Kraft zu setzen. Eine Kündigung der Altersversorgung soll bis Ende 2013 ausgeschlossen werden. Grundsätzliche Übereinstimmung wurde auch hinsichtlich von Öffnungsklauseln erzielt: Verlage in wirtschaftlicher Not sollen die Möglichkeit erhalten, unter genau umrissenen Bedingungen zeitweise Urlaubs- und Weihnachtsgeld abzusenken. "Hier müssen wir noch die Konditionen genau festlegen, damit es bei Notfalllösungen bleibt", sagte Döhring. Über Erhöhungen von Gehältern und Honoraren ist in einer weiteren Tarifrunde zeitnah zu verhandeln. Ein Verhandlungstermin soll in den nächsten Tagen vereinbart werden. Am morgigen Mittwoch werden die zuständigen DJV-Gremien das Verhandlungsergebnis bewerten.
"Uns ist ein wesentlicher Schritt nach vorn gelungen", sagte der DJV-Verhandlungsführer am Abend. "Dafür mein herzlicher Dank an alle Kolleginnen und Kollegen, die sich zum Teil seit Monaten aktiv für faire und angemessene Tarifverträge stark gemacht haben!" +++
Warnstreik bei vier Zeitungen in Hessen
02.08.2011 WIESBADEN/FRANKFURT/M. An den laufenden Tarifauseinandersetzungen zwischen Journalisten und Verlegern beteiligen sich am heutigen Dienstag (02.08.) auch die Kolleginnen und Kollegen von vier hessischen Tageszeitungen. Der DJV wie auch der Landesverband Hessen hat die Journalisten von Frankfurter Rundschau, Frankfurter Neue Presse, Wiesbadener Kurier und Wiesbadener Tagblatt zum Warnstreik aufgerufen. Insgesamt haben sich seit dem Vormittag - Dauer ist bis zum Abend - etwa 120 Journalisten beteiligt.
Am heutigen Mittag sind Gewerkschaften und Zeitungsverleger in kleiner Runde in Hamburg zusammengetroffen, um die Tarifverhandlungen für die Zeitungsjournalisten fortzusetzen. Der DJV sieht die Verhandlung als sehr bedeutsam an, denn heute dürfte sich herausstellen, ob mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger ein neuer Flächentarifvertrag zustande kommen kann. Halten die Verleger an ihrer Forderung nach einem Dumping-Tarifvertrag für Berufseinsteiger und Jobwechsler fest? Bleiben sie bei ihrer Politik, die Gewerkschaften DJV und ver.di zu einem Ja zur dauerhaften Abwertung des Journalistenberufs zu drängen? Oder haben sie registriert, dass gegen den Willen der Journalisten keine Tarifeinschnitte machbar sind? Antworten auf diese Fragen soll die heutige Tarifrunde in Hamburg bringen.
Die in Hessen streikenden Kolleginnen und Kollegen der vier Zeitungen trafen sich heute Nachmittag zu einer Streikversammlung im Frankfurter DGB-Haus. Dabei wurden einmal mehr die drei wichtigsten Forderungen bekräftigt: Beibehaltung des bundesweiten Flächentarifvertrages, keine Abstriche am Manteltarifvertrag und weiterhin müsse das so genannte "Tarifwerk II" mit deutlich reduzierten Einstiegsgehältern für Journalisten "vom Tisch". (ma) +++