
Landesverband Hessen e.V. des Deutschen Journalisten-Verbandes
Erneuter Vertrauensbeweis für Umberto Biagioni
23.05.05 FRANKFURT. Neuwahlen des Vorstands und ein eindringlicher Bericht des DJV-Landesvorsitzenden Hans Ulrich Heuser zur derzeitigen Situation der Journalisten und ihrer Verbandsarbeit standen im Mittelpunkt des mit 1.514 Mitgliedern stärksten hessischen DJV-Ortsverbands Frankfurt am 23. Mai im Frankfurter Presseclub.
Im
Beisein von DJV-Ehrenmitglied Friedrich Franz Sackenheim und Justitiar Achim
Wolff ehrte Vorsitzender Umberto Biagioni zunächst langjährige Mitglieder. Mit
Urkunden für 40-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet wurden Irene Leppert, für
25-jährige treue Zugehörigkeit Michael Lennarts, Wolfgang Köhler, Axel
Bernatzki, Dr. Matthias Geiling, Hermann Wolf Richter und Michael Hassenkamp.
In seinem Rechenschaftsbericht erinnerte Biagioni an eine Reihe erfolgreicher Veranstaltungen des Ortsverbands, wobei er besonders den großen Andrang bei der „Besteigung“ des Frankfurter Messeturms hervorhob. Für das kommende Geschäftsjahr stellte er weitere Aktivitäten vor, die in der anschließenden Diskussion mit einer Fülle von Anregungen aus der Teilnehmerrunde noch kräftig ergänzt wurden. Biagioni unterstrich ferner das nach wie vor enge Verhältnis zum Hanauer Nachbarverein, mit dem auch in der nächsten Amtsperiode wiederum gemeinsame Aktionen geplant seien.
Nach der einstimmigen Entlastung des Vorstands übernahm Achim Wolff als Wahlleiter das Ruder. In geheimer Wahl wurde Umberto Biagioni erneut und einstimmig zum ersten Vorsitzenden gewählt. Als sein Stellvertreter wird für die nächsten zwei Jahre – ebenfalls in geheimer Wahl bestimmt – Norbert Dörholt fungieren. Per Akklamation wurden Claudia Bechthold, Claudia Korenke, Harro Menzel und Knut Zilian als Beisitzer in den Vorstand berufen.
Ein Antrag an den DJV-Landesverbandstag in Gießen am 2.7. wurde formuliert und angenommen, der sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene eine Neustrukturierung der Fachausschüsse prüfen soll.
In seinem Referat zur derzeitigen Situation der Journalisten berichtete Uli Heuser über interne Unterwanderungsversuche wie auch über Versuche der Verleger, die Tarifverträge mit vielen Tricks zu unterlaufen. Gefragt seien deshalb jetzt die Tugenden Solidarität und Solidität unter den 3.100 Mitgliedern des hessischen Landesverbandes, wobei vor allem das Verhältnis zwischen den Festangestellten und den Freien fair bleiben müsse. Eingehend beschäftigte sich Heuser auch mit der Frage: Wohin steuert der Journalistenverband? Er sei schließlich nicht als Arbeitsplatz für Seiteneinsteiger gegründet worden und verstehe sich als Garant für Qualitätsjournalismus. Es müsse deshalb ernsthaft die Frage gestellt werden, ob er DJV vor diesem Hintergrund zahlenmäßig weiter wachsen wolle und wenn ja, um welchen Preis.
An die Verlegerseite appellierte Heuser umzudenken, denn Personalabbau um jeden Preis gehe auf Kosten der Qualität und es schade letztlich der Pressefreiheit, wenn der qualifizierte Journalismus abhanden komme. Als konkretes Projekt zur Verbesserung der Einkommenssituation bezeichnete Heuser das in Arbeit befindliche Bildportal, für das sich besonders Jan Roewer in vorbildlicher Art und Weise engagiert habe. Er sei optimistisch, dass man das Projekt ab dem 20. Juni 2005 starten könne, auch unter Einbindung Bayerns, das bereits vorgeprescht sei.
In der Aussprache stand das Thema Künstlersozialkasse im Mittelpunkt. Sorgenvoll betrachten vor allem die Freien die desolate finanzielle Situation der KSK. Mittlerweile würde die Überprüfung der Einkommensangaben durch die KSK nicht mehr stichprobenartig erfolgen, sondern jeder werde systematisch erfasst, und zwar rückwirkend bis zu fünf Jahren. Das könne sowohl bei zu hoch als auch bei zu niedrig angegebenen Einkommen verhängnisvolle Folgen haben. In Zweifelsfällen sollten sich die Betroffenen daher mit ihren Steuerberatern in Verbindung setzen. Achim Wolff bot außerdem an, jederzeit telefonisch Rat und Hilfe zu erteilen.
nd.