Landesverband Hessen e.V. des Deutschen Journalisten-Verbandes

 

 

Tarifrunde Zeitungen: Zwei-Prozent- Verlegerangebot "inakzeptabel"

29.09.2008 BERLIN.    Als inakzeptabel haben die Gewerkschaften DJV und ver.di das heutige Angebot der Zeitungsverleger zurückgewiesen. Bei den Tarifverhandlungen für die freien und fest angestellten Journalistinnen und Journalisten an Tageszeitungen in Berlin hat der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger für das erste Jahr eines zweijährigen Gehaltstarifvertrags wenig mehr als zwei Prozent und für das zweite Jahr deutlich weniger angeboten. "Dieses Angebot ist eine Zumutung", kritisierte DJV-Verhandlungsführer Hubert Engeroff. Ein Gehaltsabschluss deutlich unter der Inflationsrate sei für die Journalistinnen und Journalisten nicht akzeptabel. Die Tarifverhandlungen wurden deshalb am heutigen Mittag ergebnislos unterbrochen. Zusätzlich zu den Gehaltssteigerungen bot der BDZV an, den Manteltarifvertrag unverändert wieder in Kraft zu setzen und nach dem Gehaltsabschluss über die Einbeziehung der Online-Redakteure zu verhandeln.

Der DJV fordert 7,5 Prozent mehr Gehalt bzw. Honorar für die fest angestellten und freien Journalisten an Tageszeitungen. Außerdem sollen die Online-Redakteure in den Geltungsbereich des Gehaltstarifvertrags einbezogen werden. Die beiden ersten Tarifrunden waren ohne Ergebnis beendet worden, weil die Verleger kein Tarifangebot unterbreiten wollten. DJV-Verhandlungsführer Hubert Engeroff erklärte: "Es ist paradox: Einerseits betonen die Verleger ihr Interesse an einem schnellen Tarifabschluss, andererseits wollen sie kein Angebot auf den Tisch legen." Die Journalistinnen und Journalisten seien nicht bereit, sich auf den Sankt-Nimmerleinstag vertrösten zu lassen.

Der DJV-Verhandlungsführer bekräftigte die Tarifforderung nach 7,5 mehr Gehalt bzw. Honorar. Die Tageszeitungsjournalisten dürften in der Einkommensentwicklung nicht hinter andere Berufsgruppen zurückfallen. In den letzten drei Jahren seien ihre Gehälter nur um 2,5 Prozent gestiegen, während der Durchschnitt in der Gesamtwirtschaft bei 8,3 Prozent gelegen habe. Die Differenz zur Teuerungsrate mache in diesem Zeitraum 5,8 Prozent zu Lasten der Redakteure aus. Die qualitativ anspruchsvolle journalistische Arbeit und der wachsende Arbeitsdruck in den Redaktionen müssten endlich entsprechend vergütet werden.

Der alte Gehaltstarifvertrag und der Honorarvertrag der Freien waren zum 31. Juli ausgelaufen. Die Tarifvertragsparteien werden einen neuen Verhandlungstermin vereinbaren, der möglichst noch im Oktober stattfinden soll. +++