Landesverband Hessen e.V. des Deutschen Journalisten-Verbandes

 

5. Tarifrunde ohne Ergebnis beendet: Verleger weichen nicht vom Sparkurs ab

15.06.2011 Düsseldorf.
Ohne greifbare Fortschritte ging am heutigen Nachmittag in Düsseldorf die fünfte Runde der Tarifverhandlungen zwischen den Gewerkschaften DJV und ver.di und dem Verlegerverband BDZV zu Ende. Die Zeitungsverleger waren nicht zu klaren Aussagen bereit, ob sie von ihren Forderungen nach massiven Tarifverschlechterungen für die rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen abweichen würden. Verlage in wirtschaftlichen Schwierigkeiten sollen künftig gegen die Zusicherung, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten, Urlaubs- und Weihnachtsgeld zu einem Gehalt zusammenfassen können. Eine Einsichtnahme des Betriebsrats oder der Gewerkschaften in die Bilanz des Verlags solle bei dem Verlegermodell nicht vorgeschrieben sein. Gehalts-, Mantel- und Altersvorsorgetarifvertrag sollen unverändert für den Zeitraum von drei Jahren fortbestehen. Über den vom BDZV bisher vehement geforderten Dumping-Tarifvertrag für Berufseinsteiger wurde nicht verhandelt.

"Von einer Einigung mit den Zeitungsverlegern sind wir noch weit entfernt", resümierte DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring. "Es kann nicht sein, dass Verleger nach Gutdünken wirtschaftliche Schwierigkeiten ausrufen, um so das Urlaubsgeld einzusparen. Eine solche Abweichung von den Tarifverträgen ist nur bei tatsächlich nachgewiesenen Problemen einzelner Häuser akzeptabel", kritisierte er den BDZV-Vorschlag.

Die Tarifverhandlungen sollen am 29. Juni in Berlin fortgeführt werden. Über die heutige fünfte Verhandlungsrunde wird der DJV-Gesamtvorstand als Große Tarifkommission am 20. Juni in Hannover beraten.

Begleitet wurde die Düsseldorfer Tarifrunde von einer Protestaktion von rund 30 Redakteurinnen und Redakteuren mehrerer Zeitungen aus Ostwestfalen-Lippe. Sie waren nach Düsseldorf angereist, um ihre Kritik an der Haltung der Verleger deutlich zu machen, die nach ihrer Ansicht den "Ausverkauf der Demokratie" betreiben. +++