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Hanau |
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Ortsverband des DJV Landesverband Hessen e.V.
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Termine |
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HANAU |
10. Mai 2012
Die Jahreshauptversammlung des Ortsverbandes Hanau ist am 10. Mai um 19.30 Uhr im Clubhaus des 1.Hanauer Tennis- und Hockeyclubs, Parkpromenade 10, 63454 Hanau-Wilhelmsbad (Zufahrt über die Kesselstädter Straße). Auf der Tagesordnung stehen neben Berichten des Vorstandes und der Fachgruppen auch die Neuwahl des OV-Vorstandes sowie Anträge für die Verbandstage Hessen in Fulda und des Bundes-DJV in Kassel. Der Vorstand und Vorsitzender Thorsten Becker freuen sich über eine rege Teilnahme. |
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Ortsverbandsvorsitzender |
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Thorsten Becker
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Emmerichsthal 1
97791 Obersinn
Telefon: 06181 / 2903319
Fax: 06181 / 2903300
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Stellvertreter |
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Torsten Kleine-Rüschkamp
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63456 Hanau
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Pionier von HR 3 – Trauer um Karl-Heinz Hattemer
HANAU. Karl-Heinz Hattemer, ehemaliger Sendeleiter beim Hessischen Rundfunk, ist im Juli im Alter von 83 Jahren überraschend gestorben. Über ein halbes Jahrhundert war er Mitglied im DJV, zuletzt im Ortsverband Hanau.
Vier Tage vor seinem Tod stand er noch auf dem Green, denn seit dem Ruhestand war Hattemer ein passionierter Golfer. Viele zogen den Hut vor seinem Handicap von 18, das er bis zuletzt vorweisen konnte. Der einstige Fußballer gewann viele interne Turniere in Hanau. Er begleitete auch die Seniorenmannschaft als Captain, als diese die Deutsche Meisterschaft gewann. Hatte sich der in Limburg an der Lahn geborene Hattemer, der in Mainz und Frankfurt Philosophie studierte, als Sportredakteur bei der Wetzlarer Neuen Zeitung und der Frankfurter Rundschau zunächst den Printmedien zugewandt, so wechselte er 1957 zum Hörfunk. Vom Südwestfunks in Mainz kam er 1961 als Redakteur des Zeitfunks zum Hessischen Rundfunk und wirkte zehn Jahre lang für „Unterwegs in Hessen“. Am Aufbau dieses Magazins hatte er wesentlichen Anteil.
Als er 1971 zum Sendeleiter im Hörfunk ernannt wurde, machte er sich an den Aufbau des dritten Hörfunkprogramms. Die „Servicewelle HR 3“ war also mit sein Verdienst. Sie führte von 1972 an ein völlig neues Genre und einen ganz neuen Ton in die hessische Rundfunklandschaft ein. Der Sender versorgte seine Hörer von früh morgens bis abends mit Musik und aktuellen Verkehrsmeldungen, sendete Reiserufe und -tipps, informierte über Verkehrsmedizin und -technik und brachte zu jeder vollen Stunde Nachrichten. „Die Hörer haben HR 3 geduzt, während sie die zwei anderen Programme gesiezt haben“ erinnerte sich Hattemer anlässlich des Jubiläums von HR 3 an diese Zeit. Unter seiner Leitung entstanden auch Verkehrsredaktion und ARD-Reiserufstelle. Für seine Leistungen wurde er 1984 mit dem vom Bundespräsidenten gestifteten „Ehrenzeichen in Gold“ ausgezeichnet.
Nach seinem Ruhestand unternahm der verheiratete Vater zweier Söhne zahlreiche Reisen und schrieb als freier Journalist für diverse Publikationen. Den Hanauer Anzeiger hatte er stets mit den neusten Nachrichten aus der Golfwelt versorgt und für den Ortsverband Hanau des DJV einige Spaß-Turniere fachkundig organisiert. Im vergangenen Jahr wurde er für 50-jährige Zugehörigkeit im DJV ausgezeichnet. „Auch im Ruhestand muss man dem DJV solidarisch sein“, hatte er bei der Ehrung gesagt. „Wir verlieren mit Karl-Heinz Hattemer einen liebenswürdigen und hoch geachteten Kollegen, der stets humorvoll und engagiert war“, würdigte OV-Vorsitzender Thorsten Becker den Verstorbenen. (OVHU)
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Im herrschaftlichen Ambiente viele Ideen gesammelt
Juni 2010 - HANAU. Die Mitglieder des Ortsverbands Hanau haben einen neuen Vorstand und Delegierte für den Landesverbandstag gewählt.
Außerplanmäßig trafen sich die Journalisten aus dem Bereich zwischen Main und Kinzig dazu im Langenselbolder Schloss. Schnell war ein Ersatzraum „erobert“ und der setzte sogar den Landesvorsitzenden Hans Ulrich Heuser in Erstaunen. Denn das Landgrafenzimmer sorgte für ein herrschaftliches Ambiente.
Zufrieden zeigten sich die Beteiligten mit der Jahresbilanz des kleinen, aber aktiven Ortsverbands. Höhepunkt des vergangenen Jahres war der Weihnachtsbaumeinschlag, der bereits seit zehn Jahren die Kollegen in den Naturpark Spessart lockt. Zu der Veranstaltung, die zusammen mit dem OV Frankfurt angeboten wird, kamen rund 165 große und kleine Gäste. Viel zu tun gab es im vergangenen Jahr auch durch die Organisation des Landesverbandstags in Hanau. Dabei kam es den Gastgebern auf Inhalte an, denn eine Resolution, die einen Missbrauch der Leiharbeit zum Ziel hat, stieß auf uneingeschränkte Zustimmung.
Unter der Leitung von Uli Heuser wurde an diesem Abend auch die Pflicht absolviert: die Regularien. Bei der Vorstandswahl wurden Thorsten Becker (Vorsitzender), Torsten Kleine-Rüschkamp (Stellvertreter) sowie als Beisitzer Jutta Degen-Peters, Axel Häsler, Erwin Diel und Stefan Kümmel gewählt. Hinzu kamen die Delegiertenwahl sowie die Benennung der Vertreter in den Fachgruppen.
Nach der Pflicht, die auch eine eingehende Bestandsaufnahme der Tarifarbeit umfasste, kam die Kür: Die inspirierende Schloss-Atmosphäre sorgte dafür, dass ein bunter Strauß von Ideen für neue Veranstaltungen, Initiativen und Projekte gesammelt wurde. (OVHU)
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"Außergewöhnlicher Journalist und Förderer der Kultur"
- Helmut Blome tot
23.10.2009 HANAU. „Hanau trauert um einen außergewöhnlichen Journalisten und Förderer der Kultur in unserer Stadt.“ Mit diesen Worten drückt Oberbürgermeister Claus Kaminsky sein Mitgefühl anlässlich des Todes von Helmut Blome am vergangenen Freitag (16.10.) aus.
Kaminsky erinnert daran, wie er vor Jahresfrist anlässlich des fünfjährigen Bestehens des Congress Parks Hanau im CPH im Beisein Blomes dessen Verdienste um die Modernisierung der ehemaligen Stadthalle gewürdigt habe. Blome stand seit 1988 dem Förderverein Theater- und Kulturzentrum vor, der entscheidende Impulse für den Bau des 2003 eröffneten Congress Parks Hanau gab. Darüber hinaus setzte er sich nachdrücklich für die Brüder-Grimm-Märchenfestspiele ein und engagierte sich im Gesprächskreis Kultur. Somit habe sich der Verstorbene um die Stadt verdient gemacht.
Der gebürtige Hanauer sei der Brüder-Grimm-Stadt vor allem auch als Journalist treu geblieben, so Kaminsky weiter. Mit wenigen Jahren Unterbrechung wirkte Blome von 1949 bis 1992 beim „Hanauer Anzeiger“ – vom Volontär bis zum Chefredakteur. Selbst im anschließenden Ruhestand war er bis wenige Tage vor seinem Tod noch als freier Mitarbeiter tätig. „Er hat die führende Zeitung in unserer Stadt geprägt“ , würdigt Kaminsky Blomes Verdienste. Das Ansehen Blomes in seinem Berufsstand sei nicht zuletzt daran abzulesen, dass der Deutsche Journalisten Verband ihm 2003 die Goldene Ehrennadel für 50 Jahre Mitgliedschaft verlieh.
Im Kondolenzschreiben an die Familie Blomes schreibt Kaminsky: „Wir kannten Helmut Blome als eine äußerst beliebte, tatkräftige und sehr engagierte Persönlichkeit, die sehr mit unserer Brüder-Grimm-Stadt verbunden war.“ Blome starb im Alter von 80 Jahren. Die Beisetzung fand am heutigen Freitag (24. Oktober) auf dem Hauptfriedhof Hanau statt.
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Hoch hinaus: Mutige Hanauer hängen in den Seilen
18.02.2009 HANAU. „Wir lassen und nicht hängen“, so lautete das Motto für eine besonders sportliche Veranstaltung, zu dem der Ortsverband Hanau kürzlich seine Mitglieder an einen etwas ungewöhnlichen Ort eingeladen hatte. Zusammen mit der Sektion Hanau des Deutschen Alpenvereins (DAV) trafen sich besonders mutige Journalisten in der Kletterhalle zu einem Schnupperkurs. Unter der fachkundigen Leitung von Kletterexperten des DAV, darunter auch die Kollegin Annette Locher vom DJV Hanau, übten sie zunächst den sicheren Umgang mit den Seilen. Dann ging es hoch hinaus, denn die maximale Höhe beträgt in der Hanauer Halle acht Meter, alle Schwierigkeitsgrade inbegriffen. Es dauerte nicht lange, bis alle DJV-Mitglieder gemütlich in den Seilen hingen, denn die Teams waren schnell in der Lage, sich gegenseitig zu sichern. Fazit der Veranstaltung aus journalistischer Sicht: Selbst die höchsten Klippen lassen sich gemeinsam am besten überwinden.
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Teilnehmer-Rekord in Hanau bei Jahresabschluss im Wald
31.12.2008 HANAU. Schon traditionell treffen sich die Mitglieder des DJV-Hessen aus Hanau und Frankfurt zusammen mit ihren Familien kurz vor dem Jahreswechsel im Naturpark Spessart. Auf Einladung des Ortsverbandes Hanau kamen diesmal über 175 Teilnehmer auf die Waldlichtung beim Forstamt in Wolfgang, darunter auch die beiden Landesvorsitzenden des DJV aus Hessen und Rheinland-Pfalz, Uli Heuser und Andreas Lang. Neben zahlreichen Gesprächen und einem geselligen Zusammensein stand vor allem das Lagerfeuer im Mittelpunkt. Dort wurden bei winterlichen Temperaturen Stockbrote gebacken – insgesamt waren es neun Kilogramm, die an diesem Tag vertilgt worden sind. Wärmende Getränke wie Kakao, Kaffee, Glühwein und die bereits berüchtigte „Hessenröte“ waren willkommene Stärkungen.
Fachinformation aus Feld und Flur wurden ebenso genutzt. So gab Dr. Dieter Müller, der Leiter des Forstamts Wolfgang, einen Einblick in die Staatsdarre. Dort wird das Saatgut für zahlreiche heimische Baumarten gesammelt, kontrolliert und aufbereitet. Die Aufforstung ist auch dringend nötig, denn die Journalisten nutzten wie in jedem Jahr die Gelegenheit, mit Sägen und Äxten in die Schonungen zu ziehen, um sich kurz vor dem Fest einen frischen Weihnachtsbaum zu fällen. Die „Rodungsarbeiten“, so DJV-Ortsverbandsvorsitzender Thorsten Becker, seien jedoch nachhaltig. In Zusammenarbeit mit dem Forstamt und der Staatsdarre helfe der Einschlag bei der angestrebten Verjüngung des Waldes. Durch die Wiederaufforstung sei gewährleistet, dass auch 2009 wieder ein DJV-Weihnachtsbaum-Einschlag – der zehnte in Folge – über die Bühne gehen könne. (tb).
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Spürsinn gegen Gaunergeistesblitze
Journalistenwissbegier am internationalen Postzentrum
des Frankfurter Flughafens
05.11.2008 HANAU/FRANKFURT/M. Nicht nur Lieschen Müller und Otto Normalverbraucher vertrauen auf die Deutsche Post. Auch Kriminelle nutzen deren Vertriebsservice und verschicken geradezu Abenteuerliches in Päckchen und Paketen. Dass der Erfindungsreichtum der Verbrecher sich mit den Aufspürmethoden von Post und Zoll einen Wettlauf liefert, davon konnten sich jetzt 30 Journalisten von Tageszeitungen und anderen Medien bei einem Informationsbesuch überzeugen, zu dem die beiden Ortsverbände Frankfurt und Hanau des DJV Hessen in die „Internationale Produktion Brief“ am Frankfurter Flughafen geladen hatte.
Postpressesprecher Heinz-Jürgen Thomeczek und die Leiterin der Abteilung Logistik und Kundenservice, Petra Scheufler, nahmen die Journalisten mit auf einen Streifzug durch das mit 35 Metern höchste Gebäude am Frankfurter Flughafen, in dem 1730 Mitarbeiter dafür sorgen, dass die Post aus den 82 Brief- und 32 Paketzentren Deutschlands die Luftreise ins Ausland antreten kann und dass Sendungen, die mit dem Flugzeug ankommen, ihre Bestimmung in Deutschland erreichen. Täglich werden in dem mit reichlich Technik aber immer noch viel Handarbeit ausgestatteten Zentrum 3,25 Millionen Briefe auf den Weg gebracht.
Schwerarbeit wird bei den Paketen geleistet. Sie werden alle über Förderbänder geleitet, kurz inspiziert und bei Auffälligkeiten genauer unter die Lupe genommen. Der Zoll kommt ins Spiel, wenn verdächtige Adressaten oder Absender, merkwürdige Verpackungsmethoden oder Löcher im Paket Indizien für verbotene Inhalte sein können. Hier arbeiten Kollegen von Zoll und Post Hand in Hand. Mit im Laufe der Jahre entwickelten Spürsinn entdecken sie lebende Garnelen oder Fische, die in Wasserflaschen auf die Reise geschickt werden, Skorpione oder Vogelspinnen.Letzter Treffer eines der Mitarbeiter war ein Hermelinfell. Wer so gegen das Tierseuchen- oder Artenschutzgesetz verstößt, muss mit Strafen rechnen. Auch Produktpiraterie gehört zu den Themen, mit denen sich der Zoll befassen muss. Hier lässt sich inzwischen mehr Profit erzielen als mit Rauschgift, so ein Experte bei der Führung.
Auf die Spur von Drogen kommen die Zöllner beim Durchleuchten der Sendungen. Ungewöhnliche Farbgebungen machen auf verborgene Inhalte aufmerksam, erklärt einer der Zöllner. Eine russische Handgranate in einer Kosmetiktasche, Marihuana in Zahnpastatuben, in den Rahmen eines Kinderfahrrads eingefülltes Heroin oder auch verschreibungspflichtige Arzneimittel wie Valium oder Viagra hinter Blaupapier – die Phantasie der Versender kennt keine Grenzen. Als besonderes Highlight präsentierte einer der Zöllner den Journalisten ein paar Herrensandalen, in deren Sohlen sich 
für denLaien völlig unspektakuläre Plastikeinlagenverbargen: die dort eingeschweißten 200 Gramm Kokain bringen auf dem Markt rund 80 000 Euro, da sie vor dem Verkauf um ein Achtfaches „gestreckt“ werden. Natürlich nur, wenn sie der Zoll nicht entdeckt. Im vorgeführten Fall – und nur, wenn der Adressat in einem Land ohne Todesstrafe lebt – wird der Empfänger nach einer „kontrollierten Weiterleitung“ festgenommen. Jutta Degen-Peters (OV Hanau) +++
Lesung für Anna Politkowskaja - Journalistenverband und Hanauer Stadtbibliothek erinnern an ermordete Putin-Kritikerin
20.03.2007
Hanau.
Der Ortsverband Hanau des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) beteiligt sich zusammen mit der Stadtbibliothek Hanau am Dienstag, 20. März, an einer weltweiten Lesung aus Werken der russischen Journalistin Anna Politkoswkaja. Die Putin-Kritikerin wurde am am 7. Oktober 2006 in Moskau Opfer eines heimtückischen Mordanschlags. Initiiert hat die weltweite Aktion für Pressefreiheit die Peter-Weiss-Stiftung für Kunst und Politik in Berlin. Die Lesung in der Hauptstelle der Stadtbibliothek am Schlossplatz 2 beginnt um 20 Uhr, der Eintritt ist frei.
Insgesamt beteiligen sich an diesem Abend weltweit rund 75 Verbände und Institutionen an der Aktion – von Montreal über Stockholm bis nach Südafrika. In Hanau steht die Veranstaltung im Kontext des Jahresmottos der Kulturegion Rhein-Main „Geist der Freiheit – Freiheit des Geistes“. Die Texte werden von Mitgliedern des DJV und Gästen gelesen, darunter auch Vertreter des Vereins Freundschaft mit Jaroslawl. Ziel der Veranstaltung ist es, das Bewusstsein über Inhalte und Formen politischer zu stärken.
Anna Politkowskaja beschrieb in ihren Reportagen die Katastrophe des zweiten Tschetschenienkrieges und den Kriegsalltag. Ihre Texte schildern Folterszenen, rekonstruieren kaltblütige Morde, prangern den Zynismus von Bürokraten an, schildern das Leid und die Verzweiflung der Zivilbevölkerung, die zwischen Armee und Rebellen aufgerieben wird - ein beklemmendes Bild vom Klima der Angst und Repression.
Gelesen werden an diesem Abend Auszüge der Textauswahl "Machkety. Ein Konzentrationslager mit kommerziellem Einschlag" und "Sonderoperation Sjasikow" (aus: "Tschetschenien. Die Wahrheit über den Krieg“). Anna Politkowskaja wurde als Tochter von sowjetischen UN-Diplomaten 1958 in New York geboren. Sie studierte an der Moskauer Universität Journalismus und arbeitete für verschiedene Zeitungen wie die "Iswestja", seit dem Ende des kommunistischen Systems für unabhängige Blätter, darunter die "Obschtschaja gaseta". Zuletzt war sie Sonderkorrespondentin der kleinen oppositionellen "Nowaja Gaseta".
Für diese Zeitung arbeitete Anna Politkowskaja seit 1999, als Putin Premierminister wurde und der so genannte zweite Tschetschenienkrieg begann: Zwei Ereignisse, die eng miteinander zusammenhängen und eine unheilvolle Entwicklung auslösten, wie Politkowskaja in ihren beiden Büchern darstellte.
Die kleine nordkaukasische Bergregion Tschetschenien hatte 1991 ihre Unabhängigkeit von Russland erklärt und sie im Friedenvertrag von 1996 – nach dem ersten Krieg, von dem die Medien damals noch frei berichten konnten. Doch das Bild hat sich deutlich gewandelt. Mit ihrer Berichterstattung versuchte Politkowskaja zu zeigen, dass der Krieg noch nicht beendet war, sondern dass Gewalttaten und Menschenrechtsverletzungen unvermindert anhielten. Sie hielt besonders die Zivilbevölkerung im Blick, die zwischen beiden kämpfenden Parteien aufgerieben wird, und sie beschrieb den sich selbst verstärkenden Kreislauf der Gewalt. Ihre Schilderungen erhellen die perversen Mechanismen des Krieges, exponieren die Bedingungen, unter denen diese funktionieren, und prangern die Nutznießer an.
Für ihre Arbeit wurde Politkowskaja mit vielen ausländischen Preisen geehrt. 2003 erhielt sie den ersten "Lettre Ulysses Award" für die beste Reportage sowie die "Hermann-Kesten-Medaille". 2004 wurde sie mit dem "Olof-Palme-Preis" geehrt, und ein Jahr später wurde ihr der "Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien" verliehen. In Russland erhielt sie 2001 den "Preis der Journalistenunion". In ihrem Heimatland sah sie sich aber auch ständigen Einschüchterungsversuchen und Drohungen ausgesetzt. Doch einen Leibwächter lehnte sie ebenso ab wie die Flucht ins Exil. 2004 wurde sie Opfer eines Giftanschlages. Am 7. Oktober 2006 erschoss sie ein unbekannter Täter im Aufgang ihres Moskauer Wohnhauses. Die Unterlagen zu ihrem letzten Artikel verschwanden spurlos. +++
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